Jubiläum
Barßeler Feuerwehr vor 100 Jahren gegründet
Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Barßel ihr Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen tüchtig feiern. Wegen Corona verschob sie die Feierlichkeiten in den Herbst. Sie sind stolz auf das Erreichte.
Barßel - Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Barßel am 28. Dezember ihr 100-jähriges Bestehen im Feuerwehrhaus an der Ammerländer Straße groß feiern. Das Kommando hatte sich schon Gedanken über die Jubiläumsfeier gemacht. So hätte es einen „Tag der offenen Tür“ geben sollen und die neuen Fahrzeuge wären vorgestellt worden. Doch daraus wird nichts.
„Aufgrund der derzeitigen Coronalage haben wir die Feierlichkeiten abgesagt. Das konnten wir nicht verantworten“, sagt Gemeindebrandmeister Uwe Schröder. Die große Feier sei aber nur aufgeschoben. Sie soll voraussichtlich im Herbst 2022 nachgeholt werden, sofern es die Pandemie dann erlaube, so Schröder. Zunächst habe man daran gedacht, eine kleine, interne Jubiläumsfeier zu veranstalten. Doch das wäre dem Anlass nicht gerecht geworden.
65 aktive Feuerwehrleute
100 Jahre im Dienst des Nächsten, das sei schon eine größere Feier wert, findet Schröder, der seit fast 15 Jahren an der Spitze der Barßeler Wehr steht. Derzeit verfügt die Barßeler Feuerwehr mit 65 Aktiven über eine schlagkräftige Truppe. Auch der Unterbau mit der Jugendfeuerwehr ist gegeben. 15 Jugendliche gehören dazu. „Der Nachwuchsbereich ist wichtig. Der größere Teil der heutigen Aktiven kommt aus der Jugendfeuerwehr“, sagt der 52-jährige Barßeler Gemeindebrandmeister.
In der Altersabteilung sind noch zehn Kameraden. „Was die Ausrüstung, insbesondere den Fuhrpark betrifft, sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Wir haben immerhin acht Fahrzeuge. Zwei neue Feuerwehrautos sind vor kurzem angeschafft worden. Wir können uns nicht beklagen, auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Barßel. Hier finden wir für unsere Anlieger stets ein offenes Ohr“, lobt Uwe Schröder.
Gemeinsames Domizil mit Polizei
Die Barßeler Blauröcke sind zuständig für den gesamten Bereich der Gemeinde Barßel mit fast 13.800 Einwohnern und mit einer Flächengröße von über 8.400 Hektar. Das Feuerwehrhaus an der Ammerländer Straße in Barßel wurde im Jahre 1972 seiner Bestimmung übergeben. Im Haus befindet sich neben der Feuerwehr die Polizeistation Barßel.
1991 erfolgten ein Ausbau des Feuerwehrhauses mit einem großzügigen Versammlungsraum im Obergeschoss. Vor sechs Jahren erneut großzügig umgebaut und erweitert. „Mittlerweile haben wir weitere Räume im Obergeschoß über der Polizeistation bekommen. Hier wird die Jugendwehr demnächst ihr Zuhause haben“, sagt Schröder.
Von Menschenrettung bis Moorbrand
In diesem Jahr hatte die Barßeler Wehr 68 Einsätze gefahren. Von Menschenrettungen über die Suche nach Vermissten, einem zwölftägigen Moorbrand, Explosionen, Schiffsbränden, Zug- und Verkehrsunfällen sowie Hochwasser bis hin zu Sturmschäden war alles dabei. Das Bild der Feuerwehr, die früher zumeist nur mit dem Bekämpfen von Bränden beschäftigt gewesen ist, hat sich gewandelt. „Feuerwehrleute müssen vielseitig sein und eine Menge technisches Wissen beherrschen. Dafür wird auch durch stetige Fort- und Ausbildung gesorgt.“
Chronik
Ein Blick in die Chronik zeigt, dass sich in Barßel schon immer Männer und Frauen gefunden haben, die bereit waren, sich bei Brand- und Unglücksfällen für ihre Mitmenschen einzusetzen. Ganz früher war diese Hilfen auf die eigene Familien und Nachbarschaft begrenzt. Bei Unglücksfällen halfen sich die Familien gegenseitig. Daraus entwickelte sich eine Nachbarschaftshilfe, die in das Dorfleben eingebunden wurde.So entstanden die Pflichtfeuerwehren. Jeder männliche Einwohner über 20 Jahre war verpflichtet, bei Ertönen der Brandglocke zur Hilfeleistung zu erscheinen. Diese Hilfsverpflichtung und Hilfsbereitschaft blieben allerdings nicht nur auf den Kreis der Männer begrenzt, denn wie überall gab es auch in Barßel in früheren Jahren schon Frauen, die bei Bränden die Handdruckspritze bedienten oder in noch früherer Zeit bereit waren, den Ledereimer von Hand zu Hand weiterzureichen. Das war gerade im Seemannsdorf Barßel der Fall, wo viele Männer auf See waren. Im Jahr 1876 war der Barßeler Gemeindevorsteher Klümper vom Friesoyther Amt ersucht worden, in seinem Bezirk eine Revision der Feuerlöschgeräte durchführen zu lassen. In der Vergangenheit verfügte die Gemeinde Barßel über Pflichtfeuerwehren in Barßel, Harkebrügge, Strücklingen und Idafehn, die sich 1921 in Barßel, 1924 in Idafehn, 1929 in Strücklingen und 1933 in Harkebrügge zu Freiwilligen Feuerwehren umgewandelt haben. Am 28. Dezember 1921 fanden sich in der Gastwirtschaft des Burchard Schulte in Barßel Männer zusammen, um eine Freiwillige Feuerwehr Barßel zu gründen. Bereits 1922 wurden dafür eine Satzung erlassen. Am 18. Dezember 1967 wurde auf Initiative des heutigen Ehrengemeindebrandmeisters Heino Weyland eine Jugendfeuerwehr gegründet, die auch heute noch besteht.
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