Projekt

Moormerland: Geplatzter Traum vom Kunstrasen

Karin Lüppen Vera Vogt
|
Von Karin Lüppen und Vera Vogt
| 17.12.2021 17:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Kunstrasenplatz sollte von sechs Vereinen genutzt werden. Symbolfoto: Pixabay
Der Kunstrasenplatz sollte von sechs Vereinen genutzt werden. Symbolfoto: Pixabay
Artikel teilen:

Die Fördergelder in greifbarer Nähe und doch wird nichts aus dem Kunstrasenplatz in Moormerland. Die Kosten wären einfach zu hoch gewesen. Aber ganz vorbei ist es damit nicht.

Moormerland - Der Traum vom Kunstrasenplatz ist geplatzt. Die Planungen für das Projekt in Moormerland wurden abgebrochen. Mehr als zwei Millionen Euro wären insgesamt fällig geworden, das ergaben Schätzungen. 1,3 Millionen für den Platz an sich. Mit Blick auf andere ähnliche Projekte einfach viel zu viel. Da waren sich alle in der jüngsten Ratssitzung in Moormerland einig. „Ich bedauere das wirklich“, sagte Bürgermeister Hendrik Schulz (SPD). Aber in der derzeitigen Situation und in Anbetracht der hohen Schätzungen sei es nicht mehr möglich, das Projekt weiterzuverfolgen.

Mehrfach wurde das Beispiel Pewsum angeführt. Hier habe der Platz 800.000 Euro gekostet, mit 1,3 Millionen hätte man in Moormerland eine halbe Million mehr zahlen müssen. „Wir müssen verantwortungsvoll mit den Finanzen umgehen. Es sind schließlich Steuergelder“, sagte Carsten Janssen (SPD). „Alleine 200.000 Euro wären für die Planung nötig geworden“, sagte Dieter Baumann (CDU). Wenn die öffentliche Hand solche Projekte angehe, würde es meist teurer.

Nicht ein für alle Mal begraben

Die Idee vom Kunstrasenplatz sei damit allerdings nicht ein für alle Mal vom Tisch, da waren sich Janssen und Baumann einig. Es solle nicht der Eindruck erweckt werden, dass generell nicht in den Sport investiert werde.

Vielmehr sprach man sich dafür aus, den Vereinen helfen zu wollen, das Projekt auf eigene Faust anzugehen. Der Kunstrasenplatz sollte von sechs Vereinen in Moormerland – Fortuna Veenhusen, Concordia Neermoor, SV Warsingsfehn, FC Oldersum, VfL Jheringsfehn sowie der Hockey Club Moormerland – genutzt werden. „Alle sollten sich an einen Tisch setzen“, so Janssen. Bei der Beantragung von Fördergeldern werde es für die Vereine Unterstützung geben, so Baumann. Es gab eine Zusage vom Projektträger Jülich, 675.000 Euro waren der Gemeinde ist Aussicht gestellt worden.

Das sagen die Vereine

Zwei Herzen schlügen in seiner Brust, gab Jens de Vries (SPD) zu. Einerseits hat er als Ratsmitglied den Beschluss mitgetragen – andererseits bedauert der Vorsitzende des FC Oldersum und Sprecher der Sportvereine, dass das Projekt Kunstrasenplatz zunächst zum Erliegen kommt. „Alle Fraktionen haben zugesichert, dass sie auf die Vereine zugehen wollen“, sagt de Vries. Der Zuschuss sei jetzt zwar weg, aber mit dem Geld könne nun ein anderes Projekt in Deutschland gefördert werden. „Dafür habe ich Verständnis, denn das ist ebenfalls Steuergeld“, so de Vries.

Ähnlich äußerte sich Frank Luitjens, als Vorstandsmitglied von Fortuna Veenhusen und ebenfalls Sprecher der Vereine: „Wir müssen nun beraten, wie es weitergehen soll.“ Natürlich sei er „schwer enttäuscht, dass es so gekommen ist“, er sei aber zuversichtlich, dass die sechs Vereine mit der Gemeinde zu einer Lösung kommen werden. Der Kunstrasenplatz soll auf dem Gelände von Fortuna gebaut werden, für den Verein geht es zudem um die Sanierung der Kabinen. De Vries gibt zu bedenken, dass die Gemeinde auch an anderer Stelle von den Vereinen gefordert ist, denn wie Veenhusen gehe es in Warsingsfehn und Oldersum ebenso noch um eine Förderung für die Sanierung der Sportheime.

Ähnliche Artikel