Berlin

Neustart mit Merz: Wie die CDU sich von Merkel emanzipiert

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 22.01.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
34. Parteitag der CDU Deutschlands im Konrad-Adenauer-Haus Berlin - Friedrich Merz , Parteivorsitzender;34. Parteitag d Foto: Chris Emil Janssen via www.imago-images.de
34. Parteitag der CDU Deutschlands im Konrad-Adenauer-Haus Berlin - Friedrich Merz , Parteivorsitzender;34. Parteitag d Foto: Chris Emil Janssen via www.imago-images.de
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Die CDU wagt den dritten Neustart in drei Jahren, diesmal mit Friedrich Merz. Warum es diesmal klappen kann.

Ein sichtlich berührter Friedrich Merz durfte sich beim digitalen Parteitag der CDU über ein bemerkenswert hohes Ergebnis von fast 95 Prozent der Delegiertenstimmen freuen. Nach der Mitgliederbefragung, die klar zugunsten des 66-jährigen Sauerländers ausging, hätte ein schwaches Ergebnis einen echten Fehlstart bedeutet. Das überragende Votum zeigt aber auch, dass die Partei verstanden hat, dass sie sich ein weiteres Signal der Spaltung bei ihrem dritten Neustart in drei Jahren nicht mehr leisten kann.

Dass Merz tatsächlich auch der richtige Parteichef zur richtigen Zeit sein könnte, hat er in seiner kurzen und klaren Rede gezeigt. Zweimal enttäuschte Merz bei den ersten Anläufen mit überraschend schwachen Bewerbungsreden. Diesmal saß jedes Wort. Hier sprach der selbstbewusste neue Chef einer Oppositionspartei. Mit wenigen Sätzen legte er Schwachstellen von Bundeskanzler Olaf Scholz offen. Das dürfte auch die Bundestagsfraktion ermutigen, aus der Findungsphase herauszukommen und auf Angriff zu schalten.

Auch in der zweiten Reihe der Parteiführung bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Langjährige Wegbegleiter von Angela Merkel wurden mit überaus bescheidenen Ergebnissen gewählt oder konnten sich gar nicht mehr durchsetzen. Die Partei setzt damit das Signal, dass sie sich von der allgegenwärtigen langjährigen Chefin und Bundeskanzlerin endgültig abgenabelt hat. Merz könnte damit gelingen, was weder Armin Laschet noch Annegret Kramp-Karrenbauer gelang. Für einen Neuaufbruch standen beide nie. Das war in den vergangenen drei Jahren das Problem der CDU.

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