Werteunion und AfD

Merz ein Ei ins Nest gelegt

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 25.01.2022 16:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Otte könnte für die AfD ins Rennen um Amt des Bundespräsidenten gehen. Foto: Karlheinz Schindler
Otte könnte für die AfD ins Rennen um Amt des Bundespräsidenten gehen. Foto: Karlheinz Schindler
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Die Union hat keinen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Jetzt will die AfD den CDU-Mann Max Otte aufstellen. Es ist auch ein Manöver gegen Friedrich Merz.

Die Aufstellung des Werteunion-Chefs Max Otte für das Amt des Bundespräsidenten durch die AfD ist eine Provokation. Und dass Otte, der (noch) CDU-Mitglied ist, sich geehrt fühlt, ist eine Verhöhnung der Partei, der er sich zumindest qua Parteibuch eigentlich zugehörig fühlt. Man fragt sich, warum er den Verein nicht längst gewechselt hat. Aber dann wäre er für die AfD vermutlich nicht so interessant.

Denn die Partei rechtsaußen nutzt Otte, um dem frisch gewählten Parteichef Friedrich Merz gleich zum Start ein Ei ins Nest zu legen. Die AfD muss mit Merz, der das Profil der CDU schärfen will und jegliche Zusammenarbeit mit den Rechten klar ausschließt, fürchten, an Bedeutung zu verlieren. Mit der Nominierung Ottes fordert sie Merz nun heraus zu zeigen, wie ernst es ihm mit der Abgrenzung ist.

Anders als im Fall Hans-Georg Maaßen ist im Fall Max Otte eine Grenze überschritten, die den Parteiausschluss aus der CDU zwingend erforderlich und wohl auch möglich macht. Weil das so klar auf der Hand liegt, kann es sowohl der AfD als auch Otte mit dem kruden Manöver also nur darum gehen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Nebenbei reibt die AfD der Union damit noch einmal genüsslich unter die Nase, dass sie selbst erneut keinen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin aufgestellt hat.

@ Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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