Selbstversuch

Das Ziel ist: Pro Jahr höchstens ein gelber Sack

Christine Schneider-Berents
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Von Christine Schneider-Berents
| 13.01.2022 12:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wer auf Zahnpasta in der Tube verzichten möchte, kann Zahnputz-Taps nutzen. Foto: Ortgies
Wer auf Zahnpasta in der Tube verzichten möchte, kann Zahnputz-Taps nutzen. Foto: Ortgies
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Bei allem guten Willen: Ein plastikfreier Einkauf ist nicht leicht umzusetzen. Der Selbstversuch, auf Waren in Kunststoff verpackt zu verzichten, gelingt meistens, scheitert jedoch an drei Produkten.

Ostrhauderfehn - Es schützt die Produkte beim Transport, hat ein geringeres Gewicht als Glas, verlängert die Haltbarkeit von Lebensmitteln: Kunststoff. Das moderne Verpackungsmaterial jedoch ist ein Problem. Was davon nicht wieder verwertet wird, landet auf den Deponien oder in den Ozeanen.

Also stellte ich mir die Frage, wie sich in unserem privaten Haushalt der anfallende Kunststoffabfall verringern oder sogar ganz vermeiden lässt? Der zunächst für eine Woche angedachte Selbstversuch ist mittlerweile Routine. Die gleich zu Beginn gewonnene Erkenntnis, von Gewohnheiten Abschied nehmen und umdenken zu müssen, ist einfach umzusetzen – bis auf drei Ausnahmen:

Alternative gesucht

Die Lieblingsteesorte gibt es nur in Kunststoff verpackt. Weil ich dafür noch keinen Ersatz gefunden habe, kaufe ich sie weiterhin. Gleiches gilt für Zahnpasta in der Tube. Die Zahnputz-Taps aus dem Glas riechen zwar gut nach Minze und Zitrone, ein richtiger Ersatz für die Zahnhygiene sind sie für mich nicht. Auch die Deo-Creme überzeugt nicht. Sie ist deshalb keine Alternative zum Deo-Roller.

In einigen Fleischereien und an den Wursttheken in manchen Supermärkten kann man Aufschnitt und Käse in mitgebrachte Behältnisse legen lassen. Foto: Ortgies
In einigen Fleischereien und an den Wursttheken in manchen Supermärkten kann man Aufschnitt und Käse in mitgebrachte Behältnisse legen lassen. Foto: Ortgies

Alles andere bereitet keine Schwierigkeiten: Obst und Gemüse gibt es frisch und unverpackt in Bioläden, in Supermärkten und auf den Wochenmärkten oder gefroren in Verpackungen aus Pappe in den Tiefkühltruhen. Marmeladen und andere Brotaufstriche, Milch, Yoghurt, Sahne, Öl und Essig sind in Gläsern und Flaschen erhältlich. Aufschnitt und Käse kaufe ich in einer Fleischerei meines Vertrauens. Dabei handelt es sich um einen alteingesessenen Handwerksbetrieb mit Wurstprodukten aus eigener Herstellung.

Ein Ziel gesetzt

Was es bei uns im Dorf nicht zu kaufen gibt, sind unverpackte Nudeln und Reis. Dafür müsste ich nach Leer fahren, wo diese Lebensmittel in einem Unverpackt-Laden in der Altstadt und in mehreren Lebensmittelgeschäften erhältlich sind. Ich würde dafür nicht extra in die Stadt fahren. Da ich jedoch ohnehin in Logabirum arbeite, könnte ich auch diese Waren einkaufen.

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Gelöst ist sogar mein Problem mit den Keksen. Darauf würde ich – genauso wenig wie auf meinen Lieblingstee – nur ungern verzichten. Weil das Gebäck jedoch ausnahmslos in Folie verpackt angeboten wird, backe ich es nun selbst. In Blechdosen gelagert, hält es sich lange. Mein Fazit nach dem Selbstversuch: Es ist möglich, den Plastikmüll im Haushalt zu reduzieren. Mein Ziel ist es, am Ende des Jahres dafür höchstens nur noch einen gelben Sack verbraucht zu haben.

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