Baumaßnahme
Barßel: Bäume weichen für das neue Rathaus
In Barßel haben die ersten Arbeiten für den geplanten Neubau des Rathauses begonnen. Es wurden Bäume gefällt und Sträucher entfernt.
Barßel - Überstunden schoben am vergangenen Freitagnachmittag die Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Barßel. Mit Motorsägen, Trecker und Radlader rückten die Gemeindearbeiter beim Rathaus an. Sie fällten beim Parkplatz mehrere Bäume und entfernen Strauch für Strauch. Die Aufräumaktion war die erste vorbereitende Maßnahme für den Neubau des Rathauses mit Bürgerhaus. Außerdem wurde die Fläche, auf dem später das Verwaltungsgebäude gebaut wird, gefräst und umgebrochen. Bis dahin bot die dafür vorgesehene, mit einem Bauzaun versehene Fläche nicht gerade einen freundlichen Anblick.
„Voraussichtlich im Mai soll nach aktuellen Planungen mit dem Neubau begonnen werden“, sagte Erster Gemeinderat Michael Sope. Die Vorbereitungen laufen. Die Architekten sind mit den Ausschreibungen beauftragt worden. Erst wird auf dem Platz neben dem bestehenden Rathaus der neue Verwaltungstrakt gebaut. Dort war zuvor die AWO zu Hause.
Das jetzige Rathaus wird abgebrochen
Danach soll das alte Rathaus abgebrochen werden, um Platz für das neue Bürgerhaus zu machen. Das 1969 errichtete und 1988 um einen Anbau erweiterte Rathaus ist wortwörtlich „in die Jahre gekommen“. Es weist bauliche Mängel auf und ist nicht barrierefrei.
Gutachter hatten außerdem festgestellt, dass das Gebäude mangelhaft gedämmt und der Brandschutz nur unzureichend ist. Dazu kommt laut Gemeindeverwaltung erheblicher Platzmangel für die Mitarbeiter. Es besteht also schon länger Handlungsbedarf. Mittlerweile wurden aus dem Sitzungssaal weitere Büroräume. Vor dem Rathaus wurde ein Container aufgestellt, um überhaupt vor Ort beim Rathaus noch Besprechungen durchführen zu können. Inzwischen dauert die Historie der Planung für einen Neubau schon fast mehr als zehn Jahre. Der Neubau des Barßeler Rathauses hat in den vergangenen Jahren für viel Aufregung in der Bevölkerung gesorgt. Insbesondere die hohen Kosten waren einigen Bürgern ein Dorn im Auge.
Kostenentwicklung
Vor dem Hintergrund der öffentlichen Kritik an der Kostenentwicklung hat der Gemeinderat dann am 30. September 2020 beschlossen, das Raumprogramm auf eine Gesamtfläche von 3.100 Quadratmeter zu verkleinern. Am Ende beliefen sich die voraussichtlichen Gesamtbaukosten – nach Abzug der Fördergelder – auf 8,4 Millionen Euro (bei einem angenommenen Baubeginn Anfang 2021).
Im August 2020 hatte sich die Bürgerinitiative „Transparente bürgernahe Politik in Barßel“, gegründet. Die „BI“ brachte dann im Mai 2021 den ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Gemeinde Barßel mit 1037 Unterschriften auf den Weg. 1898 Stimmberechtigte hatten sich beim Bürgerentscheid gegen den Neubau eines „Bürgerhauses mit Verwaltungstrakt“ ausgesprochen. Das war eine knappe Mehrheit von 51,33 Prozent der abgegebenen Stimmen. Aber das reichte nicht. Es fehlten 175 Stimmen gegen den Rathaus-Neubau.