Soziales

Uplengen: Großer Neubau direkt am Rathaus geplant

Tobias Rümmele
|
Von Tobias Rümmele
| 10.02.2022 19:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Neben Rathaus und Mühle soll ein großer Neubau entstehen. Grafiken: Buss-Weber
Neben Rathaus und Mühle soll ein großer Neubau entstehen. Grafiken: Buss-Weber
Artikel teilen:

In Uplengen soll direkt neben dem Rathaus ein Generationenhaus entstehen. Die Planungen werden nun konkret. Doch das Projekt könnte an der Finanzierung scheitern.

Uplengen - Es sind große Pläne, die die Uplengener Gemeindeverwaltung in den vergangenen Monaten geschmiedet hat. Nun werden sie konkret: Neben dem Rathaus in Remels soll ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Das geplante zweistöckige Haus soll den Namen „Upkamer“ tragen. Der plattdeutsche Begriff steht für die höher liegende Kammer in Gulfhäusern. Wir erklären, worum es geht.

Was und warum

Darum geht es: In Remels will die Gemeinde ein Generationenhaus errichten.

Vor allem interessant für: sozial engagierte Menschen.

Deshalb berichten wir: Die Gemeinde hat den Entwurf für das Projekt veröffentlicht.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

Was will die Gemeinde bauen?

Direkt neben dem Rathaus soll ein moderner zweistöckiger Klinkerbau entstehen. Auf dem dortigen Grundstück steht bislang ein Wohnhaus aus den 1960er-Jahren. Es soll durch einen Neubau ersetzt werden. Ein Entwurf sieht eine nutzbare Fläche von insgesamt 464 Quadratmetern vor. Mehrere Veranstaltungsräume, Büros und große Fensterfronten sind geplant. Auch eine von außen begehbare öffentliche Toilette soll es geben, wie Eike Weber vom Uplengener Architekturbüro Buss-Weber erläutert. Im Internet finden Interessierte ein Video, in dem Zuschauer bereits jetzt virtuell in das Gebäude blicken können.

Was soll in dem Haus passieren?

Die Upkamer soll nach dem Willen der Gemeindeverwaltung ein „soziales Ankerzentrum“ werden. Aber was bedeutet das? Malte van Mark, Stellvertreter des Bürgermeisters, erklärt hierzu: „Wir haben in Uplengen viele soziale Angebote. Diese sind aber auf verschiedene Standorte verteilt.“ Mit dem neuen Gebäude solle ein zentraler Anlaufpunkt geschaffen werden. Als mögliche Angebote schweben der Verwaltung eine Hausaufgabenhilfe durch Senioren, eine Beratungsstelle für Familien, Volkshochschulkurse und Bürgermeistersprechstunden vor. Auch für größere Veranstaltungen soll die Anlage genutzt werden, etwa für Sektempfänge nach Eheschließungen. Im Inneren des Gebäudes soll Platz für bis zu 100 Menschen gleichzeitig sein.

Noch ist die Finanzierung des Projekts nicht gesichert.
Noch ist die Finanzierung des Projekts nicht gesichert.

Welche Hürden gibt es noch?

Noch ist nicht sicher, ob die ambitionierten Pläne der Gemeinde realisiert werden können. Hauptproblem sind die Kosten. Von etwa 1,2 Millionen Euro geht die Gemeindeverwaltung derzeit aus. Der größte Teil davon (eine Million Euro) soll zwar aus Fördertöpfen kommen. „Meine Sorge ist aber, dass die Preise in der Baubranche gerade täglich nach oben gehen“, sagt Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos). Je größer am Ende die Lücke zwischen Fördergeldern und tatsächlichen Kosten wird, desto eher müsse das Projekt diskutiert werden, so Trauernicht. „Viele Würfel müssen auf Sechs rollen. Aber die Chance, dass es klappt, ist da.“ Am 3. März entscheidet der Verwaltungsausschuss über den weiteren Verlauf des Projekts. Bis zum Herbst wird klar sein, ob die angestrebten Fördergelder bewilligt werden. Eine Fertigstellung wird für den Sommer 2023 angestrebt.

Wo gibt es so etwas schon?

Uplengen will das modernste aber nicht das erste soziale Ankerzentrum errichten. Auch andere Gemeinden im Landkreis Leer haben in den vergangenen Jahren ähnliche Konzepte verwirklicht. So gibt es etwa in Bunde ein Familienzentrum, in dem Gesprächskreise, Beratung und Kurse angeboten werden. Auch in der Samtgemeinde Jümme findet sich ein vergleichbares Projekt. Im Ortsteil Detern gibt es in der „Arche“ unter anderem einen Jugendtreff, eine Kulturwerkstatt und verschiedene Selbsthilfegruppen.

Ähnliche Artikel