Gewalt
Weener: Kita-Mitarbeiter nach Zwischenfällen versetzt
Weil er Gewalt in „leichter Form“ gegenüber Kindern anwandte, will die Lebenshilfe Leer gegen den Mann arbeitsrechtlich vorgehen. Eltern zeigten ihn an. Schon vorher hatte ein Junge vor ihm Angst.
Weener - Ein Mitarbeiter der Filius-Kindertagesstätte (Kita) in Weener hat Gewalt gegen Krippenkinder ausgeübt. Diesen schweren Vorwurf bestätigte die Lebenshilfe jetzt auf Anfrage. „In zwei Fällen ist es zu körperlicher Gewalt in leichterer Form gekommen. Der Mitarbeiter wurde mit sofortiger Wirkung versetzt und wird in keiner der Einrichtungen des Kinder- und Jugendbereichs der Lebenshilfe mehr arbeiten. Weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen werden derzeit geprüft.“
Angst ums Enkelkind
Eine Leserin, deren Name der Redaktion bekannt ist, hatte sich aus Sorge um ihr Enkelkind die Zeitung gewandt und die Vorfälle somit öffentlich gemacht. Nach mehreren Zwischenfällen wurden die Eltern und Großeltern immer skeptischer. Das Kind zeigte sich sehr ängstlich, wenn es den besagten Mitarbeiter sah und klammerte sich an seine Eltern. Der kleine Junge wollte nicht mehr in die Kita gehen, wenn der Mitarbeiter anwesend war. „Ich will nicht, dass so etwas auch anderen Kindern passiert“, sagte die besorgte Oma. Die Eltern haben bereits eine Anzeige bei der Polizei gegen den Mann gestellt.
Vorfälle dokumentiert
Zum Jahreswechsel war es in zwei Fällen zu einer unangemessenen Verhaltensweise des Mitarbeiters mit kindesschutzrechtlicher Relevanz gekommen, gibt die Lebenshilfe zu. Kollegen hatten diese Vorfälle beobachtet, dokumentiert und unverzüglich gemeldet.
„Nie wieder bei uns arbeiten“
Die Lebenshilfe reagierte auf die Vorfälle. „Bei diesem sensiblen Thema ist Transparenz für uns sehr wichtig. Wir bedauern die dokumentierten Vorfälle außerordentlich und haben eine sofortige Versetzung außerhalb unseres Kinder- und Jugendbereiches veranlasst“, sagt Bereichsleiter Heiko Höfelmann und bekräftigt: „Die betreffende Person wird nie wieder im Kinder- und Jugendbereich unserer Einrichtung arbeiten. Ohnehin handelte es sich bei der Person um einen Springer, die nur kurzzeitig an verschiedenen Standorten eingesetzt war.“
Noch am gleichen Tag wurden die Eltern der betroffenen Kinder in persönlichen Gesprächen informiert und das interne Vorgehen erörtert. Eine Mutter, deren Kind unmittelbar betroffen war, lobte die Vorgehensweise der Lebenshilfe während dieser Gespräche ausdrücklich als „transparent und konsequent“, heißt es in einer Presseerklärung. Die Leitung der Lebenshilfe Leer entschuldigte sich bei den Kindern und Eltern in aller Form für das Fehlverhalten.
Alle wurden informiert
Am gleichen Tag wurde von der Lebenshilfe mit der Auftraggeberin vor Ort, der Stadt Weener, Kontakt aufgenommen und zusätzlich das Jugendamt informiert. „In diesen Tagen wird das Landesjugendamt mit seiner Außenstelle in Oldenburg außerdem einen ausführlichen Bericht von uns erhalten. Wir werden zudem arbeitsrechtlich handeln“, betonte Bereichsleiter Höfelmann.
Da das Wohl aller Klienten, egal ob es sich um Beschäftigte, Bewohner, Schüler oder Kinder handelt, immer oberste Priorität hat, „wird die Lebenshilfe weiterhin konsequent ihre hohen Standards in der Gewaltprävention und der Qualitätssicherung umsetzen“, heißt es abschließend in der Stellungnahme.