Politik

Landtagswahl: Nico Bloem als SPD-Kandidat gehandelt

Holger Szyska
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Von Holger Szyska
| 04.01.2022 11:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nico Bloem gilt als hoch gehandelter Kandidat der SPD für die Nachfolge von Johanne Modder im Wahlkreis 84. Fotos: Archiv
Nico Bloem gilt als hoch gehandelter Kandidat der SPD für die Nachfolge von Johanne Modder im Wahlkreis 84. Fotos: Archiv
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Die Landtagswahl in Niedersachsen findet am 9. Oktober 2022 statt. Die Parteien bringen sich dafür bereits in Stellung. Auch mehrere Kandidaten aus dem Oberledingerland spielen dabei eine Rolle.

Oberledingerland/Leer - Neues Jahr, neue Wahl: Während auf Bundesebene gerade erst die Ampel-Regierung in Fahrt kommt, bereiten sich die Parteien im Landkreis Leer schon auf die Landtagswahl am 9. Oktober vor. Mehrere Bewerber bringen sich zurzeit in Stellung, um bei der Kandidatenkür die Nase vorn zu haben.

Besondere Spannung verspricht das parteiinterne Tauziehen um die Nominierung bei der SPD und bei der CDU. „Es ist klar, dass einiges in Bewegung gerät“, weiß die Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Anja Troff-Schaffarzyk, dass sich die Sozialdemokraten nach dem Verzicht der Bunderin Johanne Modder auf eine erneute Kandidatur erst einmal neu sortieren müssen. Zwar dürfte am aufstrebenden Möhlenwarfer Nico Bloem (Meyer-Werft-Betriebsratschef) kaum ein Weg vorbei führen, doch Troff-Schaffarzyk hält den Ball vorerst flach: „Namen können wir natürlich noch nicht nennen.“ Wie berichtet, will der SPD-Kreisvorstand dem Vernehmen nach an diesem Mittwoch über den Ablauf der Nominierung sprechen. Wohl bis zum 23. Januar sollen die Parteigremien einen Kandidaten vorschlagen können.

Die Westoverledingerin Silke Kuhlemann will für die CDU antreten.
Die Westoverledingerin Silke Kuhlemann will für die CDU antreten.

Frauen-Duell bei der CDU

Bei der CDU haben drei Frauen ihr Interesse bekundet: Silke Kuhlemann aus Ihrhove will im Wahlkreis 84 (Leer/Borkum) antreten, zu dem Westoverledingen gehört. Der CDU-Gemeindeverband Westoverledingen hat sie offiziell vorgeschlagen. Damit steht Kuhlemann in parteiinterner Konkurrenz zur CDU-Kreischefin Melanie Nonte aus Hesel, die ebenfalls antreten möchte. Dritte im Bunde ist Tatjana Maier-Keil aus Westrhauderfehn, die den Wahlkreis 84 weiterhin im Landtag vertreten will. Sie war im November ins Parlament nachgerückt, nachdem sie bei der Wahl 2017 gegen Modder den Kürzeren gezogen hatte. Eine Entscheidung, welche Frau für die CDU antreten wird, soll im Februar fallen.

Auf demselben Weg kam Sascha Laaken (SPD) aus Ostrhauderfehn jüngst in den Landtag. Er wird sich im Wahlkreis 83 (Leer) wie 2017 mit Ulf Thiele (CDU) aus Stallbrüggerfeld duellieren. Wie Modder gehört Thiele dem Parlament bereits seit 2003 an und tritt auch dieses Mal wieder an..

Sascha Laaken aus Ostrhauderfehn sitzt für die SPD im Landtag - und will dort auch nach der Wahl im Oktober bleiben.
Sascha Laaken aus Ostrhauderfehn sitzt für die SPD im Landtag - und will dort auch nach der Wahl im Oktober bleiben.

Über mehr Landtagserfahrung verfügt im Kreis Leer nur Meta Janssen-Kucz (Grüne), die mit dreijähriger Unterbrechung seit 1998 dabei ist. 2017 kandidierte die Leeranerin im Wahlkreis 83, mit einem Wohnsitz auf Borkum wäre aber auch der Wahlkreis 84 denkbar.

Janssen-Kucz darf auf Ministerposten hoffen

Im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen dürfte Janssen-Kucz auf einen Ministerposten hoffen können. „Wir werden in beiden Wahlkreisen Kandidaten aufstellen“, kündigte die Grünen-Kreisvorsitzende Nicole Rosch aus Holtland an, nachdem Interessierte bis zum Jahresende 2020 ihre Bewerbung abgeben konnten. Voraussichtlich in der dritten Januar-Woche sollen die Nominierungen im Online-Format stattfinden, so Rosch. Die Vergabe der Listenplätze ist vom 25. bis 27. März auf einem Landesparteitag in Hameln vorgesehen.

Landtagskandidaten möchte auch die FDP aufbieten. „Die Gespräche laufen aktuell“, sagte der Kreisvorsitzende Jens Völker aus Bunde, der bei der Landratswahl gegen Amtsinhaber Matthias Groote (SPD) angetreten war. Die Aufstellungsversammlung der FDP sei unter Corona-Bedingungen noch im Januar geplant. Die Linken dürften ebenfalls wieder ins Rennen gehen, womöglich auch die rechte AfD. Bereits positioniert hat sich die Partei „Die Basis“. „Auf jeden Fall“ werde es eine Kandidatur geben, sagte Rafael Gil Brand aus Weener, Vorsitzender des Kreisverbandes Unterems. Die Aufstellung werde voraussichtlich im März erfolgen. Ob er nach seiner Bundestagskandidatur auch bei der Landtagswahl persönliche Ambitionen hat, ließ Brand offen.

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