Dorferneuerung
Kanaldörfer treiben Entwicklung voran
Der Dorfentwicklungsplan hat mit dem Planungsausschuss bereits eine Hürde genommen, die weiteren Schritte nahen. In Kamperfehn wird das soziale Miteinander von Jung und Alt schon gelebt.
Friesoythe - „Vergangenheit bewahren – Zukunft neu denken“, so lautet der Slogan des Entwicklungsplans der Kanaldörfer Friesoythes. Auf 200 Seiten sind rund 70 Projekte in 5 Handlungsfeldern aufgelistet. Einwohnerinnen und Einwohner von Ahrensdorf, Edewechterdamm, Ikenbrügge, Kampe, Kamperfehn und Schwaneburgermoor haben seit Herbst 2020 gearbeitet.
Nach dem „Ja“ vom Planungsausschuss Anfang Februar muss der Plan im März noch vom Stadtrat beschlossen werden und geht dann zum Amt für regionale Landesentwicklung. Erst danach steht fest, ob die Dörfer in den kommenden sieben bis neun Jahren Förderungen für ihre Vorhaben bekommen können. Die Stadt Friesoythe sieht das Konzept als „großartige Chance“ für eine zielgerichtete und langfristige Dorfentwicklung.
Umfrage unter Jugendlichen
Im Rahmen dessen wurde vom beauftragten Planungsbüro eine Umfrage von 44 jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren durchgeführt. Das Ergebnis: Die Jugendlichen sehen Schwierigkeiten, in der ländlichen Region ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Sie wünschen sich eine bessere Internet- und Busanbindung und mehr Veranstaltungen für ihre Altersgruppe. Trotzdem leben sie zum Großteil gerne an ihrem jetzigen Wohnort.
Die Jugendlichen sollen in die Entwicklung einer lebenswerten Dorfregion weiter miteinbezogen werden. Deutlich wird das auch im Handlungsfeld „Dorfgemeinschaft/Demographie“.
Junge Menschen zur Rückkehr bewegen
Wie in ganz Deutschland herrscht auch in den Friesoyther Ortschaften ein Ungleichgewicht. In der Zukunft werden wenige Jüngere vielen Älteren gegenüberstehen. Ein Ziel des Konzepts lautet daher, junge Menschen und Familien zum Bleiben oder Zurückkehren zu bewegen. Ein konkretes Projekt dieses Handlungsfelds ist die Weiterentwicklung des „Uns Fehnhus“ in Kamperfehn. Die Priorität ist laut Plan A1: schnell umsetzbar und über die Dorfregion hinaus von Bedeutung.
Das Dorfgemeinschaftshaus des Friesoyther Ortsteils dient als Treffpunkt für alle Generationen. Bisher nutzt es überwiegend der Ortsverein. Der Dorfentwicklungsplan sieht eine stärkere Nutzung aller Interessierten vor. So soll das Fehnhus vermehrt zum kulturellen Veranstaltungsort werden. Durch Fördermittel des „Soeste-Topfs“ wurde bereits eine Mikrofonund Musikanlage angeschafft.
Beim Treffpunkt Kamperfehn „richtig was los“
Wie erfolgreiche Entwicklung aussehen kann, beweist ein anderer Ort in Kamperfehn. Im Sommer 2020 wurde der „Treffpunkt Kamperfehn“ eröffnet. Mit einem 2000 Quadratmeter großen Spielplatz und einem 100 Quadratmeter großen Unterstand sollte es ein Ort der Begegnung für Jung und Alt werden. Der Plan geht auf: „Da ist richtig was los“, kann Heino de Buhr berichten. Vor allem Familien und Tagestouristen würden den Treffpunkt nutzen, aber auch Jugendliche kämen dort zusammen. Der Ratsherr der SPD/Grüne war maßgeblich an der Entstehung beteiligt.
Der Kamperfehner organisiert seitdem monatliche Treffen der „Upräumer Dorfmitte“. Die 20- köpfige Gemeinschaft hält den Spielplatz und die Umgebung in Schuss. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Aufräumen die jüngsten Male ausfallen, auch bei der Nutzung des Platzes sei die Pandemie selbstverständlich spürbar gewesen, erzählt de Buhr. Nun geht es aber ab März wieder los. Für diesen Herbst werde außerdem ein Familienfest bei dem Mehrgenerationen-Treffpunkt geplant.
Wunsch: Naturlehrpfad
Einige Projekte des Dorfentwicklungsplans sollen das Angebot in Kamperfehn in Zukunft noch erweitern. Zu den Wünschen gehört eine Weiterentwicklung des kleinen Wäldchens hinter dem Spielplatz als Naturlehrpfad.
Ebenfalls im Dorfentwicklungsplan erwähnt ist eine Umgestaltung des Dorfmittelpunkts samt barrierefreier Toilettenanlage. De Buhr würde sich freuen, wenn das umgesetzt werden kann: „Das geht dann alles ineinander über.“