Rabiater Vermieter in Leer

Diese Strafe schreckt nicht ab

Katja Mielcarek
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Ein Kommentar von Katja Mielcarek
| 21.02.2022 17:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Girmay Hadish ist einer der betroffenen Mieter und hatte dieser Zeitung Mitte Juni des vergangenen Jahres vorgeführt, dass in der Wohnung kein Wasser mehr fließt. Foto: Mielcarek/Archiv
Girmay Hadish ist einer der betroffenen Mieter und hatte dieser Zeitung Mitte Juni des vergangenen Jahres vorgeführt, dass in der Wohnung kein Wasser mehr fließt. Foto: Mielcarek/Archiv
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Ein Vermieter, der drei Männern über Monate hinweg Strom und Wasser abgestellt hat, wurde wegen Nötigung verurteilt. Die Strafe dürfte ihn aber in seiner bisherigen Praxis eher bestätigen.

Die Richterin hat dem Vermieter gehörig die Leviten gelesen, der im vergangenen Sommer drei jungen Männern über Monate Strom und Wasser abgestellt hat. Das könnte eine richtig gute Nachricht sein, wenn der Mann nun zerknirscht in sich ginge und ehrlich Besserung geloben würde. Zur Not würde es auch reichen, wenn er sich angesichts der Erlebnisse vor Gericht in Zukunft vor solchen Praktiken hüten würde.

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Doch davon ist nicht auszugehen. Eine Strafe von 1200 Euro – das entspricht in etwa der Miete, die die drei jungen Männer zusammen pro Monat für die Bruchbude gezahlt haben – dürfte eher eine Bestätigung der bisherigen rabiaten Praxis sein. Der Verurteilte hatte frank und frei erzählt, dass er diverse Wohnungen und Häuser vermietet und das besonders gerne an Menschen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben. Kein Wunder: Die beschweren sich in der Regel nicht und das Geld kommt zuverlässig vom Amt – unabhängig vom Zustand der Wohnung. Es wäre besser gewesen, wenn das Gericht sich die Zeit genommen hätte, das tatsächliche Einkommen des Vermieters zu ermitteln, um eine Strafe auszusprechen, die wirklich Wirkung zeigt.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de