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Weiße Weihnacht: Regen statt Puderzuckerschnee in Ostfriesland

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 22.12.2021 18:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Warten auf den Weihnachtsmann: In Ostfriesland wird der Mann mit dem weißen Bart wohl eher schlechte Wetterbedingungen für die Fahrt mit dem Schlitten vorfinden. Eine dichte Schneedecke jedenfalls wird es nicht geben. DPA-Symbolfoto: Pleul
Warten auf den Weihnachtsmann: In Ostfriesland wird der Mann mit dem weißen Bart wohl eher schlechte Wetterbedingungen für die Fahrt mit dem Schlitten vorfinden. Eine dichte Schneedecke jedenfalls wird es nicht geben. DPA-Symbolfoto: Pleul
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Schneegestöber zu Weihnachten ist in Ostfriesland grundsätzlich eher unwahrscheinlich. Warum ist das so? Und wie stehen die Chancen in diesem Jahr? Wetterexperte Jörg Deuber gibt Antworten.

Ostfriesland - Leise rieselt der Schnee während drinnen im Warmen unter dem Weihnachtsbaum die Geschenke geöffnet werden: Diese romantische Vorstellung von Weihnachten haben viele Menschen im Kopf, wenn sie an die Feiertage denken. Umso gespannter verfolgen sie die Wettervorsagen für Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage.

Was und warum

Darum geht es: Weiße Weihnachten gibt es im Schnitt in Ostfriesland nur alle zehn Jahre. In diesem Jahr wird es wahrscheinlich wieder nichts.

Vor allem interessant für: Weihnachtsromantiker und alle, die an den Weihnachtsfeiertagen mit dem Auto unterwegs sind und glatte Straßen befürchten

Deshalb berichten wir: Jörg Deuber vom Deutschen Wetterdienst hat sich bereit erklärt, kurz vor Weihnachten einen Blick auf die Wetterdaten zu werfen und eine Einschätzung für Ostfriesland zu geben.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Ostfriesland geht dabei in puncto Schnee zu Weihnachten im Vergleich zu vielen anderen Regionen Deutschlands meistens leer aus.

Inzwischen liegt die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Bereich von Emden bis Wilhelmshaven sowie von Norden bis Papenburg bei etwa neun bis zehn Prozent, sagt Jörg Deuber vom Deutschen Wetterdienst. Tag für Tag wertet er die Daten der Mess-Station am Emder Flugplatz aus und stellt dabei fest, dass sich weiße Weihnachten tendenziell eher zu einer Rarität in Ostfriesland entwickeln. In der Nachkriegszeit lag die Wahrscheinlichkeit für eine dichte Schneedecke in Ostfriesland vom 24. bis 26. Dezember noch bei etwa 20 bis 25 Prozent, so Deuber. „Doch die Wahrscheinlichkeit nimmt sukzessive ab.“ Eine große Rolle spiele dabei der Klimawandel. „Das bedeutet jedoch nicht, dass wir nie wieder weiße Weihnachten haben werden, es kommt einfach nur seltener vor“, so Deuber.

Günstiges Zusammenspiel

Damit genügend weiße Flocken vom Himmel fallen, die auch liegenbleiben, müsse schon eine extrem günstige Wetterlage vorherrschen. Die Windrichtung und auch die Temperaturen müssen stimmen. Am besten hat es vorher schon Bodenfrost gegeben, damit die zarten Flocken nicht direkt schmelzen, erklärt Deuber. In diesem Jahr wird es solch eine Wetterlage aller Voraussicht nach nicht geben. Für Heiligabend sagt der Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes Temperaturen von mehr als fünf Grad voraus.

Danach stellt sich das Wetter leicht um und es wird kälter. „Es wird eher Regen als Schnee geben, vielleicht ein wenig Schneeregen“, so Deuber. Ganz sicher werde es aber kein Weihnachten mit Schlittenfahrwetter in Ostfriesland geben. „Vielleicht sehen wir eine Schneeflocke, aber richtigen Puderzuckerschnee wird es nicht geben.“ Zuletzt gab es 2010 richtiges Weihnachtswetter mit jeder Menge Schnee in Ostfriesland, der sich auch zum Rodeln eignete.

Wer Schnee möchte, muss bis in den Harz reisen

Wer auf eine dichte Schneedecke an den Feiertagen nicht verzichten möchte, dem empfiehlt Deuber, in den Harz zu fahren. „Oder besser noch nach Bayern in Gegenden mit 1200 bis 1500 Metern Höhenlage.“ Denn anders als in Ostfriesland liegt dort die Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten bei rund 60 bis 70 Prozent.

Warum aber müssen die Ostfriesen so oft auf „richtiges Weihnachtswetter“ verzichten? Die Erklärung ist einfach: An der Küste sprechen Experten von einem maritimen Klima. „Die Nordsee wirkt wie ein großer Wärmespeicher“, erklärt Deuber. Im Sommer erwärmt sich das Wasser langsam und kühlt dann ebenso langsam wieder ab. Im Gegensatz dazu herrscht in Bayern ein sogenanntes kontinentales Klima, in dem die nötigen Wetterbedingungen für Schnee häufiger auftreten.

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