Verkehr

28-Millionen-Euro-Vorhaben startet

Hermann-Josef Mammes
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Von Hermann-Josef Mammes
| 26.01.2022 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
•Für Verkehrsteilnehmer aus dem Rheiderland ist die Rheiderlandstraße (K 158) eine wichtige Zufahrtsstrecke nach Papenburg.Archivfoto: Hellmers
•Für Verkehrsteilnehmer aus dem Rheiderland ist die Rheiderlandstraße (K 158) eine wichtige Zufahrtsstrecke nach Papenburg.Archivfoto: Hellmers
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„Das wird eine große Nummer“, sagte der emsländische Kreisbaudezernent Dirk Kopmeyer. Die Rheiderlandstraße in Papenburg soll in den kommenden drei Jahren verlegt werden. Wie, stellte er jetzt vor.

Papenburg - In den kommenden drei Jahren wird die Rheiderlandstraße (K158) entlang der Meyer-Werft in Papenburg für insgesamt fast 28 Millionen neu gebaut. „Das wird eine ganz große Nummer“, sagte Kreisbaudezernent Dirk Kopmeyer jetzt im Finanzausschuss des Landkreises Emsland in Meppen. Nach seinen Ausführungen habe man inzwischen alle notwendigen Grundstücke erworben. Zudem liege die Baureife für die neue Straße vor. Der Baustart soll noch in diesem Jahr erfolgen. „Wir haben einen rechtssicheren Planfeststellungsbeschluss.“

Von der Meyer-Werft bis in die Innenstadt soll auch die neue Trasse führen.
Von der Meyer-Werft bis in die Innenstadt soll auch die neue Trasse führen.

Dabei hatte der Landkreis Emsland bereits im Mai 2017 erstmals öffentlich die Planungen für das Verlegen der Kreisstraße im Zuge der seit Langem beabsichtigten Hafenerweiterung in Papenburg vorgestellt. Geplant ist, die Rheiderlandstraße (K158), die bislang direkt entlang der großen Schiffsbauhallen verläuft, in südliche Richtung um mehrere Hundert Meter zu verlegen.

Neue Trasse durch Bokel

Die neue Trasse verläuft dann von der Bundesstraße 70 (B70) auf einer Länge von 3,34 Kilometern durch den Ortsteil Bokel bis zur Emsbrücke. Dazu gehört auch der Neubau einer Brücke über die Bahnlinie. Das Gesamtfinanzierungsvolumen ist nach Auskunft des Landkreises Emsland nach wie vor mit 25 Millionen Euro veranschlagt.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss hatte unter anderem ein Landwirt geklagt, dessen Flächen bei der geplanten Verlegung benötigt würden. „Es gibt eine Einigung mit dem Landwirt“, sagte Kopmeyer auf Anfrage der Redaktion. In der Zwischenzeit hat die Meyer-Werft für rund 40 Millionen Euro ein Logistikzentrum südlich der alten Rheiderlandstraße errichtet und eine Parkfläche angelegt. Beides liegt sozusagen jetzt auf der „falschen“ Straßenseite. Der Parkplatz ist über eine provisorische Fußgängerbrücke erreichbar.

Europaweite Ausschreibung nötig

Die Kreisverwaltung hatte zuletzt im vergangenen Frühjahr auf Anfrage unserer Redaktion bekräftigt, dass die Verlegung der K158 nach wie vor notwendig sei, um die weitere Entwicklung des Hafens im sogenannten Bokeler Bogen zu ermöglichen. Die Verlegung war bislang auch damit begründet worden, den Schiffbauern neue Erweiterungsmöglichkeiten zu geben. Wie Kopmeyer sagte, beträgt die Bauzeit für diese große Baumaßnahme rund drei Jahre. Es folge jetzt eine europaweite Ausschreibung. Das Vorhaben soll voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen werden. Bis dahin entstehe auf dem rund drei Kilometer langen Teilstück eine Straße mit einer Breite von acht Metern und ein begleitender Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern.

Zusätzlich zur Straße muss die Emsbrücke der K158 in den kommenden beiden Jahren aufwendig saniert werden. Sie verbindet die beiden Landkreise Emsland und Leer. „Die Kreisgrenze geht mitten durch den Fluss“, so Kopmeyer. Statt eines sehr kostspieligen Neubaus wird eine Sanierung der Emsbrücke jetzt in Angriff genommen. Die Kosten beziffert der Baudezernent auf 2,6 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass die Brücke dann bis 2035 halten wird. Danach muss ein Neubau her“, so Kopmeyer. Die Kosten teilten sich die Landkreise Emsland und Leer. Zudem steuert das Land Niedersachsen 180.000 Euro bei.

Täglich 20.000 Kraftfahrzeuge

Die Rheiderlandstraße erschließt nicht nur das Hafengebiet, sondern ist auch Zubringer zur A31. Für gewöhnlich führt der Schichtwechsel auf der Werft auf der Kreisstraße zu langen Wartezeiten. Die K158 war bereits Ende der 1990er-Jahre verlegt worden, um der Meyer-Werft mehr Platz zu geben.

Der Landkreis geht davon aus, dass auf der neuen Trasse täglich rund 20.000 Kraftfahrzeuge unterwegs sein werden. Dabei wies Kopmeyer die Kreistagspolitiker darauf hin, dass nur der Bau der 3,34 Kilometer langen K158 schon ohne Brückensanierung rund 25 Millionen Euro kosten wird.

Dankbar sei der Landkreis dem Land Niedersachsen, das dieses Großprojekt mit Mitteln aus dem niedersächsischen Gemeindefinanzierungsgesetz (NGVFG) mit 15 Millionen Euro bezuschusst. Jeweils fünf Millionen steuern die Stadt Papenburg und der Landkreis Emsland bei.

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