Politik
Ausschusssitz für Fridays for Future in Leer ist unsicher
Gut zwei Jahre lang saß ein Fridays for Future -Vertreter als beratendes Mitglied im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr in Leer. Nach der Wahl ist noch unklar, ob die Aktivisten weiter mitreden dürfen.
Leer - Vor gut zwei Jahren haben Fridays for Future (FFF) einen beratenden Sitz im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr (EKUV) bekommen. Die jungen Aktivisten durften damit in den Sitzungen mitdiskutieren, nicht aber mitabstimmen. Vorausgegangen war ein beeindruckender Auftritt der FFF-Mitglieder Luzie Richter, Johann Bartz und Mischa Lauterbach in einer EKUV-Sitzung, in der sie den Kommunalpolitikern erklärten, wo es aus ihrer Sicht in Leer in Sachen Klimapolitik hakt.
Jetzt ist offenbar unsicher, ob die Aktivisten auch in der neuen Wahlperiode diesen beratenden Ausschusssitz innehaben. In der ersten Sitzung war jedenfalls kein Vertreter anwesend. Freya Schäfer, die sich bisher den Sitz mit Johann Bartz geteilt hatte, ist mittlerweile Mitglied der Fraktion der Grünen. Bartz ist nicht mehr in Leer. Als Schäfer fragte, wie es denn nun mit dem Sitz für Fridays for Future stehe, herrschte erst mal verblüfftes Schweigen auf Seiten der anderen Ausschusskollegen und auch bei der Stadtverwaltung. Man müsse sich die Formulierung in dem damaligen Beschluss anschauen, sagte Holger Möse, Büroleiter von Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos). Er könne nicht spontan sagen, ob der Sitz an die Wahlperiode gebunden oder unbefristet war.
Fridays for Future ist selbstkritisch
Fridays for Future hätten ein großes Interesse daran, weiterhin den Sitz im Ausschuss besetzen zu können, sagte Sprecher Mischa Lauterbach auf Anfrage. Die Aktivisten seien durchaus selbstkritisch und räumten ein, dass sie sich in den vergangenen zwei Jahren sich in dem Gremium nicht so stark eingebracht hätten, wie das möglich gewesen wäre. Das wollten sie verbessern. Die Mitglieder von Fridays for Future in Leer wollten sich auch weiterhin mit den Verhältnissen vor Ort beschäftigen.“ Hier werden Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt haben und die wir beeinflussen können.“ Deshalb hofften die Aktivisten auf den Ausschusssitz. „Wir halten es für wichtig, dass bei Klima- und Umweltthemen auch die jungen Leute gehört werden. Es wäre ein bitteres Zeichen, wenn das nicht funktionieren würde“, so Lauterbach.
Auch andere beratende Sitze in dem Ausschuss werden wohl nochmal diskutiert. Dazu gehören der für die Stadtwerke, der bisher unter anderem vom damaligen Vorstand und jetzigen Bürgermeister Claus-Peter Horst besetzt wurde, und der für den ADFC.