Politik

Leeraner Ex-Bürgermeisterin Beatrix Kuhl tritt aus der CDU aus

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 20.01.2022 15:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Wahlabend gratulierte Beatrix Kuhl ihrem Nachfolger Claus-Peter Horst und beendete so das Kapitel Bürgermeisterin. Jetzt hat sie auch das Kapitel CDU für sich beendet. Foto: Ortgies/Archiv
Am Wahlabend gratulierte Beatrix Kuhl ihrem Nachfolger Claus-Peter Horst und beendete so das Kapitel Bürgermeisterin. Jetzt hat sie auch das Kapitel CDU für sich beendet. Foto: Ortgies/Archiv
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Knapp zwei Monate, nachdem sie als Leeraner Bürgermeisterin abgewählt worden ist, ist Beatrix Kuhl aus der CDU ausgetreten. Diesen Schritt kommentierten weder sie noch Amtsträger aus der Partei.

Leer - Die bei der Wahl im September abgewählte Ex-Bürgermeisterin Beatrix Kuhl ist aus der CDU ausgetreten. Das bestätigte Hans-Dieter Akkermann, einer von zwei stellvertretenden Vorsitzenden des Leeraner Stadtverbandes. Kommentieren wollte er Kuhls Schritt ebenso wenig wie die Fraktionsvorsitzende Ursel Nimmrich. Die ehemalige Bürgermeisterin selbst hatte keinen Grund für ihren Austritt angegeben. Anfragen der Redaktion ließ sie bis jetzt unbeantwortet.

Eine gewisse Unzufriedenheit mit ihrer Partei hatte sie aber im Oktober im Interview mit der Redaktion durchklingen lassen. Angesprochen auf Querelen innerhalb der Leeraner CDU sagte sie: „Wenn man aus Reihen der eigenen Partei einen Gegenkandidaten präsentiert bekommt, ist das schon besonders.“

Zwei CDU-Bürgermeisterkandidaten

Hintergrund war, dass der Vorstand unter dem damaligen Vorsitzenden Ulf-Fabian Heinrichsdorff den Parteimitgliedern vorgeschlagen hatte, im Bürgermeisterwahlkampf den unabhängigen Kandidaten und Kreiskämmerer Andre Willems und nicht die Amtsinhaberin aus der eigenen Partei zu unterstützen. Mit Willems sah der Vorstand größere Chancen, den Streit innerhalb des Stadtrats und zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat zu befrieden. Eine Mitgliederversammlung hatte sich später mit knapper Mehrheit für eine Unterstützung von Kuhl ausgesprochen.

Der Bürgermeisterwahl war ein monatelanges Hickhack vorausgegangen, das einen deutlich sichtbaren Riss durch die CDU getrieben hatte, der sich bis heute auswirkt. Kuhl hatte im März 2020, also anderthalb Jahre vor der Wahl angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. Später hatte sie sich dann bereiterklärt, sich doch erneut zur Wahl zu stellen, falls die CDU keinen geeigneten Kandidaten finde. Das sei nicht nötig, sie solle ihren Ruhestand genießen, hörte sie damals aus der Parteispitze.

Zwei Lager in der CDU

Im Dezember 2020 dann machte Kuhl wieder ernst und kündigte innerhalb einer Ratssitzung an, sich doch dem Votum der Wähler zu stellen. Grund: Sie habe den Eindruck, die Politik verweigere ihr die Realisierung von öffentlichkeitswirksamen Projekten, um sie ihrem Nachfolger zuzuschieben. Das wolle sie sich nicht bieten lassen. Gleichzeitig waren die Gespräche des CDU-Vorstands mit Andre Willems weit gediehen, im Februar 2021 präsentierte ihn Heinrichsdorff als Wunschkandidaten der Findungskommission.

In der Leeraner CDU bildeten sich zwei Lager, die nicht gerade zimperlich miteinander umgingen und sich auch bei der Aufstellung der Listen für die Kommunalwahl und später bei der Besetzung der Ausschüsse kräftig beharkten. Seit Beginn der neuen Wahlperiode im November arbeiten beide Gruppen wieder zusammen.

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