Berlin

Neue SPD-Führung: Kevin und Olaf, plötzlich ziemlich beste Freunde?

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 11.12.2021 16:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seit der Wahl ziemlich beste Freunde: Bundeskanzler Olaf Scholz und der neue SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Foto: Kay Nietfeld / dpa
Seit der Wahl ziemlich beste Freunde: Bundeskanzler Olaf Scholz und der neue SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Foto: Kay Nietfeld / dpa
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Mit neuer Führung startet die SPD in die Ampel. Lars Klingbeil und Saskia Esken an der Spitze, Kevin Kühnert als Generalsekretär. Der einstige Groko-Schreck im Maschinenraum der Kanzlerpartei: Das könnte gut passen.

Dass Kühnert und Olaf Scholz plötzlich ziemlich beste Freunde sein sollen, ist zwar erstaunlich. Noch vor zwei Jahren hatte der damalige Juso-Chef den damaligen Finanzminister als Parteichef verhindert. Allerdings hat für die SPD eine neue Zeit begonnen, und vor allem Kühnert hat sich verändert.

Zwar schlägt weiter ein linkes Herz in seiner Brust. Aber der 32-Jährige braucht keine Sozialismus-Parolen mehr, um sich Gehör zu verschaffen. Kühnert hat sich im Wahlkampf eingereiht. Und auch in den Koalitionsverhandlungen war er lösungsorientiert statt ideologisch verbohrt, wie Teilnehmer bezeugen.

Er wird nicht jedem Konflikt mit dem Kanzler aus dem Weg gehen

Gleichwohl hat Kühnert auch das nötige Selbstbewusstsein und Rückgrat, um nicht jedem Konflikt mit dem Ampel-Kanzler aus dem Weg zu gehen und die SPD auch als Regierungspartei sichtbar zu machen, eigene Akzente zu setzen.

Die programmatische Weiterentwicklung ist in den Händen von Esken und Klingbeil - vom linken und vom rechten Flügel - wohl gut aufgehoben.

Klingbeil hat sich in den zurückliegenden Seuchenjahren der SPD als großer Integrator verdient gemacht. Nun wird es sein Job, moderne sozialdemokratische Antworten auf die großen Zukunftsaufgaben zu formulieren, damit der Stern der SPD nicht bald wieder verblasst, kaum dass er zu strahlen begonnen hat.

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