Berlin
Corona: Das kommt auf Kanzler Olaf Scholz zu - und auf uns alle
Zwei Jahre Pandemie, zwei Jahre der Extreme: Corona erschüttert weiterhin Deutschland. Doch es gibt auch Anlass zu Optimismus. Kanzler Olaf Scholz muss 2022 vor allem eine Herausforderung stemmen. Es geht um Vertrauen.
Wie wird Deutschland eines Tages auf dieses Neujahr zurückblicken? Die Stimmung ist gereizt wie selten. Etliche Familien und Freundeskreise sind zerstritten, viele Menschen müde, frustriert oder gar wütend. Corona ist ein Reizwort. Das Böllerverbot ebenso. Die Impfpflicht ohnehin.
Zugleich explodieren die Omikron-Infektionszahlen weltweit. Die Ängste vieler Deutschen sind daher verständlich, zumal etliche Experten schon vor Weihnachten vor dramatischen Szenarien gewarnt hatten. Was kommt 2022 also auf uns zu?
Anti-Corona-Pillen kommen
Wer Kriege oder Katastrophen erlebt hat, weiß: Das Wichtigste in Extremsituationen ist es, Ruhe zu bewahren. Emotionen sind da nur hinderlich, weil sie den Blick aufs Wesentliche versperren. Das gilt im Kleinen wie im Großen.
Boosterung hilft auch gegen Omikron
Im Zeichen eines Alarmismus können positive Entwicklungen in der Wahrnehmung untergehen. Stichwort Booster-Impfungen, die weiterhin einen starken Schutz bieten. Oder die Anti-Corona-Pillen, die jetzt kommen. Oder dass sich in Deutschland immer mehr Virologen vorsichtig optimistisch zeigen, dass die Omikron-Variante zwar infektiöser als Delta sein dürfte, dafür aber wahrscheinlich zu deutlich milderen Krankheitsverläufen führt. Das alles könnte uns also auch etwas hoffnungsfroher stimmen.
USA und England Vorbild für Lauterbach?
Die USA und England, die sich schon länger mit Omikron herumschlagen, verzichten sogar auf strenge Lockdown-Maßnahmen. Dort ist noch kein rasanter Anstieg der Todeszahlen festzustellen. Um den Alltag am Laufen zu halten, haben die Länder die Quarantänezeiten reduziert. Ist das verantwortungslos? Oder ein Vorbild für Gesundheitsminister Karl Lauterbach?
Die eine Corona-Wahrheit gibt es nicht
Corona führt uns vor Augen, dass es oft nicht die eine Wahrheit gibt - das gilt für die Wissenschaft genauso wie für die Demokratie. Neue Erkenntnisse erfordern neues Handeln. Konstruktiver Streit ist nichts Schlechtes, sondern Antrieb des Fortschritts. Schädlich ist es, wenn sich Gruppierungen gegenseitig abwerten und attackieren.
Können wir uns noch nach Corona in die Augen schauen?
Bei alledem darf das Grundvertrauen vieler Menschen in den Staat keinen Schaden nehmen. Es ist womöglich das wichtigste Gut unserer Demokratie. Deshalb muss die Debatte um die Impfpflicht mit aller Umsicht geführt werden, damit wir uns auch noch nach Corona in die Augen schauen können, wie es der Bundespräsident angemahnt hat.
Somit steht die Hauptaufgabe für den Kanzler fest: Scholz wird 2022 dabei helfen müssen, die inneren Wunden des Landes zu heilen, die Corona reißt. Und er nicht allein. Da ist jeder gefordert.
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