Schwerin

Peta-Anzeige gegen Heinz Galling: Jetzt spricht der NDR-Moderator

Sebastian Lohse
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Von Sebastian Lohse
| 12.01.2022 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Angel-Experte und „Rute raus, der Spaß beginnt!“-Moderator Heinz Galling wehrt sich gegen die Tierquälereivorwürfe von Peta. Foto: Udo Rahn/SHZ/Archiv
Der Angel-Experte und „Rute raus, der Spaß beginnt!“-Moderator Heinz Galling wehrt sich gegen die Tierquälereivorwürfe von Peta. Foto: Udo Rahn/SHZ/Archiv
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Nach Ansicht der Tierrechtsorganisation Peta hat Heinz Galling einen Fisch gequält. Jetzt meldet sich erstmals der NDR-Moderator zu Wort – auch im Namen aller Angler im Land.

Lebend aufgespießt und ausgeworfen? Die Tierrechtsorganisation Peta hatte den NDR-Moderator Heinz Galling Ende November angezeigt, da er gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben soll. Der Vorwurf: Der Angel-Profi habe einen lebenden Fisch vor laufender Kamera als Köder benutzt. 

Anfang Dezember leitete die Staatsanwaltschaft Schwerin daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein. Knapp einen Monat später äußert sich Heinz Galling gegenüber unserer Redaktion zu dem Fall.

Der Fisch sei vorschriftsmäßig getötet worden

Ein Zuschauer der beliebten NDR-Angelsendung „Rute raus, der Spaß beginnt!“ hatte Peta auf den Vorfall hingewiesen. Als der Moderator Heinz Galling eine Rotfeder auf den Haken spießt, zappelt sie kurz in seiner Hand. Während der Anfang 60-Jährige von einem „toten Köderfisch“ spricht, glaubt die Organisation, dass der Fisch noch lebte.

„Ich kann dazu nur sagen, dass der Fisch in der angesprochenen Szene definitiv tot war“, erklärt Heinz Galling gegenüber unserer Zeitung. Bereits vor laufender Kamera wies er darauf hin, dass es nicht mehr erlaubt sei, Lebendköder einzusetzen. „Wir haben ihn vorschriftsmäßig getötet“, sagt der Moderator.

In allen Sendungen der seit 2011 produzierten Reihe „Rute raus, der Spaß beginnt!“ würden die Macher darauf hinweisen, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. „Und dass wir uns artgerecht verhalten. Wir würden niemals einen lebenden Köderfisch nehmen“, so Heinz Galling. Zudem sei in der betroffenen Folge mit Matthias Emmrich der Verbandsbiologe des Anglerverbands Niedersachsen die ganze Zeit dabei gewesen.

Horst Hennings als Experte mit im Boot

Um die Popularität der einzigen Sendung im deutschen Fernsehen, die regelmäßig über das Angeln berichtet, weiß auch dessen Erfinder Heinz Galling: „Uns ist dabei bewusst, dass wir gerade in der heutigen Zeit mit Argusaugen von Tierschützern beobachtet werden. Daher achten wir umso mehr darauf, dass wir alles richtig machen.“

Dabei wird auch auf die Erfahrung des in der deutschen Angelszene bekannten Horst Hennings zurückgegriffen. Er sitzt seit 2012 sozusagen mit Heinz Galling im selben Boot und ist seitdem ein fester Bestandteil des Formats. Laut Galling gäbe es kaum einen anderen, der sich so gut mit dem Angeln auskennt. „Das ist mein Experte, der mir zur Seite steht. Einen besseren kann ich mir nicht vorstellen.“

Peta geht regelmäßig gegen Angler vor

Von einem Ermittlungsverfahren wisse er bis heute nichts, so Heinz Galling. „Ich weiß nur aus der Presse davon. Mit mir hat keiner gesprochen.“ Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin bestätigte auf Anfrage, dass das Verfahren noch laufe. Bis zu dessen Abschluss werde es aber wohl noch etwas dauern.

Die Tierrechtsorganisation Peta geht regelmäßig gegen Angler vor. „Angeln ist immer Tierquälerei!“, erklärt Dr. Edmund Haferbeck. Der ehemalige Umweltdezernent der Stadt Schwerin und jahrelange Kommunalpolitiker der Grünen arbeitet seit 2004 für die Tierrechtler im Bereich Special Projects. „Was die etwa sechs Millionen Angler in Deutschland mit diesen Tieren veranstalten - und zwar fast ausschließlich aus sportlichen, Wettkampf- und Freizeitgründen -, ist verwerflich.“

Angeln und Naturschutz gehören zusammen

Heinz Galling sieht die Peta-Anzeige als ein Vorgehen gegen die gesamte Anglerschaft. Allein der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern zählt 45.000 Petrijünger in 600 Vereinen zu seinen Mitgliedern. „Ich sehe das alles gar nicht als einen Angriff gegen mich persönlich, sondern als einen Angriff gegen die Angler insgesamt. Und dagegen wehre ich mich. Sie leisten auch immer ihren Beitrag zum Naturschutz“, erklärt der Schweriner und weist auf die Aktion am Jasmunder Bodden diesen Montag hin, bei der etwa zehn Tonnen verendeter Fische eingesammelt wurden.

Auch das sei eine Aufgabe der Anglerschaft. Heinz Galling selbst ist unter anderem Mitglied im Verein Salmoniden- und Gewässerschutz Mecklenburg-Vorpommern und kartiert Laichgruben der Meerforellen in der Göwe. Aktuell produziert er mit seinem Team die zwölfte Staffel von „Rute raus, der Spaß beginnt!“.

Weiterlesen: So reagieren Angler auf die Anzeige gegen den NDR-Moderator

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