Serie „Das Vereinsleben und das Virus“

Bollingen: Baugenehmigung für Schießstand ist da

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 27.02.2022 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Tage des alten Schießstandes der Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte sind gezählt. Im Zuge eines Anbaus an die Schützenhalle wird ein elektronischer Schießstand mit zehn Ständen entstehen. Foto: Weers
Die Tage des alten Schießstandes der Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte sind gezählt. Im Zuge eines Anbaus an die Schützenhalle wird ein elektronischer Schießstand mit zehn Ständen entstehen. Foto: Weers
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Corona, Corona, Corona! Seit zwei Jahren lähmt die Pandemie das Vereinsleben im Saterland und in der Gemeinde Barßel. Wie gehen die Mitglieder damit um? Der GA berichtet in einer Serie. Diesmal: die Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte.

Bollingen - Auf die Post hatte Ludger Meinders sehnlichst gewartet: Vor einigen Tagen erhielt der Vorsitzende der Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte vom Landkreis Cloppenburg die positive Nachricht: Die Baugenehmigung für den geplanten neuen elektronischen Schießstand ist erteilt.

„Jetzt fehlen nur noch die Fördermittel“, sagt Meinders. Wenn alles unter Dach und Fach ist, will man so schnell wie möglich mit dem Anbau an die Schützenhalle beginnen. „Baubeginn soll im Frühjahr sein“, erklärt Wilfried Harms, 2. Vorsitzender des Vereins. Da die Corona-Regeln mittlerweile gelockert worden sind, konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden, was für doppelte Freude bei der Schützenkameradschaft sorgt. Die rund 40 aktiven Schützen des 170 Mitglieder starken Vereins können sich nach Fertigstellung des Anbaus glücklich schätzen: Die Kontrolle der Schießstreifen per Hand wird zukünftig entfallen. Sie erfolgt dann auf elektronischem Wege. Der bisherige Raum mit seinen sechs Schießständen ist in die Jahre gekommen und entspricht auch nicht mehr den gestiegenen Anforderungen.

„Der Spaten ist schon poliert“

„Um den Ligabetrieb aufrecht zu erhalten, bekommen wir jetzt eine elektronische Schießanlage mit zehn Ständen“, erklärt der 46-jährige Ludger Meinders voller Stolz. Um den Anbau schnellstmöglich zu vollenden, ist auch wieder ehrenamtlicher Einsatz aus den Reihen der Schützenkameradschaft gefragt. Die Mitglieder stehen bereits in den Startlöchern. „Der Spaten ist schon poliert“, scherzt ein Vereinsmitglied.

Die Schützen hatten unter Corona besonders stark zu leiden. Im März 2020 wurde der Schießbetrieb vorläufig eingestellt. „Es gab fortan auch keinen Kreiskönigsball und keine Schützenfeste mehr“, betont Wilfried Harms. Ganz zu schweigen von den Generalversammlungen, die sowohl 2020 wie auch 2021 ins Wasser fielen. Um wenigstens die Mitglieder über die geplanten Baumaßnahmen zu unterrichten, wurde im Herbst 2021 eine außerordentliche Mitgliederversammlung durchgeführt.

Keine Wettkämpfe, kein Training

Für Ende März ist die nächste Generalversammlung geplant, wo auch wieder Neuwahlen zum Vorstand anstehen. Das letzte Fest der Schützenkameradschaft war im Januar 2020 der Winterball. „Seit einem halben Jahr wurden immer wieder Anläufe unternommen, um den Schießbetrieb wieder hochzufahren“, so Meinders. „In 2020 haben wir jeden zweiten Schießstand gesperrt, damit wenigsten unter Einhaltung der Abstandsregeln geschossen werden konnte“, beschreibt der Vorsitzende das Dilemma. Keine Wettkämpfe, kein Training, das habe schon am Nervenkostüm der Schützen genagt.

„Neben der Geselligkeit fehlte vor allem der Wetteifer“, beschreibt es Ludger Meinders. Als die Infektionszahlen im vergangenen Jahr jedoch fielen, startete man auf Bezirksebene eine Umfrage unter den Vereinen. Dreiviertel waren für einen Neustart, so dass im Oktober zumindest die 5er-Mannschaften an den Start gehen konnten. Auf Kreisebene fanden die 3er-Luftgewehr-Auflage Staffelwettkämpfe als sogenannte Fernwettkämpfe statt. Hierbei schoss jeder Verein nur auf seiner eigenen Anlage.

Bogensport wieder aufleben lassen

In dieser Saison nahm die Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte mit einer Bezirksoberligamannschaft (5er Luftgewehr Freihand), einer Bezirksligamannschaft (Luftpistole Freihand) und vier Luftgewehrmannschaften (Auflage) auf Kreisebene am Wettkampfbetrieb teil.

Unter den Corona-Lockdowns hatte auch die 15-köpfige Kindergymnastikgruppe sowie die 25 Personen starke Frauengymnastikgruppe zu leiden, die ansonsten in dem Schützen- und Musikhaus trainiert hatten.

Die fehlende Wettkampfpraxis der Schützen sieht Wilfried Harms derzeit als größtes Problem an. „Da hilft auch Training nicht“, so der 2. Vorsitzende. Es werden aber auch Pläne geschmiedet: „Wir wollen den Bogensport im Verein wieder aufleben lassen“, erklärt Wilfried Harms.

  • Nächste Folge: der Club Birke 69 in Strücklingen.
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