Handball

Nach Todesfall spendete das Garreler Team viel Trost

Maren Stritzke
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Von Maren Stritzke
| 12.01.2022 13:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Lisa Noack (am Ball) erzielte in ihren bisherigen elf Saisonspielen schon 64 Feldtore für den BV Garrel. Foto: Robert Gertzen
Lisa Noack (am Ball) erzielte in ihren bisherigen elf Saisonspielen schon 64 Feldtore für den BV Garrel. Foto: Robert Gertzen
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Die Ihrhoverin Lisa Noack geht für den Drittligisten BV Garrel auf Torejagd. Der Zusammenhalt im Team ist riesig – das zeigte sich auch nach einem Schicksalsschlag.

Garrel - Der aktuelle Tabellenplatz könnte die Handballerinnen des BV Garrel durchaus vom Zweitliga-Aufstieg träumen lassen. Doch solche Gedankenspiele seien im Drittliga-Team, das auf dem zweiten Rang überwintert, momentan kein Thema. „Am Saisonende wollen wir den direkten Klassenerhalt schaffen“, sagt die aus Ihrhove stammende Lisa Noack, die nach einer kurzen Zwischenstation bei den Sportfreunden Niedersachsen (SFN) Vechta zurück in Garrel ist.

Lisa Noack spielte in ihrer Jugend für Concordia Ihrhove und den SC Ihrhove 07. Foto: Robert Gertzen
Lisa Noack spielte in ihrer Jugend für Concordia Ihrhove und den SC Ihrhove 07. Foto: Robert Gertzen

„Ich habe dort ein Super-Team. Alles ist sehr familiär und freundschaftlich“, sagt die 20-Jährige, die mittlerweile in Garrel wohnt. Wie stark der Zusammenhalt in dem Team ist, zeigte sich auch im November, als Lisa Noacks Vater verstarb. Ein Großteil des Garreler Teams war bei der Beerdigung am 16. November mit dabei und spendete der Familie Trost. „Das hat mir unheimlich viel Kraft gegeben“, sagt Lisa Noack. „Es hat mir auch die Rückkehr ins Training einfacher gemacht.“

Lisa Noack hatte maßgeblich Anteil am Garreler Drittliga-Aufstieg

Der Sport hat ihr in der schweren Zeit den nötigen Halt gegeben. „In der Halle konnte ich für einen Moment auf andere Gedanken kommen“, sagt sie. Noack ist in der Sporthalle groß geworden. In ihrer Jugend spielte sie rund neun Jahre lang für Concordia Ihrhove, wechselte dann zum SC Ihrhove 07. In der Saison 2016/2017 erhielt sie ein Zweitspielrecht und ging fortan für den BV Garrel auf Torejagd. 2020 hatte sie maßgeblich Anteil am Drittliga-Aufstieg des Garreler Teams. Mit 121 Treffern in 16 Partien war die Linkshänderin zweitbeste Torschützin ihrer Mannschaft. In der Oberliga-Torschützenliste belegte sie Rang acht.

Statt mit den Garreler Frauen ins Drittliga-Abenteuer zu starten, wechselte Noack zum Ligakonkurrenten SFN Vechta. „Der Verein hatte mich zuvor schon dreimal angefragt. Ich wollte auch noch einmal woanders spielen, also entschied ich mich für den Wechsel“, erklärt die 20-Jährige, deren sportliche Pläne letztlich von der Corona-Pandemie durchkreuzt wurden. Die Saison wurde vorzeitig abgebrochen. Auch aus dem vorgesehenen Studienplatz wurde nichts. „Irgendwie hat es in Vechta nicht gepasst“, sagt sie. Anfang Februar vermeldete der BV Garrel ihre Rückkehr. „Lisa, wir sind unendlich froh, dass du wieder da bist!“, hieß es in einem Facebook-Beitrag.

In Garrel wohnt Lisa Noack mit ihrem Freund zusammen. Nur einen Kilometer ist die Sporthalle des BVN entfernt und auch zu ihrer Arbeit hat sie es nicht weit. In Friesoythe absolviert sie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. In einigen Tagen geht die Drittliga-Saison weiter. „Wir hoffen, dass wir trotz der Corona-Pandemie wie geplant weiterspielen können – wenn auch vielleicht ohne Zuschauer“, sagt Noack. Ihr Team ist am Sonntag, 23. Januar, gefordert: Es steht das Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Buxtehuder SV II an. Dann sollen wieder Punkte gesammelt werden – in erster Linie für den Klassenerhalt.

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