Fußball

Kicker sind vom schlechten Wetter genervt

Marco Reemts
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Von Marco Reemts
| 17.02.2022 16:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ihre Testspiele tragen die Fußballer von TuRa 07 Westrhauderfehn (links Henning Meyer) auf dem Kunstrasenplatz in Strücklingen aus. Im Spiel gegen den Bezirksligisten SV Thüle (weiße Trikots) unterlag der Landesligist 2:5. Foto: Weers
Ihre Testspiele tragen die Fußballer von TuRa 07 Westrhauderfehn (links Henning Meyer) auf dem Kunstrasenplatz in Strücklingen aus. Im Spiel gegen den Bezirksligisten SV Thüle (weiße Trikots) unterlag der Landesligist 2:5. Foto: Weers
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Die Fußballer in Ostfriesland bereiten sich auf die Rückrunde vor. Doch wegen des vielen Regens sind die Rasenplätze oft nicht bespielbar. Die Trainer bemühen sich um Alternativen.

Ostfriesland - Alle Jahre wieder: Während sich die Fußballer in der Vorbereitung auf die Rückrunde befinden, macht das Wetter ihnen mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Durch die ständigen Regenfälle sind die meisten Rasenplätze nicht bespielbar. Die Möglichkeit, auf Kunstrasen zu trainieren, haben nur wenige Vereine. So müssen sich die Übungsleiter Alternativen suchen – und das ist nicht immer einfach.

Erhan Colak
Erhan Colak

„Man kennt die Jahreszeit. Das Wetter spielt einfach nicht mit. Auch wenn man das vorher weiß, ist es ätzend, frustrierend und macht keinen Spaß“, sagt Erhan Colak, Trainer des Landesligisten TuRa 07 Westrhauderfehn. „Auch wenn wir nicht auf den Platz können, ziehen wir unsere Einheiten durch. Eine gewisse Belastung sollte schon sein.“ Als Alternative nutzt die Mannschaft derzeit die Tartanbahn. „So können wir zumindest etwas mit dem Ball arbeiten. Da sind aber auch nur Technik- oder Passübungen möglich, Spielformen oder Torschuss gehen leider nicht.“ Zur Abwechslung haben die TuRaner Kraft- und Ausdauereinheiten in einem Leeraner Fitnessstudio absolviert. „Dadurch, dass die Soccerhalle in Rhauderfehn nur noch einen Platz hat, fehlt uns zudem eine weitere Alternative. Wir konnten zwar einige Testspiele auf Kunstrasen vereinbaren, haben dort aber keine Trainingsmöglichkeiten. Besonders ärgerlich war, dass ein Testspiel wegen Corona-Fällen beim Gegner ausfallen musste, und wir kurzfristig keinen Ersatz bekommen konnten“, so Colak. So sieht der TuRa-Coach bei Vereinen mit einem Kunstrasen auch einen Wettbewerbsvorteil. „Ein Kunstrasen ist gerade in dieser Jahreszeit Gold wert. Man kann eigentlich immer trainieren und viel besser planen. Wir hoffen, dass wir diese Wetter-Situation möglichst gut überstehen und wir wieder auf den Platz können“, sagt Colak.

„Wir wollen den Platz ja auch nicht kaputt machen“

Ähnliche Probleme hat auch die U23 von TuRa 07. „Wir hatten erst zwei Einheiten auf dem Platz. Ansonsten haben wir die Tartanbahn genutzt und viel in den Bereichen Kraft, Ausdauer und Stabilität gearbeitet. Einheiten auf dem Platz wären zwar schön, man muss aber bedenken, dass wir nur einen Trainingsplatz für recht viele Mannschaften haben“, sagt Andreas Brelage, der die U23 von TuRa 07 gemeinsam mit seinem Bruder Stefan trainiert. „Wir wollen den Platz ja auch nicht kaputt machen“, so Brelage weiter. Trotz weniger richtiger Trainingseinheiten präsentierte sich die U23 bei einem Testspiel gegen den Bezirksligisten TuS Weene in guter Verfassung und gewann mit 2:1. „Wir haben einiges ausprobiert, es lief schon überraschend gut“, sagt Brelage.

Auch beim Ostfrieslandligisten Holter SV sind die Plätze derzeit gesperrt. „Wir waren zu Beginn der Vorbereitung zwei Wochen auf dem Platz. Seit zwei Wochen können wir aber nur noch Laufen. Außerdem gehen wir einmal in der Woche in die Soccerhalle“, sagt Co-Trainer Thorsten Meyer. Einige Testspiele konnte der HSV aber auf Kunstrasen vereinbaren. Gegen den Bezirksligisten Frisia Loga gab es eine 0:1-Niederlage. Weitere Tests finden gegen Viktoria Elisabethfehn und den SV Hage statt. „Wir sind froh über die Spiele auf Kunstrasen, Training macht bei den Bedingungen aktuell keinen Sinn. Wir haben ja aber auch noch fünf Wochen bis zum ersten Spiel und sind ja auch nicht so viele Mannschaften im Verein. Daher denke ich, dass wir zügig wieder auf den Platz können“, so Meyer.

SCR ist in die Halle gewechselt

Der SC Rhauderfehn/Langholt konnte nur eine Einheit auf dem Platz durchführen und ist nun in die Halle gewechselt. „Neben Laufeinheiten versuchen wir uns in der Halle mit Kraft- und Stabilitätsübungen fit zu halten. Außerdem haben wir noch unseren Trainingsraum im Sportheim, dort ist zum Beispiel Spinning möglich. Wir haben zwar einige Testspiele geplant, allerdings auf Naturrasen. Die Partien sind natürlich fraglich, wir gucken uns aber nach Alternativen um“, sagt Marco Gronewold.

Alo Weusthof
Alo Weusthof

Der SC Blau-Weiß 94 Papenburg muss dagegen weniger auf das Wetter achten. Seit dem vergangenen Jahr hat Papenburg einen Kunstrasenplatz. Dieser wird allerdings von mehreren Vereinen der Stadt genutzt. „Wir haben nur bestimmte Zeiten und müssen uns auch mit den anderen Herren-, Jugend- und Damenmannschaften absprechen. Da kommt es schon mal vor, dass man erst um 20 Uhr trainieren kann und entsprechend spät zu Hause ist oder sich den Platz mit einem anderen Verein teilen muss. Da kann ich aber gut mit leben“, sagt Papenburgs Landesliga-Trainer Alo Weusthof. „Besser ein halber Kunstrasenplatz als überhaupt nichts, da muss man doch froh sein. Ich bin am liebsten auf dem Platz. Mit Einheiten im Fitnessstudio tue ich mich schwer. Am Montag haben wir uns den Platz mit dem SV Herbrum geteilt, das ging auch. Und bevor ich ein Training absage, müssten über Nacht schon Häuser auf den Platz gebaut worden sein oder das Wasser zwei Meter hoch stehen“, so Weusthof.

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