Madrid

Diese Kanareninsel knackt den „El Gordo“-Jackpot

Ralph Schulze
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Von Ralph Schulze
| 22.12.2021 21:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Gewinnerlos 86148 bei „El Gordo“. Foto: OSCAR DEL POZO/AFP
Das Gewinnerlos 86148 bei „El Gordo“. Foto: OSCAR DEL POZO/AFP
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Bei der spanischen Mega-Lotterie „Gordo“ machten sich die Bürger von La Palma nach dem Vulkanausbruch die größten Hoffnungen auf den Gewinn. Doch sie gingen leer aus. Eine andere Kanareninsel zog dafür das große Los.

Die spanische Vulkaninsel La Palma musste sich zwar mit einem Trostpreis von ein einigen hunderttausend Euro zufriedengeben. Doch stattdessen knallten auf der Nachbarinsel Gran Canaria die Sektkorken. Ein beträchtlicher Teil des insgesamt 688 Millionen Euro schweren Hauptpreises der weltberühmten spanischen Weihnachtslotterie regnete über Las Palmas de Gran Canaria nieder, der Inselhauptstadt.

Insgesamt 160 Millionen Euro beglückten die Insel Gran Canaria, die zusammen mit Teneriffa die von Touristen meistbesuchte kanarische Insel ist. Der „Gordo“, die dicke Hauptprämie, fiel auf die Losnummer 86148, die auf Gran Canaria 400 mal verkauft worden war. Für jedes Gewinnerlos winken 400.000 Euro brutto, von denen aber Spaniens Fiskus umgehend 20 Prozent „Glückssteuer“ einkassiert. Da auch viele Spanienurlauber Weihnachtslose erwerben, ist es gut möglich, dass der „Gordo“ sogar ins Ausland reiste.

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Lottoboom auf La Palma

Gran Canaria ist nur 250 Kilometer Luftlinie von jenem Vulkan auf der Nachbarinsel La Palma entfernt, der vor drei Monaten in aller Heftigkeit ausbrach. Erst vor einigen Tagen stoppte der Lavafluss, sodass nun die Hoffnung groß ist, dass der zerstörerische Vulkan pünktlich zu den kommenden Festtagen endlich wieder einschläft. Der Vulkanausbruch hatte einen Lottoboom auf La Palma und den anderen kanarischen Inseln ausgelöst, weil der Aberglaube vorherrscht, dass das Unglück das Glück anzieht.

Auch wenn der Millionenregen nun nicht direkt über La Palma, sondern über Gran Canaria niederfiel: Ein bisschen könnte der Vulkan, der so viel Unheil anrichtete, doch geholfen haben. Denn die Lottoverkäuferin namens Esther, die auf Gran Canaria die Gewinnlose unter die Leute brachte, stammt aus La Palma. Und noch mehr: Die Glücksfee wurde ausgerechnet in der Vulkanstadt Los Llanos geboren, die unter der monatelangen Lavakatastrophe am meisten zu leiden hatte. Mehr als ein Zufall?

Glückslose am Hauptbahnhof in Madrid

Auch in anderen Regionen Spaniens wurde nach der Lottoziehung gefeiert: Vor allem in der Metropole Madrid, wo ein Lottogeschäft im Hauptbahnhof den größten Teil jener insgesamt 1720 Glückslose verkaufte, auf welche die Hauptprämie fiel. Mehr als 500 Millionen Euro wurden über diese Lottobude im Bahnhof verteilt. Millionen, die aber vermutlich nicht in Madrid bleiben, sondern viele Menschen in ganz Spanien glücklich machten. Denn in diesem Lottokiosk kaufen vorzugsweise Reisende ihre Losscheine.

Insgesamt schüttete Spaniens jahrhundertalte Weihnachtslotterie 2,4 Milliarden Euro an Prämien aus. „Das ist für viele Menschen ein Trost in diesem zweiten schweren Corona-Jahr“, kommentierte das spanische TV, das die stundenlange Lottoziehung der Haupt- und vielen Nebenprämien live übertrug. 

Betrüger verschicken falsche Gewinnbenachrichtigungen

Spaniens Wirtschaft leidet wie keine andere unter der nun schon 21 Monate dauernden Pandemie. Armut und Arbeitslosigkeit haben viele spanische Familien in große Not gebracht. Wohl auch deswegen war die Hoffnung auf ein bisschen Glück dieses Jahr besonders groß, die staatliche Lottogesellschaft machte Rekordumsätze.

Aber auch immer Ausländer machen bei der populären spanischen Weihnachtslotterie mit. Dies ruft offenbar zunehmend Betrüger auf den Plan, die in ganz Europa per Email oder Kurznachricht falsche Gewinnbenachrichtungen verschicken. Dabei besteht der Trick darin, sich die Kontodaten der Bürger zu erschleichen und vor der angeblichen Prämienauszahlung hohe „Verwaltungsgebühren“ zu kassieren. Dabei sollte man wissen, dass die echte Lottogesellschaft keine Benachrichtungen verschickt.

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