Wohnen

Neues Baugebiet: Nach langem Warten rücken die Bagger an

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 26.01.2022 19:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So soll es in dem neuen Quartier einmal aussehen. Zunächst werden die farbigen Gebäude im Inneren der Fläche gebaut. Die äußeren, hier weiß abgebildeten Häuser, folgen später. Als erstes fertig wird ein Musterhaus, das ganz rechts zu sehen ist. Die Groninger Straße liegt im Bild oben rechts. Grafik: Terfehr
So soll es in dem neuen Quartier einmal aussehen. Zunächst werden die farbigen Gebäude im Inneren der Fläche gebaut. Die äußeren, hier weiß abgebildeten Häuser, folgen später. Als erstes fertig wird ein Musterhaus, das ganz rechts zu sehen ist. Die Groninger Straße liegt im Bild oben rechts. Grafik: Terfehr
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Lange tat sich auf in dem Baugebiet an der Groninger Straße in Leer wenig. Jetzt soll es aber ziemlich schnell gehen. Auch welches Haus als erstes gebaut wird, steht schon fest.

Leer - „Wenn wir erst mal loslegen, wird es schnell gehen“: Johannes Kirchner, Geschäftsführer des Bauunternehmens und Planungsbüros Terfehr, verbreitete in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagabend Aufbruchstimmung. Im Baugebiet „Westlich der Groninger Straße“ soll es in Kürze auch von außen wahrnehmbar losgehen: „Wir hoffen, dass Ende des ersten Quartals die Bagger in dem Gebiet arbeiten werden.“ Die Erschließungsanlagen, die Regenrückhaltung sowie die Baustraße seien schon fertig. Als erstes werde ein Musterhaus gebaut.

Was und warum

Darum geht es: Wenn es gut läuft, können in anderthalb Jahren die ersten Bewohner ins neue Quartier an der Groninger Straße einziehen.

Vor allem interessant für: alle, die auf der Suche nach einem Haus oder einer günstigen Mietwohnung in Leer sind

Deshalb berichten wir: Im Baugebiet an der Groninger Straße hat sich lange nichts getan.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Weil sich auf der Fläche, auf dem ehemaligen Betriebsgelände der J. Bünting Beteiligungs AG, lange nichts Durchschlagendes getan hatte, waren Stimmen laut geworden, bei dem Vorhaben könnte es größere Probleme geben. „Das ist definitiv nicht so“, sagte dazu Kirchner. Zwar hätten die Corona-Pandemie und auch Lieferschwierigkeiten für eine leichte Verzögerung gesorgt, aber das sei unter diesen Bedingungen ganz normal. „Es sind besondere Zeiten. Wir haben beispielsweise schon heute die Klinker für den gesamten inneren Bereich des Quartiers vorbestellt. Das wäre vor zwei Jahren nicht denkbar gewesen, da hätte man kurzfristig bestellt.“

Noch ist auf dem Gelände Groninger Straße nichts von dem späteren Quartier zu erkennen. Foto: Wolters
Noch ist auf dem Gelände Groninger Straße nichts von dem späteren Quartier zu erkennen. Foto: Wolters

Wenn alles glatt gehe, könnten die ersten Bewohner Mitte 2023 in ihre Häuser einziehen. Auf eine konkrete Aussage, wann das ganze Quartier fertig sein wird, wolle er sich heute nicht festlegen: „Eher in drei als in zehn Jahren, aber auch eher in fünf als in drei Jahren.“

Wie viele Wohneinheiten entstehen?

Insgesamt sollen 120 bis 130 Wohneinheiten entstehen – in Mehrfamilienhäusern, Doppelhäusern und Einfamilienhäusern. Gut ein Drittel der Wohnungen in den Mehrfamilienhäuser direkt an der Groninger Straße – wahrscheinlich gute 20 – sollen gemäß den Förderbedingungen für den sozialen Wohnungsbau in Niedersachsen gebaut werden und damit günstige Mieten gewährleisten. Das ist im Bebauungsplan so festgehalten und werde „selbstverständlich“ so umgesetzt, betont Kirchner.

Optik und Ausstattung

Bei der Gestaltung der Häuser in dem neuen Quartiert habe sich das beauftragte Planungsbüro Eden Architekten an den klassischen Klinkerbauten in Leer orientiert und typische Elemente wie Erker, Gauben, die Betonung der Fenster und die Giebelständigkeit, bei der die Giebelseite des Gebäudes zur Straße zeigt, aufgenommen. „Das Neubaugebiet wird aus einem Guss sein, aber jede einzelne Wohneinheit dabei einzigartig und individuell bleiben“, so Kirchner.

So soll das Musterhaus aussehen, das als erstes fertiggestellt werden soll. Bild: Terfehr
So soll das Musterhaus aussehen, das als erstes fertiggestellt werden soll. Bild: Terfehr

Das Quartier werde keinen Gasanschluss haben „und das ist gut so“, sagte Kirchner. Es entstünden Effizienzhäuser der Stufe 40 plus, die eine Photovoltaik-Anlage, einen Stromspeicher sowie eine Qualitäts-Wärmepumpe haben. Gedämmt würden Dach, Außenhaut und Sohle der Gebäude. Zum Standard dazu gehöre außerdem eine Wallbox zum Aufladen von E-Autos.

Die Vermarktung

Das Interesse an dem Baugebiet sei „riesig“, sagte Kirchner. Mehr als 100 konkrete Anfragen, insbesondere von Familien, seien schon bei ihm eingegangen. Nach welchen Kriterien die Auswahl stattfinden werde, sei noch nicht entschieden. Ein Punktesystem, wie es es für das Baugebiet Bingum II gegeben habe, um vor allem junge Familien aus der Region zum Zuge kommen zu lassen, solle aber nicht zum Einsatz kommen. Auch die Preise habe man mit dem Partner Ostfriesische Volksbank noch nicht festgelegt, so Kirchner. Eine wichtige Rolle kann für die Kalkulation womöglich die plötzliche Einstellung von mehreren Kfw-Förderprogrammen spielen, die Anfang der Woche veröffentlicht wurde. „Das war ein Schock für uns und wir hoffen, dass es eine adäquate Lösung geben wird“, sagte Kirchner im Ausschuss. Der Wegfall dieser Förderung reiße große Löcher in die Finanzierung künftiger Hausbesitzer.

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