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Möhren und Zwiebeln schützen einander

Thomas Harms
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Von Thomas Harms
| 30.01.2022 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwiebeln gedeihen im Gemüsebeet gut neben Möhren und umgekehrt, weil sich die Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen schützen. Foto: Pixabay
Zwiebeln gedeihen im Gemüsebeet gut neben Möhren und umgekehrt, weil sich die Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen schützen. Foto: Pixabay
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Gärtnermeister Thomas Harms gibt in seiner Kolumne „GArtentipps“ Hobbygärtnern fachmännische Ratschläge. Heute geht es um die Planung der Gemüsebeete.

Rhauderfehn - Ich schreibe diesen Bericht, als es draußen bei 5 Grad Celsius regnet. Nieselregen, der selbst meinen Hund dazu brachte, seine üblicherweise sehr ausgedehnte Gassirunde auf das Nötigste zu beschränken. Trotzdem läuft die Zeit weiter, das Gartenjahr steht in den Startlöchern, und ich kann als Gemüsegärtner meine Zeit nicht damit verbringen, dem Holz im Ofen beim Verbrennen zuzusehen.

Eine Sache, die jetzt ansteht, wenn man sie nicht längst schon in Angriff genommen hat, ist die Planung der Belegung der Gartenbeete. Sie wissen ja sicher, dass man zum Beispiel Kohlpflanzen im Folgejahr nicht wieder dorthin pflanzt, wo schon Kohl gestanden hat, um dem verstärkten Aufkommen von Krankheiten wie der Kohlhernie vorzubeugen. Außerdem gibt es Pflanzen im Beet, die sich gegenseitig vor Schädlingen schützen, zum Beispiel Möhren und Zwiebeln. Im Internet finden sich sehr brauchbare Listen mit Paarungen, die im Beet funktionieren und jenen, die sich eher gegenseitig behindern. Der Suchbegriff Mischkultur hilft da bestimmt weiter.

Welches Gemüse wann wohin?

Wenn Sie jetzt also ihren Plan erstellt haben, welche Pflanzen Sie in welchen Mengen wann und wo pflanzen möchten (das alleine kann schon sehr kompliziert sein), geht es an die Überlegung, woher die Jungpflanzen kommen sollen. Säe ich selber aus, dann brauche ich gutes Saatgut in entsprechender Menge, ein helles, warmes Gewächshaus oder ein Anzuchtbeet auf der Fensterbank, gute Aussaaterde und den grünen Daumen.

Mit 50-Cent-Saattütchen vom Discounter kann ich nicht erwarten, eine Ernte einzufahren, die all die Arbeit des Sommers belohnt. Auch ein Billig-Sack Erde birgt nicht die Voraussetzungen, die es für kräftige Jungpflanzen braucht. Also, nicht am falschen Ende sparen.

Gerade die ersten Jungpflanzen des Jahres sollte man sich beim Gärtner kaufen, der hat alle Voraussetzungen, die es für perfekte Pflanzen braucht. Wenn das Wetter später im Frühjahr wieder warm und hell ist, dann ist es gar kein Problem, sich seine eigenen Pflänzchen zu kultivieren um die ersten abgeernteten Beete wieder neu zu bepflanzen.

Die Qual der Wahl bei den Sorten

Also, überlegen Sie, ob Sie Saatgut oder Jungpflanzen wollen, welche Sorten Sie bevorzugen. Allein bei Salat hat man die Qual der Wahl zwischen frühen, mittelfrühen und späten Sorten mit unzähligen Blattfarben und Geschmacksrichtungen. Auch bei Zwiebeln und Schalotten gibt es viele Auswahlmöglichkeiten. Hier lohnt es also, etwas ausführlicher durch die Kataloge der Samenhändler zu blättern. Wenn die Witterung es hergibt, dann kann man im Gewächshaus oder im Folientunnel schon mal anfangen, klar Schiff zu machen.

Alte Pflanzen und Pflanzenreste gehören auf den Kompost oder bei bekannten, anhaftenden Krankheiten in die Feuertonne oder in den Müllsack. Gut durchzufegen ist wichtig. Um auch die letzten Sonnenstrahlen noch auszunutzen, ist es genauso wichtig, die Scheiben oder die Folie gründlich zu reinigen. Algenbewuchs und Grünbelag dämpfen den Lichteintritt und verringern die Fotosyntheseleistung und mindern den Ertrag der Pflanzen.

Etwas Öl auf Metallteilen schadet nicht

Genauso wichtig ist es aber auch, Anzuchtgefäße und Blumentöpfe vor der erneuten Benutzung vernünftig zu reinigen, um der Verbreitung von Krankheiten des vorherigen Jahres vorzubeugen. Die Gartengeräte sind ja sicher schon im Dezember geputzt und weggestellt worden. Jetzt wäre Zeit, stumpfe Spatenblätter nachzuschärfen und Holzstiele mit einer Mischung aus Leinöl und Terpentin zu streichen. Etwas Öl auf den Metallteilen der Gartengeräte schadet bestimmt nicht, vor allem wenn man dafür Sägekettenöl benutzt, das biologisch abbaubar ist.

Wenn das Wetter es erlaubt, darf man ohne weiteres auch schon mal die Gartenbeete bearbeiten. Ich habe immer noch die erfrorenen Reste der Sommerblumen auf der Hälfte der Beete in unserem Garten. Diese Biomasse hat das Wachstum von Unkräutern unterdrückt, wird jetzt zusammen mit Kompost, Kalk und Hornspänen vorsichtig eingearbeitet und bietet den perfekten Start für die neue Pflanzengeneration 2022.

Hier können schon bald die ersten Dicken Bohnen ihre neue Heimat finden. Sie sehen: Es ist immer irgendwas zu tun wenn man sich im Sommer und Herbst am Ertrag des Gartens erfreuen möchte.

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