Osnabrück
Bachelor Niko guckt Dominiks Staffel – und lacht über RTL-Tricks
Wie wirkt die RTL-Show „Der Bachelor“ auf Leute, die selbst schon mitgemacht haben? Niko Griesert hat sich beim Zugucken gefilmt. Ein Höhepunkt seines YouTube-Kanals.
Selbst ein hochwertiges Unterhaltungsprogramm wie „Der Bachelor“ wird in zwölf Staffeln fad. Noch das poetischste Kompliment („Du hast schöne Augen“) büßt irgendwann an Wirkung ein. Manches erscheint sogar ein bisschen fingiert. RTL weiß um das Problem und arbeitet an der Authentizität: In Endschnitt bleiben jetzt auch mal kleine Bemerkungen drin, die Flirt-Kandidaten nach dem Take ans Filmteam richten.
Der Vorjahres-Bachelor Niko Griesert geht einen großen Schritt weiter. Auf seinem YouTube-Kanal bietet er eine Art „Let’s play“ der Kuppelshow an: Er filmt sich selbst beim „Bachelor“-Gucken. Zu Gast hat die Bachelorette-Boys Tim und Leander. Der Erste wurde bei Gerda Lewis Zweiter, der Zweite gewann das Herz von Melissa Damilia. Hier sitzen also drei erfahrene Männer. Und schon das ist viel besser als der aktuelle Bachelor – der aussieht, als wäre er bis zu seinem ersten Batida noch gestillt worden.
Mit 17 Minuten ist das YouTube-Format nicht nur bündiger als die richtige RTL-Show, sondern auch ehrlicher. Gleich am Anfang gibt Niko zu, dass auch er lieber in Mexiko gedreht hätte. Tim und Leander waren in Griechenland; auch sie sind unzufrieden. („Billo-Variante.“) Später findet Niko allerdings wieder Trost – als er den neuen Bachelor in Mexiko hemmungslos schwitzen sieht.
Apropos: Wer den Bachelor immer schon ölig fand, bekommt Recht. Leander berichtet: Der erste Kandidat seiner Staffel stand beim Warten auf die erste Rose volle sechs Stunden in der Sonne. So lang dauert es offenbar, bis alle Kandidaten sich der Bachelorette endlich vorgestellt haben. Leander: „Er ist total eingegangen.“ Niko: „Da schwitzt du dich doch tot.“ Der Osnabrücker weiß, wovon er spricht: Er selbst hat sogar beim winterlichen Deutschlanddreh gelitten, schon wegen der Technik, die man am Set mit sich rumschleppt. Seinen Bauchgürtel, sagt er, hat er damals „Schwitzegürtel“ genannt. Hmmm, sexy! Man sieht die Kuschel-Dates mit ganz neuen Augen.
Interessant ist auch, was Leander über die Kleiderordnung berichtet. Am ersten Drehtag hatte er demnach „einen eigenen“ Anzug an. Damit er dazu sogar noch ein eigenes Hemd anziehen durfte, habe er regelrecht „fighten“ müssen. (Aus gutem Grund: Die Bluse, in die das Team ihn stecken wollte, hat Leander „nicht gefühlt“.) Haha! Es stimmt also wirklich: Die Bachelor-Stars sind gedungene Anziehpuppen und müssen im Zweifel Sachen tragen, die sie hassen. Das erklärt natürlich, warum Leander später Scheußlichkeiten wie diese am Leib hatte:
Für Heiterkeit sorgen auch vorbereitete Situationen und plumpe Inszenierungstricks der „Bachelor“-Staffel – ganz spontane Abschieds- und Begrüßungsszenen, bei denen am Set vorher alles schon aufgebaut wurde: „Ich liebe die Szenen, wenn man da reingeht – und die Kamera steht da schon“, beömmelt Niko sich über die Bilder seines Nachfolgers. Sollten denn auch seine nicht immer ganz authentisch gewesen sein? Tatsächlich! Über den wunderschönen Topfkuchen-Moment im Heim von Wolfgang Griesert kann Niko heute nur noch lachen.
Im Ganzen sind die Bachelor-Stars als Zuschauer allerdings verblüffend anspruchslos. Leander lobt schon, dass in der Kennenlern-Episode noch keiner ausfallend wird. Die Kandidatinnen finden sie alle gut. Nur Tim – ein ewiger Nörgler, der mit seiner Ignoranz gegenüber dem ganzen Format kokettiert – hat einmal was zu monieren. („Ich sehe Brustimplantat.“) Zustimmend kommentieren Niko, Tim und Leander auch originelle Dialoge: Seine letzte Kandidatin begrüßt der neue Bachelor beispielsweise mit der Formel: „Das Beste kommt zum Schluss.“. Den Satz finden die Reality-Profis so brillant, dass sie ihn für vorbereitet halten.