Ukraine-Krise

EWE: Gasspeicher sind gut gefüllt

| | 23.02.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der EWE-Gasspeicher in Huntorf, Elsfleth: „Die EWE-Gasspeicher sind für den Rest dieser Heizperiode ausreichend gefüllt“, so die EWE. Foto: Dittrich/dpa
Der EWE-Gasspeicher in Huntorf, Elsfleth: „Die EWE-Gasspeicher sind für den Rest dieser Heizperiode ausreichend gefüllt“, so die EWE. Foto: Dittrich/dpa
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Viele Verbraucher sorgen sich ohnehin schon wegen der immens gestiegenen Gaspreise. Kann es wegen der Ukraine-Krise nun noch schlimmer kommen? Ganz ausgeschlossen ist das auch in Ostfriesland nicht.

Ostfriesland/Oldenburg - Der Oldenburger Strom- und Gaslieferant EWE drückt in Sachen Preiserhöhungen erst einmal auf die Bremse. Kurzfristig soll der Gaspreis wegen der Ukraine-Krise nicht noch einmal erhöht werden. Die schlechte Nachricht: So richtig klipp und klar ausschließen mag man bei EWE am Mittwoch weiter steigende Preise für den Endkunden aber auch nicht. Ähnlich sieht es bei den Stadtwerken Emden aus. Dort ist für diesen Donnerstag sogar eine Aufsichtsratssitzung geplant.

Die geopolitische Lage in Teilen Osteuropas und die politischen Debatten um die russische Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 seien – neben anderen Faktoren wie zum Beispiel einer weltweit gestiegenen Energienachfrage – schon seit mehreren Monaten ein Treiber für die derzeitige Dynamik auf den Energiemärkten, teilte der Oldenburger Konzern auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Die aktuelle Verschärfung des Konfliktes sorge dafür, dass dieser Faktor eher an Bedeutung gewinne.

Zusätzliche Belastungen

Solche Äußerungen öffnen natürlich Tür und Tor für weitere Preiserhöhungen. „Für die Beschaffungssituation bringt dies potenziell zusätzliche Belastungen mit sich“, so ein Sprecher des Unternehmens. Die Handelsmärkte reagierten aktuell aber noch vergleichsweise moderat. „Natürlich beobachten wir die Entwicklung auf den Energiemärkten sehr intensiv“, so EWE. Die konkrete Auswirkung auf die preisliche Entwicklung beim Erdgas lasse sich aktuell aber nicht detailliert vorhersagen – und preisliche Spekulationen möchte man nicht anstellen.

„Mit Blick auf diesen Winter können wir jedoch sagen, dass die von EWE für die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden genutzten EWE-Gasspeicher für den Rest dieser Heizperiode ausreichend gefüllt sind“, beschwichtigte der EWE-Sprecher Kunden-Befürchtungen, es könne womöglich bei Heizen im Winter eng werden. „Die Füllstände liegen aktuell sogar über dem Vorjahreswert.“ Dazu trage neben der milden Witterung auch der Umstand bei, „dass EWE vorsorglich und entgegen marktlicher Bedürfnisse im Herbst des vergangenen Jahres zusätzliche Mengen Erdgas eingespeichert hat, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“.

Erhöhung zum 1. April

Die Kunden dürfte es erst einmal freuen. Der Oldenburger Energieversorger hatte erst Anfang Februar angekündigt, sowohl seine Strompreise als auch seine Gaspreise bereits zum 1. April dieses Jahres drastisch zu erhöhen. Für Gaskunden bedeutet dies ein Plus von 41 Prozent, für Stromkunden ein Plus von 9,5 Prozent. Ein sogenannter Standardhaushalt mit zwei bis drei Personen zahlt dann im Vergleich zum Vorjahr 95,50 Euro mehr für Strom und 644,00 Euro mehr für Gas.

Kämen nun noch höhere Gaspreise wegen der Ukraine-Krise hinzu, würde es für so manchen Verbraucher finanziell noch enger werden. Bei der EWE besteht der Endpreis für den Kunden zu 52 Prozent aus sogenannten Vertriebskosten, wie der Konzern auf Nachfrage mitteilte. Darunter fallen laut EWE der Einkauf von Energie, Vertriebsaufwände, Gewinn, Service und der Abrechnungsaufwand. Wie hoch genau der Anteil des tatsächlichen Gaspreises am Endkunden-Preis ist, wollten die Oldenburger trotz mehrfacher Nachfragen unserer Redaktion „aus Wettbewerbsgründen“ nicht beantworten.

Stadtwerke Emden beruhigen

Ähnlich zugeknöpft gibt man sich bei den Stadtwerken Emden. „Bei uns ist keine aktuelle Preiserhöhung in Planung“, sagte ein Sprecher unserer Redaktion am Mittwoch. „Wir schließen aber auch nichts aus.“ In Emden gehe man allerdings relativ entspannt mit der Debatte um Gaspreis-Erhöhungen um.

Nach Auskunft des Stadtwerke-Sprechers ist für diesen Donnerstag eine Aufsichtsratssitzung geplant. Ob es dabei auch um die Ukraine-Krise oder andere Gründe für Preisanpassungen gehen könnte, vermochte der Unternehmenssprecher nicht zu sagen.

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