Ortsentwicklung
Gemeinde Barßel will Seeterrasse am Hafenufer anlegen
Die Gemeinde Barßel will ihre Hafenpromenade attraktiver gestalten. Pläne dazu gibt es schon. Jetzt muss die Kommune sie nur schnell genug einreichen. Dann könnte sie einen satten Zuschuss bekommen.
Barßel – Mit einer Seeterrasse und einem Solar-Kiosk möchte die Gemeinde Barßel den Uferbereich südlich vom Traumspielpark beim Bootshafen in Barßel für Einheimische und Urlauber attraktiver machen. Dafür gibt es 345.000 Euro aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“. Das Land will damit Ortszentren neues Leben einhauchen. Die Kommune selbst muss zusätzlich Geld in Höhe von zehn Prozent dieser Summe bereitstellen. Das Programm richtet sich an Kommunen, die ein erheblich Betroffenheit durch Corona aufweisen.
„Wir sind in das Städteprogramm aufgenommen worden, weil der Hafen mehr oder weniger noch zum Ortskern von Barßel zählt. Daher müssen die Mittel auch in diesem Bereich verwendet werden“, erklärte Bürgermeister Nils Anhuth den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Sport und Tourismus am Mittwoch auf der Sitzung, die im Pfarrheim stattfand. Einen ersten Entwurf stellte Diplom-Ingenieur Carsten Zippel vom Planungsbüro P3 aus Oldenburg den Ausschussmitgliedern vor.
Blick aufs Wasser verstellt
Wenngleich das Vorhaben fraktionsübergreifend begrüßt wurde, gefiel den Ausschussmitgliedern die Planung nicht so sehr. Kritik richtete sich zum einen gegen die Seeterasse, die einen neuen Treffpunkt schafft und Erwachsenen, die mit Kindern den Spielplatz besuchen, Platz bietet. „Das Konzept sieht schlüssig aus, aber die Seeterrasse im geplanten Bereich anzulegen macht keinen Sinn, denn die dort am Steg liegenden Boote verwehren den Gästen den freien Blick auf den Hafen“, kritisierte Ratsherr Michael Bohnen (CDU).
So sah es auch seine Parteikollegin Neele Venekamp. „Es ist schön, dass mit dem Vorhaben das touristische Angebot erweitert wird. Aber die Seeterrasse sollte weiter nördlich gebaut werden, um den offenen Blick zum Hafen zu haben“, fand Venekamp. Für sie käme das Vorhaben sehr kurzfristig, um darüber zu entscheiden. Doch wegen der Frist zur Anmeldung der Maßnahme bis 31. März bei der NBank gebe es wohl keine andere Möglichkeit, so die CDU-Ratsfrau. „Es geht hier erst einmal darum , die Maßnahme anzumelden. Die Feinplanung erfolgt danach und wird den Ausschussmitgliedern vorgestellt“, erläuterte Bürgermeister Anhuth.
Vandalismus befürchtet
Späteren Vandalismus befürchtet Ratsherr Hubert Niemeyer (BFB) sowohl bei der Steganalage als auch beim geplanten Kiosk. Außerdem hält er die Rampe, die auf den Steg führen soll, für viel zu steil. „Welcher Rollstuhlfahrer soll da ohne Hilfe hochkommen?“, fragte Niemeyer. „Mit Vandalismus müssen Sie bei jeder Anlage rechnen. Es stellt sich eigentlich nur die Frage ob Sie das Vorhaben wollen oder nicht“, erwiderte Zippel. Richtig sei, dass die Rampe steil sei und Rollstuhlfahrer ohne Unterstützung Schwierigkeiten haben könnten, gestand der Planer ein.
Die Bezeichnung Kiosk stehe nicht für einen Verkaufsstand, sondern der Bau solle vielmehr als Unterstand dienen, beispielsweise bei schlechtem Wetter, so Zippel. Als „begrüßenswert“ bezeichnete das hinzugewählte Mitglied, der ehemalige ehrenamtliche Barßeler Bürgermeister Johannes Budde das Vorhaben. Gerade die Seeterrasse biete eine Plattform für kulturelle Veranstaltungen. Wünschenswert wäre in diesem Bereich auch ein gastronomisches Angebot, findet Budde.
Die Gemeinde meldet nun die Maßnahme bei der NBank an. Die Terrasse soll aus einer Trägerkonstruktion bestehen, die durchgehend mit Holz beplankt sein wird. Auch eine Sitzreling, wetterfeste Stühle und Abstellmöglichkeiten soll es geben. Zudem soll auch die Promenade erweitert und eine bessere Verbindung zum Barßeler Ortszentrum geschaffen werden. Die Pläne sehen vor, dass noch genügend Platz vorhanden ist, um auf dem Areal ein Zelt für das Hafenfest oder das Barßelermoorer Schützenfest aufzustellen.