Gesellschaft
Barßeler verkauften Haus und zogen ins Wohnmobil
Das Ehepaar Kerstin und Ludger Brodale feierte sein erstes Weihnachtsfest im mobilen Zuhause direkt am Hafen in Barßel. Eigentlich war der Umzug jetzt noch nicht geplant gewesen.
Barßel - In aller Ruhe und Stille verbringen immer wieder Wohnmobilisten die Festtage in ihrem Haus auf vier Rädern. So auch in diesem Jahr das Ehepaar Ludger und Kerstin Brodale aus Barßel. Aber für die beiden, die bisher im eigenen Haus „Am Torfring“ in Elisabethfehn wohnten und dort Weihnachten feierten, waren es die ersten Weihnachten, die sie in einem Wohnmobil verbrachten. Erst vor einem Monat hatten sie sich das Gefährt zugelegt. Man könnte das Ehepaar auch als Aussteiger bezeichnen. Sie verkauften ihr schmuckes, erst im Jahre 2016 erbautes Haus und tauschten es quasi gegen ein Wohnmobil aus. „Wir verbringen unseren Lebensabend in unserem Wohnmobil“, sagt Ludger Brodale.
Zunächst haben sie erst einmal Station auf dem Wohnmobilstellplatz am Hafen in Barßel gemacht. Für das Wohnen auf vier Rädern haben sie an alles gedacht und eingepackt. Dazu gehörte natürlich zu Weihnachten der geschmückte Weihnachtsbaum, wenngleich der auch ein wenig kleiner ausfiel als in den Jahren zuvor. Dazu gab es unter dem Tannenbaum ein Glas Rotwein. Auch die Weihnachtsdeko fehlte nicht. „Am Nikolaustag haben wir sogar Besuch vom heiligen Mann mit dem roten Mantel und weißem Rauschebart bekommen. Das war ganz toll“, sagen die Brodales.
Jahreswechsel bei den Campern
Nach Weihnachten steht nun Silvester vor der Tür. Sie freuen sich schon darauf, den Jahreswechsel ebenfalls zum ersten Mal in ihrem Wohnmobil zu erleben. „Wir werden pünktlich um Mitternacht mit einem Glas Sekt anstoßen. Auf ein Feuerwerk, das wegen Corona ohnehin verboten ist, haben wir schon im Vorfeld verzichtet“, sagt Kerstin Brodale. Ein Neujahrsrundgang ist auch geplant. „Den machen wir zusammen mit den anderen Campern auf dem Platz“, lächelt das Ehepaar.
„Es war wunderbar, Weihnachten einmal anders zu erleben. Ganz besinnlich ohne Hektik und Stress. Hier im Wohnmobil kam keine Weihnachtshektik auf. Es war einfach entspannter als sonst. Auch gab es ein Großreinemachen“, sagt die 49-jährige Pflegedienstleiterin.
Freunde fanden es „verrückt“
„Unsere Kinder fanden es in Ordnung, dass wir nun in einem Wohnmobil leben wollen. Bekannte und Freunde nannten es am Anfang verrückt. Aber mittlerweile finden es die meisten gut“, sagt der 52-jährige berufliche Putzer Brodale. Schon jetzt freuen sie sich, auch das Hafenfest zum ersten Mal in ihrem neuen Zuhause miterleben zu können, wenn es dann stattfindet. „Für uns war es immer ein Traum, in einem Wohnmobil zu leben. Eigentlich sollte das aber erst mit dem Beginn der Rente passieren. Doch dann haben wir uns gefragt, wenn nicht jetzt, wann dann? Vielleicht können wir das später nicht mehr. Dann ging alles ganz schnell“, sagen die Eheleute.
Ihr Zuhause wird Barßel bleiben, denn die Kinder wohnen am Ort und so kann man sich weiterhin schnell gegenseitig besuchen. Dennoch soll es mit dem neuen Zuhause im Urlaub auch auf Reisen gehen. Jetzt, wo es so kalt war, macht es sich das Ehepaar bei einer Tasse Kaffee gemütlich in seinem mollig warmen Wohnmobil. Auch über die Betreuung durch Platzwartin Monika Weerts spricht sich das Ehepaar lobend aus. „Wenn man sie braucht, ist sie zur Stelle. Sie ist rund um die Uhr da“, freut sich das Ehepaar.