Berlin
Zuschauer entsetzt: „Querdenker“ auf „heißem Stuhl“ befragt
Eine Live-Sendung von „Stern TV“ hat für Wirbel gesorgt – und zwar wegen der Gästeliste. Der führende „Querdenker“ Marcus Fuchs war eingeladen.
Am Sonntagabend hat RTL eine „Stern TV“- Spezialausgabe mit Frauke Ludowig und dem Politikchef des Senders Nikolaus Blome gesendet. Es kehrte auch eine altes TV-Format in die Show zurück, nämlich der „heiße Stuhl“. Das Thema war denkbar brisant: Es ging um die Corona-Pandemie.
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Zu Gast waren Stefan Effenberg, Michael Ott, Tübingens Bürgermeister Boris Palmer und „Let's Dance“-Juror Joachim Llambi. Auf dem „heißen Stuhl“ nahm als erster Gast ein führender Kopf der Dresdener „Querdenken“-Bewegung statt. Marcus Fuchs wurde von einigen Gästen der Show befragt. Im Netz sorgte dieses Vorgehen für Empören, denn die Aussagen Fuchs wurden nicht geprüft oder widerlegt. Journalisten waren nicht anwesend. Auf Twitter kritisierten zahlreiche Nutzer genau das:
Die Bundestagsabgeordnete der Grünen Sara Nanni übte ebenfalls Kritik:
Marcus Fuchs behauptete zum Beispiel, dass Ungeimpfte besser gegen die Omikron-Variante geschützt seien. Stern TV klärte auf, dass diese Behauptung falsch ist. Allerdings erst nach der Sendung und auf Twitter:
RTL klärt Unwahrheiten erst nach der Sendung auf
Auf der Plattform lobten auch einige Nutzer die Sendung, es sei „demokratisch“ auch einen „Querdenker“ zu Wort kommen zu lassen.
„Stern TV“ verwies darauf, Lob und Kritik an RTL gerichtet werden sollte. „Die Sendung wird nicht wie sonst von i&u TV produziert. Die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Auswahl der Themen und Gäste verantwortet die Redaktion von RTL, die heute als Gast aus unserem Studio sendet“.
Das Format „heißer Stuhl“ stammt aus den 1990er Jahren. In der Regel stellt ein Moderator eine Person kurz vor, bevor sie Platz nimmt. Der Gast wird dann mit seinen meist provokanten Themen von den anderen Gästen ins Kreuzverhör genommen.