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Olympia: Schalten die Ostfriesen den Fernseher an?

Matthias Herzog
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Von Matthias Herzog
| 16.02.2022 19:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Skirennläuferin Sofia Goggia aus Italien küsst die TV-Kamera – und schickt damit einen Gruß an die vielen Fernsehzuschauer. Foto: Imago
Skirennläuferin Sofia Goggia aus Italien küsst die TV-Kamera – und schickt damit einen Gruß an die vielen Fernsehzuschauer. Foto: Imago
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Die Olympischen Winterspiele in Peking sorgen für enorme TV-Quoten. Wie sieht es bei den ostfriesischen Sportfans aus? Sitzen auch sie vor dem Fernseher?

Ostfriesland - Die Olympischen Winterspiele sorgen für ein überraschendes TV-Phänomen: Es schalten im Durchschnitt mehr Zuschauer ein als bei den Sommerspielen. Wie sieht es denn bei Sportinteressierten in Ostfriesland aus?

Jörg Kromminga
Jörg Kromminga

Jörg Kromminga ist erst vor Kurzem aus seinem Skiurlaub aus Zell am See zurückgekommen. Der Vorsitzende des Kreissportbundes Leer beschreibt das Umfeld für die Athleten als traurig und konnte sich auch mit der Vergabe nach Peking nicht anfreunden. „Aber mir geht es ja in erster Linie um die Sportler. Natürlich schaue ich mir unter der Woche am Morgen oder auch in der Mittagspause die Wettkämpfe an, am Wochenende sogar noch ein bisschen mehr.“ Es kam auch vor, dass er wie bei der Biathlon-Staffel nur die ersten beiden deutschen Starter live verfolgen konnte und sich die Endergebnisse dann übers Smartphone besorgte. Auch er ist intensiver dabei als bei den Sommerspielen. Wie kommt’s? „Das liegt aus meiner Sicht zum einen am Wetter, im Sommer war ich viel häufiger draußen unterwegs. Zum anderen ist das Programm im Winter auch kompakter und die deutschen Erfolge sind ja auch nicht schlecht.“

Für Winfried Neumann sind Biathlon und Skispringen sowieso gesetzt. Der Vorsitzende des Fußball-Kreises Ostfriesland ist erst mit 40 Jahren selber zum alpinen Skisport gekommen. „Shorttrack ist jetzt nicht ganz so mein Ding. Aber zum Beispiel Rodeln oder Bobfahren sehe ich mir gerne an, Eishockey ebenfalls.“ Als Pensionär nimmt er sich die Zeit und schaltet regelmäßig ein. „Zu Beginn hielt sich meine Begeisterung für die Spiele in Peking in Grenzen. In ein paar Monaten bei der Fußball-WM in Katar wird das bei mir ja nicht anders sein. Natürlich werde ich mir dann auch gerne die Fußballspiele ansehen.“ Es sei aber auch gut, wenn die Spiele nach zwei Wochen vorbei seien, dann hätte er auch wieder mehr Zeit für andere Sachen, lacht Neumann.

„Da geht mir das Herz auf“

Auf die großen Emotionen kommt es Reiner Bruns bei den Olympischen Spielen an. Der ehemalige Sportliche Leiter von Kickers Emden kann mit den Athleten trauern, wenn sie wie am Dienstag nur reihenweise auf Platz vier landen. „Und klar habe ich mir den historischen Lauf in der Bobbahn angesehen. Wenn die deutsche Fahne weht und die Athleten strahlen, geht mir das Herz auf.“ Seit Jahrzehnten verfolgt er während der Winterspiele die Fahrten im Eiskanal, so natürlich auch in diesem Jahr. Die Mannschaftssportart Eishockey steht bei ihm auch ganz hoch im Kurs, auch wenn für die deutsche Mannschaft in den Play-offs früh das Aus kam.

Helga Christians
Helga Christians
Nicht ganz so viel anfangen mit Olympia kann Helga Christians. Die ehemalige Fußballerin des SV Hage schaltet kaum ein. „Mich hat das nicht so gepackt. Die Umstände gehören sicher dazu.“ Sie freue sich schon für Deutschland und wirft regelmäßig einen Blick auf den Medaillenspiegel. „Ich komme aus Ostfriesland und habe noch nie auf Skiern gestanden. Vielleicht hängt das auch damit zusammen. Mein Sport ist und bleibt der Fußball.“

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