Sicherheit
500 Meter lange Ersatzhaltestelle wirft Fragen auf
Mit dem Umbau des Hansaplatzes verlagert sich der Friesoyther Busbahnhof auf die Parkstreifen am Grünen Hof. Ungeklärt ist, wie die Aufsicht im Schulbusverkehr dort geregelt werden soll.
Friesoythe - Mitte März sollen die Bauarbeiten am Busbahnhof Hansaplatz im Rahmen der Innenstadtsanierung beginnen. Bis zum Jahresende, so Bauamtsleiter Klaus Sandmann, wird der Busbahnhof dann nicht benutzbar sein. Dafür entsteht derzeit eine Ersatzhaltestelle entlang der Straße „Grüner Hof“.
Rund 500 Meter wird diese Ersatzhaltestelle lang sein. Sie zieht sich vom Möbelhaus „Jysk“, in dem sich ehemals das Dänische Bettenlager befand, bis zur Straße „In den Vinnen“. Vier Haltestellen gruppieren sich nach aktuellem Stand rund um das Möbelhaus, bis zu zehn weitere Busse finden entlang der Straße Platz. Die Beleuchtung ist bereits aufgebaut, die farbige Markierung und die Aufschrift „Bus“ auf den Straßen sowie die Haltestellenschilder fehlen noch.
Keine Wendemöglichkeit
Da die Busse an den Ersatzhaltestellen – anders als am Hansaplatz – keine Wendemöglichkeit haben, erfolgt die Anfahrt grundsätzlich über die Europastraße. Busse aus Richtung Altenoythe müssen demnach einen Umweg über den Niedersachsenring und die Barßeler Straße nehmen, Busse aus Richtung Ellerbrocker Straße fahren über Lange Straße und Bahnhofstraße.
„Die Busunternehmen haben sich sehr viele Gedanken gemacht und arbeiten das jetzt detailliert auf“, sagt Sandmann. Diese Woche gingen die finalen Pläne bei der Stadt ein. Darin werden dann nicht nur die Fahrwege und Haltestellen angegeben sein, sondern auch die Auswirkungen auf die Fahrpläne der Schulbusse. Denn sowohl zum AMG als auch zum BBS-Standort Thüler Straße werden sich die Fußwege für die Schüler deutlich verlängern. Entsprechend früher müssen die Busse an den Haltestellen ankommen, entsprechend später abfahren, wenn die Unterrichtszeiten eingehalten werden sollen.
Bis zu 2000 Jugendliche täglich
Das aber ist nicht der einzige Punkt, auf den die Schulleiter hinweisen. „Der Busbahnhof ist das Drehkreuz für den öffentlichen Schülerverkehr, bis zu 2000 Schülerinnen und Schüler steigen hier täglich aus, ein und um“, sagt Peter Stelter, Leiter des Albertus-Magnus-Gymnasiums. „Rund 750 davon besuchen das AMG, etwa 380 die Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe, der Rest verteilt sich auf die BBS und die Realschule“, ergänzt Rasmus Braun, Leiter der HvO. Beide kennen die Situation am Hansaplatz, beide befürchten das große Chaos, wenn sich weit mehr als 1000 Schüler, viele davon zwischen zehn und zwölf Jahren alt, mittags gleichzeitig entlang der Straße aufstellen oder in letzter Sekunde zu ihren Bussen rennen wollen.
„Es ist vollkommen unklar, wie wir das mit der Aufsicht regeln sollen“, sagt Stelter. Am kompakten Hansaplatz direkt neben dem AMG sei das zu machen, „aber für eine 500 Meter lange Strecke sind sehr viel mehr Lehrkräfte für die Aufsicht nötig“, betont der Schulleiter. Um die rechtliche Seite der Aufsichtspflicht in diesem konkreten Fall zu klären, will er sich vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Osnabrück beraten lassen. Hinzu komme, dass die Bushaltestellen nicht auf schlechtes Wetter eingerichtet seien. „Da stehen die Kinder dann mittags im strömenden Regen“, befürchtet Stelter. „Oder sie kommen morgens klatschnass ins Klassenzimmer, weil sie 400 Meter durch den Regen laufen mussten.“
Braun und Stelter kritisieren zudem, dass die Schulen bislang nur informiert, aber nicht einbezogen wurden. „Wir würden uns gerne in die Planungen einbringen, denn wir sehen vielleicht Themen, auf die Stadt und Busunternehmen gar nicht kommen“, sagt Stelter, „Und natürlich fragen die Eltern und Schüler uns schon jetzt, wie das sein wird“, sagt Braun. „Aber wir haben keine Antworten.“ Das aber soll sich ändern. „Die Gespräche mit den Schulleitungen stehen jetzt als Nächstes an“, gibt Klaus Sandmann Entwarnung.
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