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Stiftung Warentest: Diese Virenschutzprogramme sind am effektivsten

Carl Lando Derouaux, DPA User
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Von Carl Lando Derouaux, DPA User
| 23.02.2022 18:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
«test»: Gratis-Virenschutz ist zuverlässig Foto: dpa - Laura Ludwig
«test»: Gratis-Virenschutz ist zuverlässig Foto: dpa - Laura Ludwig
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Wer seinen Windows-Computer ohne Virenschutz laufen lässt, riskiert die Sicherheit seines PCs. Laut Stiftung Warentest schützt bereits ein vorinstalliertes Microsoft-Programm passabel. Reicht das aus?

Der in Windows eingebaute Virenscanner Defender schützt passabel, doch es geht besser. Etwa mit einem der vielen kostenlosen Schutzprogramme, die zuverlässig ans Werk gehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einem Vergleich von 20 kostenpflichtigen und kostenlosen Virenscannern („test“, Ausgabe 3/22).

Der beste kostenlose Virenscanner im Test heißt „Kaspersky Security Cloud Free“. Er landet insgesamt auf dem dritten Platz und schneidet mit der Gesamtnote 1,6 nur ein Zehntel schlechter ab als der kostenpflichtige Testsieger aus gleichem Hause. Der kostet 40 Euro im Jahr.

Ebenfalls „gut“ (Gesamtnote 2,0) sind die drei nächstplatzierten Gratis-Lösungen „Avast Free Antivirus, AVG Antivirus Free“ und „Bitdefender Antivirus Free Edition“ (nicht mehr verfügbar). Der „Windows Defender“ ist zwar das schlechteste Schutzprogramm im Vergleich, aber immer noch befriedigend (Gesamtnote 3,1). Das Fazit der Warentester lautet daher: „Es gibt keine schlechten Antivirenprogramme.“

Insgesamt sind sechs der als „gut“ bewerteten Programme kostenlos. Für die kostenpflichtigen Programme ergab sich bei den verglichenen Produkten eine Preisspanne von 20 und 60 Euro im Jahr. Zwar schützen die Gratisprogramme ähnlich gut wie die Programme, für die man jährlich bezahlen muss. Allerdings bieten die kostenpflichten Programme komfortable Funktionen vor allem in puncto Updates. Laut den Testern sei ein Nachteil an den Gratisprogrammen außerdem stete Werbung, die den Nutzer zum Abschluss eines Premium-Abos bewegen soll.

Der Bericht von Stiftung Warentest legt außerdem nahe, dass sich die gleichzeitige Nutzung mehrerer Programme nicht lohne: Die einzelnen Schutzsysteme könnten sich im schlimmsten Fall blockieren. Vor Pishing-Attacken schützen bis auf zwei Programme übrigens auch alle Anbieter gut. Bei solchen Attacken werden E-Mails so verfälscht, dass Nutzer zur Preisgabe von sensiblen Daten veranlasst werden.

Defizite sieht Stiftung Warentest bei einigen getesteten Programmen in der Realisierung der Auflagen, die sich für die Hersteller aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ergeben. Dort ist geregelt, dass eine übersichtliche und eindeutige Aufklärung darüber erfolgen muss, wie und zu welchen Zwecken die Daten der Nutzer verarbeitet werden.

Wirklich gut gelinge das laut dem Testbericht nur wenigen Diensten. Die Tester betonen allerdings, dass dies der Wirksamkeit des Virenschutzes der einzelnen Programme nicht entgegenstehe.

Um die Schutzkraft der einzelnen Programme zu ermitteln, ließen die Tester in dreimonatigen Abständen mehrere Male Schadsoftware gegen die Antivirenprogramme laufen. So verglichen sie ihre Schutzkraft. Von dem Ergebnis waren sie in den meisten Fällen überzeugt: Acht der getesteten Produkte schützten demnach sehr gut vor Schadsoftware. Weitere Testkategorien waren die Handhabung der Programme und wie sie den Rechner während der Anwendung belasten.

Um den Nutzen einer Antivirensoftware so groß wie möglich zu halten, sollten Nutzer laut Stiftung Warentest darauf achten, dass die Programme auf dem aktuellsten Stand sind. Außerdem kann man sich zusätzlich vor dem Verlust sensibler Daten schützen, indem man regelmäßige Backups macht. Solche Sicherungskopien sollten den Testern zufolge wöchentlich angefertigt werden. Dazu könnten besonders Cloud-Services gut dienen.

Außerdem helfe dem Bericht zufolge auch immer eine gesunde Portion Vorsicht, um einen Angriff zu verhindern: So solle man zum Beispiel bei E-Mails nicht auf unbekannte Links klicken, ohne dass man den Absender kenne und sich sicher sei, dass die Mail wirklich von ihm stamme. 

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