Geschichte
Ein deutliches Signal gegen Hass, Extremismus und Antisemitismus
Schüler des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn haben der Holocaust-Opfer gedacht. Damit setzten sie ein deutliches Signal gegen Hass, Extremismus und Antisemitismus.
Rhauderfehn - Die Schüler des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn haben am Donnerstagvormittag während einer Gedenkveranstaltung auf dem Schulhof mit ihren Lehrern deutlich gemacht, dass sie Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Antisemitismus nicht tolerieren. „Wir bleiben wachsam und dürfen es nie wieder zu Hass und Ausgrenzung kommen lassen“, sagte Schülersprecher Leo Lüken.
Schüler legten einen Kranz nieder
Ehrengast der Gedenkveranstaltung war der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Der gebürtige Rhauderfehner wohnt in Leer. Weinberg ist Namensgeber des Gymnasiums und Ehrenbürger der Gemeinde Rhauderfehn. Der 27. Januar ist ein zentraler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Gemeinsam mit Weinberg und mit weiteren geladenen Gästen gedachten die Schüler der Opfer. Jugendliche eines Seminarfaches hatten für die Veranstaltung einen Kranz gestaltet. Den legten sie direkt bei der Linde, die Weinberg der Schule geschenkt hatte, nieder. „We Remember“ – wir erinnern – stand auf der Schleife eines Gesteckes aus weißen Rosen, das Weinberg mitgebracht hatte.
Zwei Schülerinnen zündeten während der Gedenkveranstaltung sechs Kerzen an, die rund um den Stamm der Linde platziert worden waren. Diese sechs Kerzen stehen symbolisch für die sechs Millionen Juden, die während des Zweiten Weltkrieges durch die Nazis umgebracht worden sind, sagte Ulrike Jansen, Schulleiterin des Gymnasiums. Schülerin Maria Wiltfang trug eindrucksvoll das Lied „Die Moorsoldaten“ vor. Das Lied war 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor geschrieben worden.
Holocaust-Überlebender lobt das Wirken der Schule
„Das Vernichtungslager Auschwitz wurde vor 77 Jahren befreit. In Auschwitz, diesem herausragenden Symbol des menschenverachtenden Völkermords der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, hat auch der Namensgeber unserer Schule, der ehemalige Fehntjer Jung und heutige Ehrenbürger der Gemeinde Rhauderfehn, Albrecht Weinberg, etliche Monate dahinvegetiert – gequält von allzu harter Arbeit, von unerträglichem Hunger und von brutaler Überwachung“, sagte Janßen.
„Ich hoffe, dass ihr das, was ich erleben musste, niemals erleben müsst“, sagte Weinberg in einer kurzen Ansprache in Richtung der Schüler. Der Holocaust-Überlebende dankte den Jugendlichen und den Lehrern. Er sei stolz, dass das Gymnasium seinen Namen tragen würde. „Die Schule macht eine tolle Arbeit und ich fühle mich im Kreise der Schüler immer sehr wohl“, sagte Albrecht Weinberg.
Rhauderfehn: Der Holocaust-Opfer gedacht
Viele besondere Geschenke zum 100. Geburtstag von Weinberg
Festakte zum 100. Geburtstag von Albrecht Weinberg geplant