Bremen

So schafft Werder den Wiederaufstieg

Hans-Jürgen Gundelach
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Von Hans-Jürgen Gundelach
| 10.02.2022 16:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gute Laune ist ganz wichtig für den Erfolg, findet unser Kolumnist. So wie hier zwischen den Bremern Mitchell Weiser, Nick Woltemade und Marvin Ducksch (von rechts). Foto: imago images/Nordphoto
Gute Laune ist ganz wichtig für den Erfolg, findet unser Kolumnist. So wie hier zwischen den Bremern Mitchell Weiser, Nick Woltemade und Marvin Ducksch (von rechts). Foto: imago images/Nordphoto
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Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die 2. Liga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach in der Jugendabteilung des FC Hude.

Liebe Leser,

was ist der Grund für diesen starken Lauf, den die Bremer aktuell haben und den ich ihnen vor der Verpflichtung von Ole Werner nicht zugetraut hätte? Die Antwort steckt schon in der Frage. Genau dieser Ole Werner. Anders kann ich mir das nicht erklären. Er besitzt offensichtlich die Qualität, die Spieler zu packen. Er weiß aus seiner Zeit in Kiel, wie es ist, wenn du oben stehst und dann noch einbrichst. Und vor allem weiß er somit auch, wie das zu verhindern ist.

In Bremen herrscht wieder gute Laune, und das dürfte sein Verdienst sein. Da wird geflachst und gelacht auf dem Weg zum Training, die Spieler haben Bock, was zu lernen. Diese Mentalität, diesen Spaß beizubehalten, das ist es, was am Ende den Unterschied ausmacht. Daher ist es wichtig, sich von Niederlagen, die es zwangsläufig noch geben wird, nicht die Laune verhageln zu lassen. Auch, wenn es mal zwei hintereinander sein sollten.

Mit jedem weiteren Sieg häufst du aber natürlich weiteres Selbstvertrauen an. So wie du bei Negativläufen Schiss hast, dir nach einem Gegentor noch zwei weitere zu fangen, brennt sich jetzt ein, dass du jederzeit in der Lage bist, in ein Spiel zurückzukommen, wenn es mal nicht läuft.

Trainer Ole Werner hat auch erkannt, dass es Werder an Spielern mangelt, die sich durch die Mitte nach vorne kombinieren können und die ihre Qualitäten im Kurzpassspiel haben. Sich daher auf zwei, drei Querpässe und Seitenverlagerungen zu fokussieren, bevor dann der entscheidende Pass in die Tiefe gespielt wird, scheint mir ein sehr vernünftiger Ansatz zu sein. Ein spielstarker, torgefährlicher Sechser fehlt Bremen. Aber daran wird sich wohl so schnell nichts ändern, von den Gründen möchte ich nicht schon wieder anfangen. Das liebe Geld und so, Sie wissen schon.

Es ist aber auch gar nicht so wichtig, weil Bremen im Moment in der Breite gut aufgestellt ist. In Abwehr und Mittelfeld haben die Bremer genug Spieler, die bei Ausfällen in die Bresche springen können. Nur mit Blick auf den Sturm kaut man so ein bisschen auf den Nägeln – die Tor- und Punktgaranten Ducksch und Füllkrug sind im Moment unersetzlich. Oder unersättlich, ganz wie Sie wollen.

Rostock wird am Freitagabend ein unangenehmer Gegner, aber keiner, der unschlagbar ist. In der jetzigen Form sehe ich keine große Gefahr für Bremen. Rostock wird wie die meisten Teams in der Liga versuchen, Werder mit Härte aus dem Spiel zu nehmen. Eine Spitzenmannschaft sind die Rostocker aber nicht. Und beim SV Darmstadt kann man daran nach der 0:5-Klatsche gegen den HSV auch leise Zweifel äußern.

Die Liga bleibt unberechenbar, jeder kann jeden schlagen. Wer es am Ende ins Oberhaus schafft, ist super schwer zu prognostizieren. Ich wage mich trotzdem mal vor und sage: In dieser Form schafft Werder den Aufstieg!

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