Finanzen
Grundschulneubau in Bunde: Entscheidung fällt in diesem Jahr
Für den inklusiven Ausbau der Grundschule Bunde sind im Haushalt mehr als eine Million Euro eingeplant. Im Wahlkampf sprachen sich viele Politiker für einen Neubau aus. Ist der jetzt vom Tisch?
Bunde - Die Gemeinde Bunde stellt die Weichen für die Zukunft. Im Haushalt sollen 1,05 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung für die inklusive Ausgestaltung der Grundschule Bunde veranschlagt werden. Das ging in der Sitzung des Finanzausschusses am Donnerstagabend aus dem Bericht von Kämmerer Hans Joachim Schlötel hervor. Im vergangenen Früjahr hatte die Gemeinde Bunde noch die vielversprechenden Pläne für einen Neubau vorgestellt.
Was und warum
Darum geht es: Mehr als eine Millionen Euro plant die Gemeinde Bunde für den inklusiven Ausbau der Grundschule ein. Ist der im Wahlkampf vieldiskutierte Neubau vom Tisch?
Vor allem interessant für: Eltern und Lehrer in Bunde und alle, die sich für die Zukunft der Grundschule in der Straße Kellingwold interessieren.
Deshalb berichten wir: Im Finanzausschuss wurde erstmals über den Haushaltsplan und das Investitionsprogramm beraten. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Anlass, über die Frage Neubau oder Sanierung nachzudenken, war für die Gemeinde Bunde die Verpflichtung für die Kommunen, dass bis 2025 alle Grundschulen ein Ganztagangebot anbieten und inklusionsgerecht ausgestattet sein sollen. Die Voraussetzungen für einen Neubau in Bunde sind vorhanden. Eine geeignete Fläche für den Schulneubau gibt es schon. Schon vor mehr als 50 Jahren hatte die Gemeinde nach und nach Grundstücke westlich des Mölenlandsportzentrums erworben, um diese zu einem späteren Zeitpunkt als Schulerweiterungsfläche nutzen zu können. Hier könnte ein barrierefreies Grundschulgebäude entstehen.
Planungsentwurf liegt seit 2021 vor
Die Größe des Neubaus ist nach der bisherigen Planung auf drei Klassen pro Jahrgang ausgerichtet, ein Raum ist für den Schulkindergarten reserviert. Das Planungsbüro Kontur aus Oldenburg hatte im vergangenen Jahr einen Entwurf vorgestellt. In dem Gebäude ist Platz für 13 Klassenräume, vier Fachräume und acht sogenannte Differenzierungsräume. Solche Räume werden beispielsweise für Einzelunterricht oder individuelle Sprachförderung genutzt. Geplant sind unter anderem auch eine Multifunktionsmesa und eine Aula.
Während des Kommunalwahlkampfs im Spätsommer vergangenen Jahres hatten sich SPD und CDU grundsätzlich für den Bau einer neuen barrierefreien Grundschule stark gemacht. Lediglich die Grünen und „Bunde macht mobil“ hatten von vorneherein eine Sanierung des alten Gebäudes favorisiert. „Uns allen ist aber klar, dass wir einen Neubau nur mit erheblichen Fördermitteln realisieren können“, sagte der Bunder Bürgermeister Uwe Sap (SPD) im Nachgang der Sitzung auf Nachfrage. Bei der Vorstellung der Planung vor einem Jahr sei man von Baukosten in Höhe von zehn Millionen Euro ausgegangen. Aufgrund der allgemeinen Kostensteigerungen werde man mit dieser Summe möglicherweise nicht hinkommen. Es gehe nun darum, geeignete Fördermöglichkeiten zu finden.
Gelingt dies nicht, will die Gemeinde die alte Grundschule in der Straße Kellingwold sanieren, modernisieren und vor allem barrierefrei gestalten. Die Schule wurde in den 1930er Jahren gebaut ist nicht behindertengerecht. Damit alle Unterrichtsräume auch für Kinder mit Gehbehinderungen erreichbar sind, müsste eigentlich ein Lift eingebaut werden. Bei den Sanierungskosten hatte die Gemeinde bislang mit 1,2 Millionen Euro kalkuliert.