Politik
Betriebsrat und Kandidatur: Nico Bloem will in den Landtag
Der Betriebsratsvorsitzende der Papenburger Meyer-Werft, Nico Bloem, möchte für den Landtag kandidieren. Wie sehen die Pläne dafür aus, wie reagiert die Belegschaft der Werft?
Weener/Leer/Papenburg - Erst wurde es angenommen, jetzt hat er es bestätigt: Nico Bloem wurde parteiintern hoch gehandelt als möglicher Nachfolger im Wahlkreis 84 Leer/Borkum für Johanne Modder (Bunde), die jüngst ihren Rückzug angekündigt hatte. Am Freitag teilte Bloem, der Betriebsratsvorsitzende der Papenburger Meyer-Werft, mit, dass er für den Landtag kandidieren wollen würde. „Nachdem Johanne Modder überraschend mitteilte, dass sie nicht wieder antreten würde, wurde ich von vielen Seiten gefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte“, sagt Bloem.
Er habe überlegt, Gespräche geführt und sich entschlossen, für eine mögliche Kandidatur zu Verfügung zu stehen. Wichtig: „Zuallererst sollten es meine Kolleginnen und Kollegen erfahren, bevor ich mich öffentlich dazu äußere“, so Bloem. Das tat er mit einem Schreiben, das in der Belegschaft der Meyer-Werft verteilt wurde. Sein Ziel sei es, sich bei einer möglichen Kandidatur, auf politischer Landesebene, für die Stammbelegschaft der Werft, aber auch alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen.
Bloem will auch bei Betriebsratswahlen kandidieren
Trotz der möglichen Landtagskandidatur wolle er im März zu den Betriebsratswahlen antreten. „Zunächst müsste ich von der SPD offiziell als Kandidat nominiert werden. Dann ist die Frage, wie viele weitere Kandidaten es gibt und dann gibt es nicht zuletzt noch eine Wahl“, sagt er. So lange stehe ohnehin noch nichts fest. Sich für die Werftarbeiterinnen und -arbeiter einzusetzen stehe weiterhin im Mittelpunkt. Wird das nicht zu viel? „Es gibt auch ein tolles Team im Betriebsrat. Da bin ich zuversichtlich.“ Trotzdem habe es unter den Kolleginnen und Kollegen neben Zuspruch auch Verunsicherung gegeben. „Ich werde weiter das Gespräch suchen“, sagt Bloem.
Bereits Erfahrung in der Landespolitik hat Sascha Laaken. Seit Anfang November sitzt der Ostrhauderfehner Sozialdemokrat bereits im niedersächsischen Landtag. Er rückte nach und vertritt noch bis zur Landtagswahl im Oktober den Wahlkreis 83 (Leer), dem anderen Wahlkreis im Landkreis Leer. Auch darüber hinaus möchte Laaken dem Parlament angehören. Das bestätigte er am Freitag gegenüber dieser Zeitung.
Voraussetzung ist für Laaken, dass die Partei ihn auch unterstützt
„Ich würde mich wieder aufstellen lassen“, sagte Laaken. Voraussetzung sei allerdings, dass die Partei ihn auch unterstütze. „Ich möchte die Genossen mitnehmen“, betont der Ostrhauderfehner. Die Leeraner Sozialdemokraten stellen voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals ihre Landtagskandidaten auf. Laaken würde dann wie schon 2013 und 2017 gegen Ulf Thiele (Stallbrüggerfeld) antreten.
Auch der stellvertretende CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende will es noch einmal wissen. Seine Chancen auf die Kandidatur im Wahlkreis 83 stehen gut, denn während Thiele dort bislang der einzige Bewerber innerhalb der CDU ist, haben im Wahlkreis 84 (Borkum, Bunde, Jemgum, Moormerland, Weener, Westoverledingen) drei Frauen ihr Interesse bekundet. Mit der Kreisvorsitzenden Melanie Nonte (Hesel), der nachgerückten Landtagsabgeordneten Tatjana Maier-Keil (Rhauderfehn) und der Westoverledinger Gemeindeverbandsvorsitzenden Silke Kuhlemann gibt es drei Bewerberinnen. Der CDU-Kreisverband Leer hatte mögliche Kandidatinnen und Kandidaten aus den Reihen ihrer Mitglieder gebeten, bis Weihnachten ihr Interesse für eine Bewerbung mitzuteilen.
CDU entscheidet am 14. Januar und 19. Februar
Die drei Kandidatinnen werden sich in den kommenden Wochen digital den Mitgliedern der wahlberechtigten Gemeinde- und Stadtverbände im Wahlkreis 84 vorstellen. Die Mitglieder der CDU im Wahlkreis 84 werden voraussichtlich am 19. Februar entscheiden, welche Kandidatin sich für die CDU für ein Landtagsmandat bewerben soll. Die Aufstellungsversammlung für den Wahlkreis 83 soll am 14. Januar hybrid stattfinden.