Politik

Meyer-Betriebsratschef will starke Stimme für Region sein

Kai-Uwe Hanken
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Von Kai-Uwe Hanken
| 08.01.2022 14:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nico Bloem ist Betriebsratschef der Meyer-Werft und will in Landtag. Foto: Ortgies
Nico Bloem ist Betriebsratschef der Meyer-Werft und will in Landtag. Foto: Ortgies
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Meyer-Betriebsratschef Nico Bloem will für den Landtag kandidieren. Aber das ist nicht der einzige Posten, auf den er sich bewerben möchte.

Oberledingerland/Weener - Nico Bloem will es machen und seine Parteikollegin Johanne Modder aus Bunde im Niedersächsischen Landtag „beerben“. Der Möhlenwarfer hat seine Kandidaturabsichten am Freitag in einem Brief an die Belegschaft der Meyer-Werft mitgeteilt. „Mir war wichtig, dass meine Kolleginnen und Kollegen als erstes von meinen Plänen erfahren“, sagte der 27-jährige Sozialdemokrat im Gespräch mit dieser Zeitung. Er habe lange überlegt, ob er sich um eine Kandidatur bewerben solle - auch mit Blick auf die derzeitige Lage auf der Werft, gab er zu. „Aber ich glaube, dass ich in Hannover für die Belegschaft der Werft, ihre Familien, Partner und die gesamte Region viel bewegen kann“, fasst er seine Motivation zusammen.

Auch in dem Brief an die Mitarbeiter betont Bloem, dass er im Falle einer Wahl auf politischer Landesebene für die Arbeitsplätze und die Interessen der Stammbelegschaft auf der Werft kämpfen und sich einsetzen wollte. „Ich könnte politisch eine starke Stimme der Region in Hannover sein“, zeigt er sich zuversichtlich.

Viel Zuspruch

Gleichzeitig kündigte der Rheiderländer an, dass er im kommenden März erneut bei den Betriebsratswahlen auf der Meyer-Werft antreten und auch als Vorsitzender kandidieren wolle. Im März 2018 war der Möhlenwarfer - damals mit 23 Jahren - zum ersten Mal zum Betriebsratschef gewählt worden.

Nach seiner Mitteilung über die Landtagspläne habe er viel Zuspruch und Unterstützung von Beschäftigten der Werft erhalten, freut sich Bloem über Rückendeckung. „Natürlich gab es auch Kollegen, die das bedauern, aber ich werde mich weiterhin für die Interessen aller stark machen“, versichert er. Der SPD-Kreisvorstand hat nun die Bewerberrunde für die Landtagswahl offiziell eröffnet. Am Mittwoch sei der Weg dafür freigemacht worden, bestätigte die Kreisvorsitzende Anja Troff-Schaffarzyk auf Nachfrage. Bis zum 23. Januar können nun die Stadt-, Gemeinde- und Ortsgremien ihre Kandidatenvorschläge für die Wahlkreise 83 (Leer) und 84 (Leer-Borkum) machen.

Weitere Kandidaten

Der Vorstand werde die Vorschläge dann einen Tag nach Fristablauf sichten, so die Kreisvorsitzende. Auf der Wahlkreis-Delegiertenkonferenz am 19. März wird dann entschieden, wer für die Landtagswahl ins Rennen geht. Auch am Tage der Konferenz könnten sich dabei noch Bewerber melden, erläuterte Troff-Schaffarzyk. Im Wahlkreis 83 will Sascha Laaken (Ostrhauderfehn) im Herbst zur Wahl antreten.

Er war nach der Bundestagswahl 2020 in den Landtag nachgerückt. Im Wahlkreis 84 hat die langjährige SPD-Abgeordnete Johanne Modder aus Bunde angekündigt, nach fast 20 Jahren Parlamentsarbeit nicht wieder kandidieren zu wollen.

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