Fußball

Pewsum und das 16-fache Vater-Sohn-Kapitel

| | 23.02.2022 18:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Foto zeigt einen Teil der Pewsumer Vater-Sohn-Gespanne (von links): Marvin Davids und Thorsten Davids, Youri Woltjer und Ronald Woltjer, Kevin Wolthoff und Benjamin Wolthoff, Peter Südhoff und Niklas Südhoff, Keno Buss, Bernd Buss und Hauke Buss, Luca Wolthoff und Heiner Wolthoff, Nico Eden und Jörg Eden, Ben Poppinga und Hendrik Poppinga, Hauke Ulferts und Thorsten Ulferts. Foto: Wiese
Das Foto zeigt einen Teil der Pewsumer Vater-Sohn-Gespanne (von links): Marvin Davids und Thorsten Davids, Youri Woltjer und Ronald Woltjer, Kevin Wolthoff und Benjamin Wolthoff, Peter Südhoff und Niklas Südhoff, Keno Buss, Bernd Buss und Hauke Buss, Luca Wolthoff und Heiner Wolthoff, Nico Eden und Jörg Eden, Ben Poppinga und Hendrik Poppinga, Hauke Ulferts und Thorsten Ulferts. Foto: Wiese
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Wenn der TuS Pewsum in der Bezirksliga aufläuft, dann steht Kompetenz am Seitenrand. Denn der Großteil der Spielerväter war im Fußball hochklassig unterwegs. Das betrifft auch Trainer und Teammanager.

Pewsum - In der Bezirksliga-Mannschaft des TuS Pewsum steckt hochklassiges Sportler-Erbgut. Gleich 16 Akteure der Krummhörner erbten ihr Talent von Vätern mit einer stolzen Fußball-Vergangenheit. Die Senioren erlebten große Zeiten auf Bezirksebene – einige machten gar Karriere bis zur Oberliga. Wenn die TuS-Elf von heute aufläuft, steht also reichlich Kompetenz von gestern am Seitenrand.

Da bleibt es nicht immer bei kritischen Blicken Richtung Nachwuchs, denn in Sachen Fußball-Theorie fühlt sich manch ein Senior noch immer als unverzichtbarer Experte. Schließlich brachten gleich zehn der 16 Ehemaligen ihren Söhnen als Übungsleiter das Fußball-Einmaleins näher.

Verschiedene Papa-Arten vorhanden

„Mich als Trainer sprechen die Väter aber selten an“, sagt Bernd Buss. „Ich habe da meine Ruhe.“ Rund ums Spielfeld sind letztlich alle Papa-Arten vertreten: von den Stoikern, über die Mitteilsamen bis hin zu den Fanatikern. Das macht es nicht für jeden Filius leicht. „Die Jungs wollen natürlich auch ihren Vätern gefallen“, meint Buss. „Aber wenn sie mehr auf die hören als auf mich, landen sie eben auf der Ersatzbank“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Familien-Gespanne

Hauke Ulferts (Vater Thorsten), Keno Buss (Vater Bernd), Luca Wolthoff (Vater Heiner), Paul und Ben Poppinga (Vater Hendrik), Nico Eden (Vater Jörg), Kevin Wolthoff (Vater Benjamin), Marek Hinrichs (Vater Frank), Niklas Südhoff (Vater Peter), Carsten Weyers (Vater Conny), Björn Merker (Vater Matthias), Lacper Kempisty (Vater Krzystof), Youri Wolther (Vater Ronald), Jan Tietjer (Vater Uwe), Marvin Davids (Vater Thorsten), Andreas Olk (Vater Herbert) und Lasse Hoogestraat (Vater Lars).

Grundsätzlich bringt der Trainer Verständnis für die privaten Lehrmeister auf. Denn eines dieser 16 Pewsumer Vater-Sohn-Kapitel betrifft ihn selber. Bernd Buss kickte einst bei Kickers Emden in der Oberliga. Keno Buss muss den Coach heute als Torjäger gnädig stimmen. „Da hat er es nicht immer leicht“, sagt der „Chef“. „Zum Sohn ist man oft strenger als zu anderen.“

Trainersohn kommt mit Kritik klar

Vor allem kann der eigene Nachwuchs nicht flüchten, wenn die 90 Minuten mal zu einem Desaster und reichlich Trainer-Frust geführt haben. „Da wird auch zu Hause noch weiterdiskutiert“, sagt Keno Buss. Der 22-Jährige kann aber nach eigenem Bekunden mit Vaters Kritik gut umgehen.

Er spielte in der Jugend bei Kickers Emden oder beim JFV Nordwest unter der Regie anderer Trainer und hat den Vergleich: „Ich komme mit und ohne Vater als Trainer gut klar.“ Immerhin verteilt sich die väterliche Fußball-Kritik in Suurhusen am Mittagstisch auf mehrere Schultern. Denn Kenos jüngerer Bruder Hauke steht als A-Juniorentorwart des JFV Krummhörn und häufiger Trainingsgast beim Pewsumer Bezirksligateam ebenfalls im Fokus.

Zu Hause ist Fußball Dauerthema

Neben dem Buss-Duo gibt es in der Pewsumer Vereins- oder Mannschaftsführung noch weitere Doppelspitzen. So ist der Vater von Paul und Ben Poppinga zweiter Vorsitzender des Klubs. Auch die Väter von Nico Eden oder Luca Wolthoff sind seit vielen Jahren in der Fußballabteilung des TuS Pewsum engagiert. Und der Vater von Hauke Ulferts ist als Sportlicher Leiter ins Geschehen des Bezirksligisten involviert. Bis vor ein paar Jahren war Thorsten Ulferts gar Co-Trainer. „Ich bin froh, dass ich nun ein wenig mehr Abstand habe“, erklärt er.

Denn auch Ulferts sieht sich als begeisterten aber auch strengen Fußballvater. „Der Sohn hat es immer am schwersten“, räumt er ein. Allerdings finden es beide schön, das Hobby zu teilen. Im Hause Ulferts wird nach eigenem Bekunden permanent über Fußball geplaudert. „Nur wenn wir schlafen nicht“, sagt der Senior. Der Junior muss bei Niederlagen schon mal deutliche Kritik einstecken.

Nach 3:10 war Funkstille

„Aber wir verstehen uns super. Ich weiß ja, dass er es immer gut meint“, sagt Hauke Ulferts. Und falls es tatsächlich einmal Zoff gibt, erhält der junge Mann familiäre Unterstützung von Zwillingsschwester Tomke. Sie hat selber früher Fußball gespielt. „Wenn Papa meckert, hält sie immer zu mir.“

Nur nach dem 3:10-Debakel vor eineinhalb Jahren in Wiesmoor konnte auch die Schwester den Vater nicht besänftigen. „Da haben wir ein paar Tage kaum miteinander geredet“, sagt Hauke Ulferts und lacht dabei. Er weiß genau, dass es nach der historischen Pleite in den Familien der anderen Vater-Sohn-Gespannen kaum harmonischer zuging.

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