Berlin

Luca-App senkt Preise drastisch: So sieht Verzweiflung aus

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 17.01.2022 16:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Luca-App steht in vielen Bundesländern offensichtlich vor dem Aus. Foto: imago images/photothek
Die Luca-App steht in vielen Bundesländern offensichtlich vor dem Aus. Foto: imago images/photothek
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Luca-App im Sonderangebot: Mit einer überraschend hohen Preissenkung will der Hersteller die Bundesländer von Kündigungen abhalten. Doch ein geringer Preis ändert nichts am geringen Nutzen des Systems.

So sieht Verzweiflung aus: Die Luca-Macher halbieren die Preise für ihr System und setzten künftig auf Monats- statt Jahresverträge. Es ist offenbar der letzte Versuch, die auf das Unternehmen zurollende Kündigungswelle der Bundesländer noch irgendwie zu stoppen. Dabei sind nicht die Kosten das eigentliche Problem des Luca-Systems, sondern der geringe Nutzen. 

Luca-App: Versprechen versus Realität

Hätte Luca gehalten, was die Macher versprochen haben und in der Theorie möglich gewesen wäre, hätten alle Länder ihre Verträge ohne zu zögern verlängert. 

Fakt ist jedoch, dass die Gesundheitsämter das Luca-System vielerorts kaum bis gar nicht genutzt haben. Die Gründe dafür sind zweitrangig. Wichtig ist das Ergebnis: Luca hat - entgegen aller Werbeversprechen und PR-Parolen - nicht nennenswert dazu beigetragen, die Gesundheitsämter zu entlasten und Infektionsketten zu durchbrechen. Doch genau dafür hatten die Länder in Summe rund 20 Millionen Euro Steuergelder gezahlt.

Weiterlesen: Luca-App - Diese Länder haben gekündigt oder tendieren dazu

Der Luca-Rabatt als Eingeständnis 

Vor diesem Hintergrund wirkt der plötzliche Rabatt wie ein Eingeständnis des Herstellers, dass das Luca-System die bisherigen Preise nicht rechtfertigt und kaum ein aktueller Vertragspartner bereit ist, diese weiter zu zahlen. Doch ein System, dass seinen eigentlichen Auftrag nicht erfüllt, ist keinen weiteren Euro Steuergeld wert. 

Wie Luca bald Geld verdienen will

Wenn die öffentlichen Gelder nicht mehr sprudeln, müssen andere Einnahmequellen her. Kein Wunder, dass das Unternehmen mit dem großen Datenschatz von Millionen Nutzern ankündigt, Digitalisierungspartner der Gastronomie und Kulturbranche werden zu wollen. 

So eine Änderung des Geschäftsmodells steht jedem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu. Allerdings ist es im Falle Luca genau das, wovor Datenschützer stets gewarnt haben. Nun drohen die im Kampf gegen die Pandemie gesammelte Daten zur Basis für neue Geschäftsfelder zu werden.

Weiterlesen: Luca-App - So löschen Sie Ihre Daten und Ihr Konto vollständig

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