Laufsport

Schmerzfreie Niederlage für 3000 Ostfriesen

Georg Lilienthal
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Von Georg Lilienthal
| 10.01.2022 14:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Heiligabend war auch der Weihnachtsmann in Laufschuhen unterwegs. Der Wiesmoorer Jens Schoone freute sich über viele winkende Autofahrer und grüßende Fußgänger.
Heiligabend war auch der Weihnachtsmann in Laufschuhen unterwegs. Der Wiesmoorer Jens Schoone freute sich über viele winkende Autofahrer und grüßende Fußgänger.
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Diesmal machen deutlich weniger Ostfriesen beim Laufduell mit den Schwaben mit als vor einem Jahr. Organisator Edzard Wirtjes kennt die Gründe für die Zurückhaltung.

Ostfriesland - Am Nordseedeich, im Wald oder im Hammrich – überall trugen ostfriesische Sportler in den vergangenen drei Wochen ihre Startnummern und sammelten flotten Schrittes oder in Jogging-Manier Kilometer für ihr „Heimatland“. Doch nach dem grandiosen Sieg des kleinen Ostfriesenvolkes (465.000 Einwohner) vor einem Jahr im virtuellen Lauf-Wettkampf mit den Schwaben (1,9 Millionen Einwohner) hat es diesmal für die Nordlichter nicht ganz gereicht. Das Gesamtresultat der knapp 3000 Ostfriesen betrug stolze 222.937 Kilometer. Die Schwaben brachten es auf 310.990 Kilometer.

Bei häufig frostigen Temperaturen ging Lydia Scheichl aus Wels in Oberösterreich für die Ostfriesen auf die Strecke. Die 52-Jährige spulte in den drei Wochen 502 Kilometer ab – zumeist in Begleitung von Hündin Lilo. Sie war damit die fleißigste Läuferin des Ostfriesen-Teams. Fotos: Privat
Bei häufig frostigen Temperaturen ging Lydia Scheichl aus Wels in Oberösterreich für die Ostfriesen auf die Strecke. Die 52-Jährige spulte in den drei Wochen 502 Kilometer ab – zumeist in Begleitung von Hündin Lilo. Sie war damit die fleißigste Läuferin des Ostfriesen-Teams. Fotos: Privat

Ostfriesen-Teamchef Edzard Wirtjes hatte eine lapidare Begründung für den Erfolg des Gegners. „Die Schwaben wollten nicht noch einmal solch eine Schmach erleiden“, sagte er mit einem Lächeln. „Jetzt steht es 1:1. Im nächsten Jahr gibt es wieder eine Revanche.“

An Andreas Limberg aus Ostersander hat die Niederlage der Ostfriesen nicht gelegen. In drei Wochen brachte er es auf 733 Kilometer. Damit war er die Nummer eins in der Mannschaft der Ostfriesen.
An Andreas Limberg aus Ostersander hat die Niederlage der Ostfriesen nicht gelegen. In drei Wochen brachte er es auf 733 Kilometer. Damit war er die Nummer eins in der Mannschaft der Ostfriesen.

Wirtjes verwies darauf, dass die Schwaben nach der Vorjahresniederlage diesmal ihre Läufer viel stärker mobilisiert hätten. „Aber unsere Leute sind auch ein wenig gesättigt.“

2000 weniger als vor einem Jahr

Wirtjes und sein Team boten schließlich über das gesamte Coronajahr 2021 hinweg verschiedene virtuelle Läufe an. Das Programm reichte vom Schwaben-Duell über den Ossiloop und den Wettbewerb der Landkreise bis hin zu verschiedensten Spendenläufen aller Art. „Da setzt dann irgendwann eine gewisse Müdigkeit ein.“

Auch Marco Meinicke war im Laufschritt für das Ostfriesen-Team im Einsatz. Er sammelte seine Kilometer rund ums Ottermeer.
Auch Marco Meinicke war im Laufschritt für das Ostfriesen-Team im Einsatz. Er sammelte seine Kilometer rund ums Ottermeer.

So machten sich vor einem Jahr beim Duell gegen die Schwaben 4800 Ostfriesen auf den Lauf- oder Spazierweg. Diesmal waren es fast 2000 Sportler weniger. Das könnte nach Einschätzung des Leeraner Organisators auch an den veränderten Corona-Maßnahmen gelegen haben. „Vor einem Jahr herrschte ein strenger Lockdown.“ Da waren die Menschen offenbar heilfroh über jede Abwechslung. „Das war diesmal anders“, sagt Wirtjes. „Viele sind sogar in den Urlaub gefahren.“

Für die Emder BBS I gingen Lehrkräfte und Schüler an den Start. Das Fotlo zeigt (oben von links): Dr. Margareta Nolte, Kerstin Löffler mit Sohn Philipp, Udo und Tanja Peters. Mitte (von links): Waltraud Kiepe und Helmut van Züren, Hero Georg Boomgaarden, Gabriele Harff-König mit Hund Jack, Sandra Lücht. Unten (von links): Rudolf Aelker, Sabine Eilert, Gabriela Ochoa-Frenz, Nicole und Jens Wiese.
Für die Emder BBS I gingen Lehrkräfte und Schüler an den Start. Das Fotlo zeigt (oben von links): Dr. Margareta Nolte, Kerstin Löffler mit Sohn Philipp, Udo und Tanja Peters. Mitte (von links): Waltraud Kiepe und Helmut van Züren, Hero Georg Boomgaarden, Gabriele Harff-König mit Hund Jack, Sandra Lücht. Unten (von links): Rudolf Aelker, Sabine Eilert, Gabriela Ochoa-Frenz, Nicole und Jens Wiese.

So sprang nun eine virtuelle Niederlage der Ostfriesen heraus, die niemanden schmerzt. Denn alle, die sich beteiligten, waren mit Begeisterung bei der Sache. „Und fast 3000 Teilnehmer sind auch noch eine Menge“, sagt Wirtjes. „Es ist und bleibt ein Format, das die Leute anspricht.“

Wirtjes gewinnt Teamchefduell

Deshalb wird Wirtjes mit dem Schwaben-Teamchef Markus Ebner, der alljährlich den Ulmer Einstein-Marathon organisiert, vermutlich schon in Kürze eine Neuauflage für den kommenden Jahreswechsel vereinbaren.

Hinrika Braams aus Utgast lief nicht nur fürs Team, sondern auch für die eigene Gesundheit während ihrer Krebstherapie.
Hinrika Braams aus Utgast lief nicht nur fürs Team, sondern auch für die eigene Gesundheit während ihrer Krebstherapie.

Der Leeraner Ossiloop-Organisator darf sich immerhin freuen, das Teamchefduell haushoch für sich entschieden zu haben. Wirtjes lief 309 Kilometer. Ebner kam lediglich auf 26.

„Wir sind trotz der Niederlage zufrieden“, resümiert Wirtjes und freut sich über ein anderes Resultat. Der Lauf war mit einer Spendenaktion für die Initiative Wohnungslose verbunden. Dabei kamen 11.000 Euro zusammen.

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