Auszeichnung

Erich Frey ist seit 75 Jahren Mitglied bei Stern Völlenerfehn

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 08.02.2022 14:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Für seine 75-jährige Vereinstreue zum FC Stern Völlenerfehn wurde Erich Frey (rechts) mit einer Urkunde und einer Nadel geehrt. Die Auszeichnung nahm Ewald Groeneveld (links), Sozialwart des Vereins, vor. Foto: Weers
Für seine 75-jährige Vereinstreue zum FC Stern Völlenerfehn wurde Erich Frey (rechts) mit einer Urkunde und einer Nadel geehrt. Die Auszeichnung nahm Ewald Groeneveld (links), Sozialwart des Vereins, vor. Foto: Weers
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Eine besondere Auszeichnung gab es dieser Tage bei Stern Völlenerfehn. Erich Frey ist nämlich seit 75 Jahren Mitglied. Er hat mit seinem Herzensverein viel erlebt.

Völlenerfehn - Vor einigen Tagen erhielt Erich Frey aus Völlenerfehn überraschend Besuch. Holger Holzkämpfer, 1. Vorsitzender des FC Stern Völlenerfehn, und Ewald Groeneveld, Sozialwart des Vereins, ehrten Frey für seine 75-jährige Vereinstreue zum FC Stern. Erich Frey erhielt nicht nur eine entsprechende Urkunde und Ehrennadel, sondern bekam auch einen Präsentkorb überreicht.

Im Jahr 1947 war Erich Frey im Alter von zehn Jahren dem Sportverein beigetreten. „Für Sozialwart Ewald Groeneveld war es eine besondere Ehrung, ist Erich Frey doch der erste und einzige Sterner, der dem Verein so lange die Treue hält“, schreibt Holzenkämpfer in einer E-Mail an die Sportredaktion.

Fußball war die Leidenschaft

Die große Leidenschaft des heute 85-jährigen Erich Frey war der Fußball. Er durchlief alle Knaben-, Jugend- und Seniorenmannschaften des Vereins, ehe ihn in der Altherren-Mannschaft des FC Stern eine Knieverletzung zum Aufgeben zwang. „Mein Mann war schon immer vom Fußball begeistert. Sein bester Freund, Hermann Grave, hat ihn zum Vereinsbeitritt ermutigt. Und das, obwohl Erichs Eltern überhaupt nicht dafür waren“, erinnert sich Freys Ehefrau Helga. „Erich war als linker Läufer, heute würde man linker Verteidiger sagen, konditionsstark und zudem sehr ehrgeizig. Über Fehler seiner Mitspieler ärgerte er sich maßlos“, stellt Groeneveld die Vorzüge des Fußballjubilars heraus. Wie stark die Vereinstreue zum FC Stern war, zeigt den beruflichen Werdegang von Erich Frey. Zunächst erlernte er bei der Firma Gautier den Beruf des Klempners.

Dann erhielt er eine lukrative Stelle als Bahnmitarbeiter in Osnabrück, wo er im Schichtdienst eingesetzt wurde. Dieser kollidierte jedoch stark mit seinem Lieblingshobby Fußball, so dass er nach vier Jahren diesen Job aufgab und bei der Firma Kolbenschmidt in Papenburg anfing, wo er 38 Jahre bis zur Rente in der Autoteilefertigung beschäftigt war. „Fußball war zu dieser Zeit in der Bevölkerung hoch angesehen. Vor allem bei den älteren Fans. Zu den Spielen kamen leicht 300 oder 400 Zuschauer“, weiß Groeneveld zu berichten.

Der Aufstieg im Jahr 1957

Den größten sportlichen Erfolg feierte Erich Frey als Spieler der ersten Herrenmannschaft, die im Jahr 1957 den Aufstieg in die Kreisliga Leer schaffte. Damals war er gerade einmal 20 Jahre alt. Von der damaligen Aufstiegsmannschaft leben neben Frey selbst nur noch Emil de Vries, Klaus van Deest und Bernd Schulte. Auch nach Beendigung seiner Laufbahn als Fußballer hielt sich der Vater zweier Töchter fit. Im hohen Alter von 80 Jahren war er in der Seniorengymnastik des FC Stern aktiv und fuhr zudem leidenschaftlich gerne Fahrrad. „Er war jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs“, erzählt Helga Frey. Zu seinen Hobbys zählte auch das Singen. Er gehört seit fast 60 Jahren dem örtlichen Männerchor an. Aus gesundheitlichen Gründen kann Erich Frey seit einigen Jahren diese Tätigkeiten aber nicht mehr ausüben.

Die Zeit als Fußballer will er nicht missen. „In den Anfangsjahren nach dem Krieg haben wir als Kinder mit einem Lumpenball Fußball gespielt“, erinnert sich Frey. Die Vereine selbst hatten schon Fußbälle aus Leder, die jedoch nicht imprägniert waren und sich schnell mit Wasser vollsogen, was das Spielgerät umso schwerer machte.

Erinnerungen an die Nachkriegszeit

In den Jahren nach dem Krieg gab es für die Vereinsfußballer noch keine Umkleidekabinen. „Wir haben unsere Füße in den angrenzenden Gräben gesäubert, manchmal zum Ärger der Anwohner“, erzählt Frey. Der erste Sportplatz des FC Stern Völlenerfehn befand sich hinter der heutigen Kirche. Daneben lag ein Roggenfeld, das einem Nachbarn gehörte. „Wenn der Ball dort hineingeschossen wurde, dann war er weg. Der Nachbar hat ihn nicht mehr herausgerückt“, weiß Ewald Groeneveld zu berichten.

Im Jahr 1955 folgte der Umzug des Sportplatzes an die Okko-ten-Broek-Straße, seit 1961/1962 spielt der FC Stern am heutigen Standort „Am Sportplatz“. Die Kameradschaft und die Geselligkeit nach dem Spiel waren für Erich Frey immer besonders wichtig. „Da war aller Ärger verflogen, und man hat sich wieder die Hand gegeben“, so Frey. Seine sportliche Vergangenheit beim FC Stern Völlenerfehn möchte er nicht missen. „Ich würde alles wieder genauso machen“, sagt Erich Frey auf Nachfrage des General-Anzeiger.

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