Serie „Das Vereinsleben und das Virus“

In kleinen Gesangsgruppen und per WhatsApp

Günter Radtke
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Von Günter Radtke
| 16.02.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Frauenchor Ramsloh möchte sich endlich wieder vollzählig treffen und vor Publikum singen und dabei modernes Liedgut präsentieren. Das Foto zeigt die Chorleiterin Maria Helmers (links) und die Vorsitzende Karin Henken (rechts). Foto: Weers
Der Frauenchor Ramsloh möchte sich endlich wieder vollzählig treffen und vor Publikum singen und dabei modernes Liedgut präsentieren. Das Foto zeigt die Chorleiterin Maria Helmers (links) und die Vorsitzende Karin Henken (rechts). Foto: Weers
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Corona, Corona, Corona! Seit zwei Jahren lähmt die Pandemie das Vereinsleben im Saterland und in der Gemeinde Barßel. Wie gehen die Mitglieder damit um? Der GA berichtet in einer Serie. Diesmal: der Frauenchor Ramsloh.

Ramsloh - Chöre bilden eine starke Gemeinschaft. Ihr Gesang hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei den Zuhörern. Das ist auch beim Frauenchor Ramsloh so. Wenn Corona dem liebsten Hobby der Sängerinnen aber einen Strich durch die Rechnung macht, ist guter Rat teuer. „Unseren letzten gemeinsamen Auftritt hatten wir Weihnachten 2019. Danach war dies – um die Ansteckungsgefahr zu minimieren – nur in kleinen Gruppen möglich“, erzählt die erste Vorsitzende Karin Henken. Die Gruppe, bestehend aus 35 aktiven Sängerinnen im Alter von 22 bis über 70 Jahren, machte aus der Not eine Tugend und teilte sich auf. In einer Stärke von vier oder fünf Personen trat man fortan zu kirchlichen Festen an Ostern und Weihnachten, bei der Erstkommunion und bei der Firmung in der Kirche auf. Dabei wechselten sich die einzelnen Gruppen ab.

„Die Frauen begeistert es aber nicht, in kleinen Gruppen zu singen“, sagt die Chorleiterin Maria Helmers. „Im Moment dürfen nur maximal acht Sängerinnen unseres Chores den Gottesdienst auf dem Orgelboden in der Ramsloher Kirche begleiten“, führt Helmers näher aus. Bei den Übungsabenden im Ramsloher Pfarrheim sind derzeit nur 15 Personen zugelassen. „Wir müssen die Gruppen immer wechseln“, so Henken.

„Wir hätten schon längst wieder wählen müssen“

Auch wenn der Sängerinnen-Zusammenschluss kein eingetragener Verein ist, werden dennoch regelmäßig Generalversammlungen abgehalten. „Unsere letzte Versammlung war im Januar 2020. Eigentlich hätten wir schon längst wieder wählen müssen, doch Corona hat uns immer wieder ausgebremst“, so Henken. Der Frauenchor Ramsloh ist Mitglied im Sängerbund „Concordia“ des alten Amtsbezirkes Friesoythe. Einmal im Jahr darf ein Mitgliedschor ein Sängerfest ausrichten. Im Jahr 2020 wären die Ramsloherinnen an der Reihe gewesen.

Die Vorfreude war riesengroß. „Wir hätten die Veranstaltung im Elma Event-Saal im Ramsloher Gewerbegebiet abhalten wollen, mit 800 Sängern aus rund 20 Chören“, betont Karin Henken. Doch daraus wurde wegen Corona leider nichts. Auch 2021 war eine Umsetzung nicht möglich. Nun heißt es, darauf zu warten, dass sich die Situation bessert und wieder größere Veranstaltungen dieser Art durchgeführt werden können. „Im Jahr 2003 haben wir letztmalig das Sängerfest ausgerichtet. Da haben 1200 Personen mitgewirkt“, schwelgt Maria Helmers in Erinnerungen. Nun wollen die Ramsloher Sängerinnen am 11. Juni dieses Jahres einen neuen Versuch für das Sängerfest starten.

Selbstgebasteltes vom Vorstand

Interne Weihnachtsfeiern des Ramsloher Frauenchores hatten ebenso unter der Pandemie zu leiden. Zum Leidwesen der Chormitglieder gab es auch da Stillstand. „Für unsere Sängerinnen gab es deshalb etwas Selbstgebasteltes vom Vorstand“, erzählt die Vorsitzende. Im Sommer trafen sich alle Chormitglieder in einer Motorenhalle zu einem kurzen Stelldichein wieder – immer unter Einhaltung der Abstandsregeln. Ein weiteres gemeinsames Treffen gab es im Winter 2021, wo man sich auf dem Parkplatz des Pfarrheimes zum Glühweintrinken verabredet hatte und kleine Präsente an die Sängerinnen überreicht wurden.

„Es gab in der Corona-Zeit zahlreiche Geburtstage, goldene Hochzeiten unserer Chormitglieder, auf denen üblicherweise gesungen wird. Aber auch auf Beerdigungen durften wir im Jahr 2020 nicht singen“, beschreibt Karin Henken die negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Frauenchor. Eine eigens eingerichtete WhatsApp-Gruppe dient den Chormitgliedern als Informationsaustausch. Der WhatsApp-Gruppe haben sich bis auf ein, zwei Ausnahmen alle Sängerinnen angeschlossen.

Von alten Kirchenliedern verabschiedet

Doch momentan ist die Stimmung im Keller. „Wir wollen uns endlich wieder gemeinschaftlich als Chor präsentieren“, sagen Helmers und Henken übereinstimmend. „Wir haben im Frauenchor einen guten Zusammenhalt. Auch die jungen Sängerinnen packen mit an.

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Der Chor hat einiges zu bieten: Von den alten Kirchenliedern hat man sich längst verabschiedet. Nicht nur in der Kirche ist mittlerweile modernes Liedgut angesagt. Für die richtige Liedauswahl sorgt Maria Helmers, die seit über 40 Jahren den Chor leitet. „Es macht keinen Spaß, mit so wenig Menschen zu singen. Auch die Geselligkeit fehlt. Wie soll das weitergehen?“, fragen sich Henken und Helmers. „Im Sommer dürfte man mehr proben“, hofft Karin Henken auf Besserung der Situation.

Wer Interesse hat, sich dem Frauenchor Ramsloh anzuschließen, kann sich entweder an Karin Henken (04498-2607) oder Maria Helmers (04498-2508) wenden. Die Übungsabende im Pfarrheim finden jeden Mittwoch zwischen 20 Uhr und 21.30 Uhr statt.