Luca-App
Große Zweifel am Nutzen
Viele Bundesländer wollen die Luca-App nicht weiter nutzen – denn sie ist teuer und wird inzwischen von Gesundheitsämtern kaum noch gebraucht. Aber auch generell ist der Nutzen der App zweifelhaft.
Mit der Luca-App war die Hoffnung auf mehr Freiheit während der Corona-Pandemie verknüpft: Gäste können ihren Besuch im Restaurant per Smartphone registrieren, den Betreibern bleibt Papierkram erspart und die Gesundheitsämter können im Fall eines Kontakts mit einem Infizierten die Menschen kontaktieren, die zur selben Zeit vor Ort waren.
Doch jetzt halbiert der Luca-Anbieter seine Preise, um vielleicht doch noch das eine oder andere der zunehmend am Nutzen der App zweifelnden Bundesländer von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Die Behörden setzen inzwischen jedoch andere Prioritäten, die Kontaktnachverfolgung spielt in der Omikron-Welle kaum noch eine Rolle. Hinzu kommen große Bedenken wegen des Datenschutzes bei Luca sowie die Tatsache, dass auch die Corona-Warn-App des Bundes die Möglichkeit zum Check-in etwa in Restaurants bietet.
Darüber hinaus muss die Frage erlaubt sein, wie zuverlässig das System der Kontaktnachverfolgung per App überhaupt ist? Denn vielerorts klebt in Restaurants nur der QR-Code auf dem Tisch – ob der Gast diesen auch tatsächlich einscannt, wird wohl nur selten kontrolliert. Zudem vergessen viele Gäste, nach dem Restaurantbesuch in der App gleich wieder auszuchecken. Beides verfälscht die Daten, die im Ernstfall dazu dienen sollen, weitere Corona-Infektionen zu verhindern.