Berlin

Nach Meuthen-Rückzug: Die AfD wird weiter ins Abseits rücken

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 28.01.2022 17:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Gescheitert wie Bernd Lucke und Frauke Petry zuvor: Jörg Meuthen kehrt der AfD den Rücken. Foto: afp/ Jens Schlueter
Gescheitert wie Bernd Lucke und Frauke Petry zuvor: Jörg Meuthen kehrt der AfD den Rücken. Foto: afp/ Jens Schlueter
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Wirklich überraschend kommt der Rückzug von Jörg Meuthen nicht. Als Parteichef war der Wirtschaftsprofessor schon ziemlich lange ziemlich isoliert in der AfD. Mit seinen Versuchen, der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland ein bürgerliches Mäntelchen überzustreifen, war er ebenso gescheitert wie zuvor schon Bernd Lucke und Frauke Petry.

Meuthen gab sich gerne als Stimme der Vernunft in dem „gärigen Haufen“, als den Alexander Gauland seine Partei einst bezeichnete. Das hinderte ihn aber nicht daran, auf Parteitagen und im Wahlkampf gegen Andersdenkende, Ausländer und die Regierungsparteien vom Leder zu ziehen, so dass auch die hartgesottensten AfDler ordentlich Beifall klatschten.

Den Kampf gegen den völkischen „Flügel“ um Scharfmacher Björn Höcke nahm Meuthen erst spät auf. Und weil die verbliebenen sogenannten Spitzenkräfte Tino Chrupalla und Alice Weidel Meuthen deswegen als Nestbeschmutzer, wenn nicht als Verräter betrachten und nicht mit den „Flügel“-Leuten brechen wollten, war Meuthens Schicksal besiegelt.

Dass die AfD nach seinem Ausscheiden noch weiter nach rechts rücken wird, ist kaum möglich. Aber es dürfte ihr künftig noch schwerer fallen, nennenswert Wähler im Westen zu finden.

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