Lebensmittel

Boss-Hoss-Sänger züchtet in Ostfriesland besondere Rinder

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 01.01.2022 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Alec Völkel und Julia Müller holten die Wagyu-Rinder in Bayern ab. Foto: privat
Alec Völkel und Julia Müller holten die Wagyu-Rinder in Bayern ab. Foto: privat
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Alec Völkel ist als Cowboy unter den Popmusikern in Deutschland bekannt. Jetzt hat er endlich seine eigene Kuh im Stall. Die steht in Ostfriesland und ist sehr besonders.

Meinersfehn - Da haben die Dromedare Hildegard und Hardi großen Augen gemacht, erzählt Julia Müller. Seit ein paar Tagen genießen sie auf dem Ponyhof in Meinersfehn nämlich nicht nur die Gesellschaft von Ponys und Menschen, sondern auch von drei Wagyu-Rindern. Aber sie gewöhnten sich schnell an die neuen Mitbewohner. Die sind nicht nur etwas ganz Besonderes für die Dromedare.

Was und warum

Darum geht es: Der Sänger Alec Völkel will in Ostfriesland besondere Rinder züchten. Das Fleisch der Wagyu-Rinder ist sehr besonders.

Vor allem interessant für: Fleischesser und Landwirtschaftsinteressierte.

Deshalb berichten wir: Alec Völkel ist als Sänger der Band The BossHoss sehr bekannt. Außerdem legen immer mehr Menschen Wert darauf, zu wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und ob sie gut sind.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de

Fleisch von Wagyu-Rindern gehört zu dem edelsten, was man auf dem Fleischmarkt kaufen kann. Ihr Fleisch ist teuer und selten. Bekannt sind sie auch unter dem Namen Kobe-Rinder, wobei so nur Tiere genannt werden dürfen, die in ihrer Heimatregion Kobe in Japan geboren, aufgewachsen und geschlachtet wurden.

„Endlich haben The BossHoss auch echte Kühe im Stall“

Die drei Neu-Ostfriesen im Stall von Julia und Stefan Müller sind in Bayern geboren. Dass sie nun in Ostfriesland leben, haben sie ihrem prominenten Besitzer zu verdanken. Das ist Alec Völkel, Boss der Band The BossHoss. Er ist der Schwager der beiden Uplengener. Und er ist völlig begeistert von den neuen Mitbewohnern auf dem Müllerschen Anwesen. „Endlich haben The BossHoss auch echte Kühe im Stall. Den passenden Soundtrack gibt es ja schon länger! Ich freue mich sehr auf dieses Familienprojekt“, sagt er.

Die Wagyu-Rinde leben nun in Meinersfehn. Foto: privat
Die Wagyu-Rinde leben nun in Meinersfehn. Foto: privat

Gekauft hat der Musiker die drei Kälber bei einem guten Freund. Ludwig „Lucki“ Maurer ist Star-Koch und unter anderem bekannt für seine Wagyu-Zucht. Die beiden Männer kennen sich unter anderem aus dem Fernsehen, dort kochten sie zusammen in der Show von Steffen Henssler und holten mit ihrem Steak aus Wagyu-Fleisch die höchste Punktzahl. Als Völkels Schwägerin Julia Müller dann die Idee hatte, diese Tiere auch bei sich auf dem Hof in Ostfriesland zu züchten, war der 49-Jährige sofort mit dabei – und stellte den Kontakt zu seinem Freund Maurer her. „Wir sind kurz vor Weihnachten nach Bayern gefahren und haben die Kälber dort abgeholt“, sagt die Ostfriesin. Noch sind die drei weiblichen Tiere sehr wild, da sie auf dem Maurerschen Hof in einer großen Herde lebten und wenig Kontakt zu Menschen hatten.

Zahme Rinder

Das soll sich in Meinersfehn bald ändern. „Die Tiere müssen auf jeden Fall noch zahm werden“, sagt Julia Müller. Sie lebten schließlich auf einem Ponyhof, der auch von vielen Feriengästen besucht werde. Da dürfe von den Rindern keine Gefahr ausgehen.

Stefan Müller (von links) mit Ludwig "Lucki" Maurer, seinem Schwager Alec Völkel und seiner Frau Julia Müller auf dem Hof des TV-Starkochs. Foto: privat
Stefan Müller (von links) mit Ludwig "Lucki" Maurer, seinem Schwager Alec Völkel und seiner Frau Julia Müller auf dem Hof des TV-Starkochs. Foto: privat

Das dürfte kein Problem sein, meint zumindest Hans-Joachim von Dankelmann. Er züchtet seit 2016 Wagyu-Rinder in Diele. Mittlerweile umfasst seine Herde 30 Stück. „Die Tiere sind sehr zutraulich, fast wie Hunde“, sagt von Dankelmann. Auf seinem Hof gebe es auch Schwarz-Bunte, die seien lange nicht so zahm. Dieses zutrauliche Verhalten mache die Wagyus schon zu etwas sehr Besonderem. Da falle es dem Landwirt schon schwer, wenn die Ochsen irgendwann zum Schlachter kämen. „Aber das gehört nun einmal auch dazu“, sagt er.

Auf diesen Schritt schaut auch Julia Müller noch mit Sorge. Die drei neuen Tiere seien zunächst als Muttertiere angeschafft worden, die werden nicht geschlachtet, sondern zur Zucht genutzt. „Wir haben die Tiere auch angeschafft, um den Ferienkindern zu zeigen, was es bedeutet, Fleisch zu essen“, sagt Müller. Wenn in einem Jahr ein Kalb im Stall steht, im nächsten Jahr daraus ein Rind geworden ist und es im Folgejahr nicht mehr da ist, könnten die Ferienkinder das sehr gut nachvollziehen. Das gelte nicht nur für die Feriengäste, sondern auch für die Landwirte selbst. „Unsere Tochter ist schon Vegetarierin. Wir haben beschlossen, wir probieren es mit den Wagyus aus, und wenn wir es nicht übers Herz bringen, sie zu schlachten, dann werden wir auch Vegetarier“, sagt Müller.

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