Krieg in der Ukraine

Gläubige in der Region beten für ukrainische Kriegsopfer

| | 27.02.2022 18:39 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Rund um die Stadt Charkiw im Osten in der Ukraine gab es am Sonntag heftige Kämpfe gegen die russischen Truppen. Foto: DPA/AP Photo/Marienko Andrew
Rund um die Stadt Charkiw im Osten in der Ukraine gab es am Sonntag heftige Kämpfe gegen die russischen Truppen. Foto: DPA/AP Photo/Marienko Andrew
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Viele Gottesdienstbesucher in der Region sind bestürzt über den Angriff Russlands auf die Ukraine. Der Angriff der Russen auf das Nachbarland war in vielen Gottesdiensten Thema.

Rhauderfehn/Leer - Der russische Einmarsch in die Ukraine erschüttert die Menschen in der Region seit Tagen. Auch in vielen Gottesdiensten am Sonntag wurde die Invasion thematisiert. „Wir haben das im Rahmen von Fürbitten und Gebete für den Frieden mit aufgenommen“, sagt Pfarrer Torsten Brettmann von der katholischen St.-Bonifatius-Gemeinde Westrhauderfehn. „Wir möchten dem Raum geben, weil zurecht viele Menschen bestürzt sind – ich auch“, erklärt er.

In der Nacht zum Donnerstag haben russische Truppen das Nachbarland Ukraine angegriffen. Seitdem herrscht Krieg in Europa. Das hat viele Menschen bestürzt. Die bedrückte Stimmung habe er auch im Gottesdienst gespürt. „Einen solchen Angriffskrieg, der in keinster Weise zu rechtfertigen ist, kann man nur verurteilen.“ Für Dienstag um 18 Uhr lädt er zu einem Friedensgebet in die Kirche nach Langholt ein. Politische Ratschläge wolle er in Predigten nicht geben, sagt Brettmann. Er begrüße aber, dass die Politik Mittel zur Hilfe der Ukraine ergreift.

Von Bankverfahren ausgeschlossen

Unter anderem sind viele russische Banken in Deutschland und in anderen Ländern vom Transaktionsverfahren Swift ausgeschlossen worden. Betroffen werden nach Angaben der Bundesregierung alle russischen Banken sein, die bereits von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert sind. Hinzu kommen sollen – soweit erforderlich – weitere russische Banken.

Damit sollten diese Institute von den internationalen Finanzströmen abgeklemmt werden. Außerdem haben viele Staaten am Wochenende ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt.

Kirchenpräsidentin äußert sich in Weener

Die Kirchenpräsidentin der evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, hat am Sonntag in ihrer Predigt in der St.-Georgs-Kirche in Weener ebenfalls das Thema aufgenommen. Der Einmarsch russischer Truppen sei ein „Bruch des Völkerrechts, die Aufkündigung der Werte, die uns international leiten und deshalb brandgefährlich“, wird sie in einer Pressemitteilung zitiert.

Dennoch warnte sie davor, nun „Hassreden zu führen und blindwütig zu hetzen“. Bei der Wieden betonte, dass Gott nicht auf Seiten der Mächtigen stehe, sondern „auf der Seite der Vertriebenen, der an Leib und Seele Verletzten“. Es gebe auch in diesem Krieg „Menschen, die die Menschlichkeit bewahren“, die sich um die Verwundeten kümmerten und Flüchtenden Unterstützung gewährten. Der „Krieg ganz dicht vor unserer Haustür“ wecke bei vielen Menschen Erinnerungen an Bilder des Zweiten Weltkriegs, sagte die Kirchenpräsidentin: Dazu gehörten Erinnerungen an die Flucht und an zerstörte Städte. „Jetzt brechen Wunden wieder auf. Alte Kriegstraumata.“ Trotzdem sei es wichtig, den biblischen Bildern von der Überwindung der Gewalt und den Worten der Versöhnung zu vertrauen. „Lassen Sie uns nicht vergessen: Unser Gott ist der Gott des Friedens.“

Angesichts des Kriegs in der Ukraine hat der Regionalbischof des evangelisch-lutherischen Kirchensprengels Ostfriesland-Ems, Detlef Klahr, zu Spenden für die betroffenen Menschen aufgerufen. „Meine Gedanken und Gebete sind bei allen, die unter den Auswirkungen dieser brutalen Aggression zu leiden haben“, erklärte er in einer Internet-Botschaft nach einem Friedensgebet in Emden. Der Regionalbischof zeigte sich erschüttert von den Bildern aus der Ukraine. Die Kirche stehe in engem Kontakt mit ihren dortigen „Glaubensgeschwistern“. Sie unterstütze humanitäre Hilfen, etwa durch die Diakonie Katastrophenhilfe.

Mit Material von DPA

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