Serie „Das Vereinsleben und das Virus“
Rettungsschwimmer warten auf Startschuss
Corona, Corona, Corona! Seit zwei Jahren lähmt die Pandemie das Vereinsleben im Saterland und in der Gemeinde Barßel. Wie gehen die Mitglieder damit um? Der GA berichtet in einer Serie. Diesmal: die DLRG Saterland.
Scharrel - Die Ortsgruppe Saterland der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, kurz DLRG, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Ihre Mitglieder bringen Kindern bereits ab dem Alter von fünf Jahren das Schwimmen bei. Schwerpunkte sind die Ausbildung vom Nichtschwimmer bis hin zum Rettungsschwimmer, dem Rettungswachdienst sowie das Mitwirken in der Schnellen Einsatzgruppe Wasserrettung und bei Katastrophenschutz.
Von den Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen war man bei der Rettungsschwimmer-Ortsgruppe zwar auch betroffen, aber nicht stark wie andere Gruppen und Institutionen. „Im Jahr 2021 haben wir mit kleinen Gruppen bei der Schwimmausbildung angefangen, und uns dann bis zum Oktober gesteigert. Zunächst waren es 40 Personen, dann sogar 60 Personen“, erklärt Christian Rumkamp, Leiter der Ausbildung bei der DRLR Ortsgruppe Saterland.
„Sollen wir weitermachen oder nicht?“
Ende des vergangenen Jahres stiegen die Corona-Infektionszahlen jedoch sprunghaft wieder an. „In unseren Reihen hatten wir auch einige positive Fälle, so dass wir uns die Frage gestellt haben, ob wir weiter machen oder nicht. Seit Anfang Dezember gibt es deshalb auch bei uns kein Training mehr“, so Rumpkamp.
„Neben der Kinderschwimmausbildung und der Rettungsschwimmausbildung stellen wir im Sommer auch Betreuer für den Wachdienst am Hollener See in Ramsloh ab“, sagt Rumkamp. Unterstützung erhalten die Saterländer dabei von den Ortsgruppen Friesoythe und Barßel. Mit aktuell rund 700 Mitgliedern zählt die 1976 gegründete Ortsgruppe Saterland zu den stärksten DLRG-Gruppen der Region und Vereinen im Saterland. „Unser ältestes Mitglied ist 72 Jahre, unser jüngstes Mitglied gerade einmal zwei bis drei Jahre“, erklärt Christian Rumkamp. Neben der Kinderschwimmausbildung ist derzeit auch die Ausbildung zum Wasserrettungsdienst und die Ausbildung zum Rettungsschwimmer zum Erliegen gekommen. Die DRLG-Ortsgruppe Saterland verfügt über drei Fahrzeuge und drei Boote für den Ernstfall, die im DRLG-Gebäude im Gewerbegebiet Scharrel untergebracht sind. In Niedersachsen zählt man zu den vier Schnellen Einsatzgruppenzügen für die Wasserrettung.
Ausbildung der Jugendbetreuer leidet
„Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich wieder ins Hallenbad nach Ramsloh dürfen, um unsere Ausbildung fortzusetzen. Unsere Mitglieder sind so dankbar. Vor allem für die Ausbildung der Kleinkinder ist das so wichtig“, betont der Ausbildungs-Leiter. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, hatte man zuletzt bei der Ausbildung auf die 2G-Plus-Regelung umgestellt. „Vor Corona hatten wir bis zu 140 Personen im Hallenbad, zuletzt waren es gerade einmal 60 Personen“, berichtet Rumkamp.
Die Ausbildung der Jugendbetreuer (10 bis 16 Jahre) für die Schwimm- und Wachgruppen habe unter Corona ebenfalls gelitten. Üblicherweise hält man alle zwei Wochen Übungsabende für die Fachausbildung ab, wo unter anderem Erste- Hilfe-Kurse, Rettungsschwimmausbildung oder der Wasserrettungsdienst durchgeführt werden. Wegen Corona wurden die Vorstandssitzungen online abgehalten. In diesem Jahr stehen Neuwahlen zum Vorstand an. „Wir haben wegen Corona recht wenig machen können und wenig Einsätze gehabt“, berichtet Rumkamp. Auch den Wachdienst am Hollener See habe man deshalb reduzieren müssen.
„Bis die Kinder wirklich schwimmen können“
Dennoch gebe es einen Mitgliederzuwachs bei den Schwimmkursen. „Wir haben im letzten halben Jahr einige neue Mitglieder gewinnen können“, freut sich Christian Rumkamp. Im Gegensatz zu üblichen Schwimmkursen böten die die der DLRG einen entscheidenden Vorteil: „In unseren Kursen wird die Schwimmausbildung so lange fortgesetzt, bis die Kinder auch wirklich schwimmen können“, betont der Ausbildungs-Leiter. Es gebe keine zeitliche Beschränkung. Viele Kinder halten laut Rumkamp auch später noch der DLRG-Ortsgruppe Saterland die Treue und lassen sich zum Rettungsschwimmer, zum Beispiel für den Wachdienst, ausbilden.
Da sich zuletzt nur Gruppen von zehn Personen treffen durften, lohne sich eine Ausbildung nicht. „Sobald die Infektionszahlen wieder runtergehen und das Hallenbad wieder geöffnet hat, wollen wir unsere Ausbildung fortsetzen. Wir stehen in den Startlöchern“, betont Christian Rumkamp.
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