Verkehr

Geld für Verlegung der Rheiderlandstraße in Papenburg fließt

Gerd Schade
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Von Gerd Schade
| 14.12.2021 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Fußgängerbrücke über die Rheiderlandstraße bei der Meyer-Werft in Papenburg. Archivbild: Gonzalez-Tepper
Die Fußgängerbrücke über die Rheiderlandstraße bei der Meyer-Werft in Papenburg. Archivbild: Gonzalez-Tepper
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Gute Nachrichten aus Hannover: Für die Teil-Verlegung der Rheiderlandstraße in Papenburg gibt es einen Zuschuss vom Land. Es sind aber noch einige Fragen offen.

Papenburg - Die abermalige Teilverlegung der Rheiderlandstraße nahe der Meyer-Werft in Papenburg lässt weiter auf sich warten. Zur Finanzierung für 2022 fließt nun aber Geld vom Land – und zwar nicht nur für die Straße. Im Mai 2017, also vor inzwischen mehr als viereinhalb Jahren, hatte der Landkreis Emsland die Planungen für das Verlegen der Kreisstraße im Zuge der seit Langem beabsichtigten Hafenerweiterung in Papenburg erstmals im Detail vorgestellt. Vorgesehen ist, die Rheiderlandstraße (K158) auf einer Länge von 3,34 Kilometern von der Meyer-Werft durch den Ortsteil Bokel bis zur Höhe der Friederikenstraße zu verlegen.

Dazu gehört auch der Neubau einer Brücke über die Bahnlinie. Das Gesamtfinanzierungsvolumen ist nach Auskunft des Landkreises Emsland nach wie vor mit 25 Millionen Euro veranschlagt. Gegen den Planfeststellungsbeschluss hatte unter anderem ein Landwirt geklagt, dessen Flächen bei der geplanten Verlegung benötigt würden. In der Zwischenzeit hat die Meyer-Werft unter anderem für rund 40 Millionen Euro ein Logistikzentrum errichtet und eine Parkfläche angelegt. Beides liegt sozusagen auf der „falschen“ Straßenseite. Der Parkplatz ist über eine provisorische Fußgängerbrücke erreichbar. Die Kreisverwaltung hatte zuletzt im vergangenen Frühjahr auf Anfrage unserer Redaktion bekräftigt, dass die Verlegung der K158 nach wie vor notwendig sei, um die weitere Entwicklung des Hafens im sogenannten Bokeler Bogen zu ermöglichen. Demnach gebe es auch keinen Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Meyer-Werft infolge der Corona-Krise. Die Verlegung war bislang auch damit begründet worden, den Schiffbauern neue Erweiterungsmöglichkeiten zu geben.

Wie wird der Verkehr während der Bauzeit geführt?

Eine spannende Frage vor allem für die Verkehrsteilnehmer auf der viel befahrenen Kreisstraße ist derweil nach wie vor unbeantwortet: Wie wird der Verkehr während der Bauzeit geführt? Bislang hatte es zumindest geheißen, dass der Brückenneubau die aktuelle Verkehrsführung auf der Rheiderlandstraße nicht tangiere. Den Planungen zufolge ist im Zuge der Verlegung der Fahrbahn die Auf- und Abfahrt im Bereich einer vierspurig vorgesehenen Brückenüberführung über die Bahnlinie beim Deverhafen ähnlich einem Autobahnkreuz beabsichtigt. Zudem soll es in bestimmten Bereichen Lärmschutzwände beziehungsweise -wälle geben. Wie Kreissprecherin Anja Rohde auf Anfrage mitteilte, ist die Baumaßnahme auf mehrere Jahre angesetzt und soll voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen werden. Bis dahin entstehe auf einem rund drei Kilometer langen Teilstück ein Straße mit einer Breite von acht Metern und ein begleitender Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern.

Vor Corona war nach Darstellung der Kreisverwaltung davon auszugehen, dass täglich bis zu 20.000 Fahrzeuge K158 nutzen. Damit zählt sie zu den meistbefahrenen Kreisstraßen im Emsland. Im Jahr 2010 waren 13.750 Kraftfahrzeuge pro Tag gezählt worden, für 2030 sind mehr als 15.000 prognostiziert.

Bereits in den 1990er-Jahren verlegt worden

Mit Umsetzung der Hafenerweiterung sei sogar mit einem Anstieg auf über 20.000 Fahrzeuge zu rechnen. Die Rheiderlandstraße erschließt nicht nur das Hafengebiet, sondern ist auch Zubringer zur Autobahn 31. Für gewöhnlich führt der Schichtwechsel auf der Werft auf der Kreisstraße zu intensiven Stoßzeiten, langen Wartezeiten und auch Unfällen. Die K158 war bereits Ende der 1990er-Jahre verlegt worden, um der Meyer-Werft mehr Platz zu geben.

Aus dem Jahresbauprogramm von Landes-Verkehrsminister Bernd Althusmann geht hervor, dass sich Niedersachsen, wie im Zuge einer 60-prozentigen Förderung nach dem niedersächsischen Gemeindefinanzierungsgesetz vorgesehen, mit 15 Millionen Euro an den Kosten für die Straßenverlegung beteiligt.

Für die Rheiderlandstraße ist das aber noch nicht alles: Denn für die geplante Grundsanierung der Emsbrücke im Zuge der Kreisstraßen 158 und 27, die das Emsland mit dem Rheiderland verbindet, fließen 1,75 Millionen Euro aus Hannover in die Region.

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