Fußball

Wiesmoors Coach Löning über Ziele und Babysitter Max Kruse

| | 02.02.2022 18:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Frank Löning (links) kann es noch: Im Freundschaftsspiel gegen Kickers Emden half er bei Wiesmoor in der Innenverteidigung aus. Foto: Doden
Frank Löning (links) kann es noch: Im Freundschaftsspiel gegen Kickers Emden half er bei Wiesmoor in der Innenverteidigung aus. Foto: Doden
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Frank Löning hat als Fußball-Profi mit seiner Familie ein Nomadenleben geführt. Vor gut einem Jahr ist er nach Aurich zurückgekehrt. Ein prominenter Spieler passte sogar mal auf seine Tochter auf.

Aurich - Das Lob von seinem Trainerkollegen Stefan Emmerling nach der 1:3-Testspielniederlage von Germania Wiesmoor gegen Kickers Emden war ihm sicher. Coach Frank Löning half in der Innenverteidigung aus und habe einen sehr guten Job gemacht, urteilte Emmerling. Immer noch ein Profi durch und durch eben. Wenn Not am Mann ist, schnürt der 40-jährige Löning noch selber die Fußballschuhe.

Das hat er gut zehn Jahre auch auf professioneller Ebene (Werder II, SC Paderborn, SV Sandhausen, Erzgebirge Aue, Chemnitzer FC und RW Essen) gemacht. Nach seiner Trainerstation bei der Zweitvertretung des SV Sandhausen (Oberliga) wollte er mit seiner Familie aber wieder „nach Hause kommen“ und sesshaft werden.

In Aurich sesshaft werden

„Wir sind in meiner Profizeit zwölfmal umgezogen. Es war an der Zeit, sich auf eine Region festzulegen“, erzählt Löning. Seine Töchter Ayleen (16) und Kyra (12) sind zum größten Teil in Heidelberg aufgewachsen und mussten sich erst einmal an die kleinere Stadt Aurich gewöhnen. Mit seiner aus Großefehn stammenden Frau Andrea fühlt er sich in seiner Heimatstadt und in der bezogenen Doppelhaushälfte sehr wohl.

Frank Löning pendelt auch aus beruflichen Gründen täglich von Aurich nach Wiesmoor. Archivfoto: Ortgies
Frank Löning pendelt auch aus beruflichen Gründen täglich von Aurich nach Wiesmoor. Archivfoto: Ortgies

Sportlich hat er bei Germania Wiesmoor eine neue Heimat gefunden. Mit dem Bezirksligisten möchte er sich in den noch ausstehenden vier Partien für die Aufstiegsrunde qualifizieren. „Mein Ziel war es, dass ich die Mannschaft weiterentwickel. Das ist mir glaube ich gut gelungen. Wir sind auch mit den Topteams aus unserer Liga wie Pewsum oder Bunde auf Augenhöhe“, so Löning. In den vier Partien gegen Holtland, Bunde und zweimal Larrelt geht es gegen direkte Konkurrenten. Aktuell würde Wiesmoor nur zwei Zähler mit in die Aufstiegsrunde nehmen.

Löning gelernter Krankenpfleger

Aber nicht nur aus sportlichen Gründen pendelt Frank Löning momentan täglich von Aurich nach Wiesmoor. Er leitet zudem hauptberuflich die Soccerhalle (VfB-Arena), möchte seine Fußballschule wieder ankurbeln und auch andere Events in der Arena durchführen. „In der Pandemie damit anzufangen, war natürlich extrem schwierig. Ich hoffe, dass wir in wenigen Wochen dann richtig damit durchstarten können“, ist Löning zuversichtlich. Er habe aus seiner Sicht nun einen guten Mix gefunden, um weiterhin im Fußball arbeiten zu können. Eine Rückkehr in seinen gelernten Beruf als Krankenpfleger kam nicht in Frage, die Ausbildung war aber hilfreich, als er für einige Zeit ein Testzentrum in der VfB-Arena leitete.

So ist Löning froh, dass er mit seiner Leidenschaft Fußball nach wie vor sein Geld verdienen kann. „Ich habe als Profi ordentlich verdient und hatte fünf richtig gute Jahre. Aber natürlich muss auch ich heute ganz normal arbeiten“, so Löning. Daher habe er auch vollstes Verständnis für seinen Ex-Mitspieler Max Kruse. Der wechselte in der Transferperiode kurzfristig vom Traditionsverein Union Berlin zum VfL Wolfsburg und gab unumwunden zu, dass er dies allein aus finanziellen Gründen mache.

Kruse und Harnik als Babysitter

„Als Profi hat man nur wenige Jahre. Wenn ein Geschäftsführer in der Wirtschaft ein besseres Angebot annimmt, regt sich kaum einer auf“, bemerkt Löning. Zu Kruse hat er in unregelmäßigen Abständen sogar noch Kontakt. „Ab und an schreiben wir uns. Bei Werder II haben wir damals zusammengespielt“, erzählt Löning. Und da half der damals 18-jährige Kruse zusammen mit Martin Harnik bei den Lönings sogar mal als Babysitter aus. „Sie haben ihre Sache gut gemacht“, lächelt Löning.

Max Kruse passte in jungen Jahren mal auf die Tochter von Frank Löning auf.
Max Kruse passte in jungen Jahren mal auf die Tochter von Frank Löning auf.

Auch Löning kann für sich nicht komplett ausschließen, noch einmal eine Aufgabe außerhalb von Ostfriesland anzunehmen. „Ich bin derzeit überhaupt nicht auf der Suche, es passt alles und ich bin in den ganz konkreten Planungen mit Germania Wiesmoor. Daher gehe ich fest davon aus, auch in der kommenden Saison hier zu arbeiten. Aber ausschließen sollte man im Fußballgeschäft nie etwas.“ Der ehemalige Babysitter Max Kruse lässt schön grüßen.

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