Kolumne: Artikel 1, GG

Querdenkern kein Gehör schenken

Canan Topçu
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Eine Kolumne von Canan Topçu
| 29.12.2021 09:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Canan Topçu
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Auf unserer Internetseite veröffentlichen wir sechs Mal pro Woche eine Kolumne. Mittwochs geht es um Diversität.

Zwischen den Jahren: Über diese Formulierung tauschten meine Freundin Virginia und ich uns aus. Auch sie ist Tochter von Arbeitsmigranten, ihre Eltern sind aus Griechenland. Virginia und ich kennen uns seit den Schultagen; selbst in der Hochzeit der Feindschaft zwischen der Türkei und Griechenland ließen wir uns von Dissonanzen in der Politik nicht beeinträchtigen. Virginia ist im Hannoverschen geblieben, so dass wir uns nicht häufig sehen; dafür plaudern wir öfter am Telefon. Am Montag machten wir uns Gedanken über die Zeit nach Weihnachten bis Silvester und fragten uns, warum sie zwischen den Jahren heißt; auf das Thema hatte uns eine andere Freundin gebracht, die aus Russland stammt und sich auch mit dieser Redewendung beschäftigte.

Zur Person

Canan Topçu (56) ist als Tochter türkischer Arbeitsmigranten in Hannover aufgewachsen. Nach der Ausbildung bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wechselte die Journalistin zur Frankfurter Rundschau. Seit 2012 ist die Hanauerin freiberuflich als Autorin sowie als Referentin und Dozentin tätig.

Auf Wikipedia gibt es einen langen Eintrag; ich habe alles gelesen, mir aber kaum etwas merken können. Auch ohne all das Wissen weiß ich: Ich mag diese Zeit sehr. Es ist die Zeit, in der ich kaum Termine und Verpflichtungen habe; ich nutze sie zum Zur-Ruhe-Kommen und zum Nachdenken über das zu Ende gehende Jahr. Was war gut und was nicht? Was hätte ich anders und besser machen können? Wem gegenüber hätte ich mich freundlicher verhalten sollen?

Für 2021 fällt meine Bilanz ganz gut aus. Obwohl es gar nicht gut begann (mein Mann erkrankte an Corona) und die Pandemie auch mein Leben bestimmte. Ohne all den Quacksalbern, Querdenkern und pensionierten „Wissenschaftlern“, die ihre Bedeutungslosigkeit nicht akzeptieren können und mit hanebüchenen Erklärungen zu Corona Unruhe stiften, ein Ohr zu schenken, bin ich durchs Jahr gekommen. Was wohl nicht jede und jeder von sich sagen kann, wenn er/sie in sich geht und das zu Ende gehende Jahr ehrlich bilanziert.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Bilanz trotz aller Widrigkeiten positiv ausfällt und Sie mit Zuversicht ins neue Jahr starten. Uns allen wünsche ich, dass wir den Feinden der Demokratie kein Gehör und Querdenkern keinen Glauben schenken.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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